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Leibniz Institut | Georg Eckert Institut | Zwischentöne

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Extremismus

Gefahr für den demokratischen Staat

Veröffentlichung:1.1.2015

Das Medium „Extremismus. Gefahr für den demokratischen Staat“ mit 39 Seiten ist eine umfangreiche Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe I, die für die Klassenstufen 9 und 10 sowie für einen Umfang von vier Unterrichtsstunden zu jeweils 45 Minuten konzipiert ist. Im Mittelpunkt steht die Frage, wodurch extremistische Vorstellungen und Bewegungen den demokratischen Verfassungsstaat gefährden und wie Demokratie und Zivilgesellschaft darauf reagieren können. Die Unterrichtseinheit unterscheidet insbesondere Rechtsextremismus, Linksextremismus und religiösen beziehungsweise islamistischen Extremismus und thematisiert darüber hinaus Radikalisierung, Terrorismus, Antisemitismus, Verschwörungstheorien, Reichsbürger, soziale Medien und virtuelle Vernetzung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Gegensatz zwischen extremistischem Denken und den Prinzipien einer pluralistischen Demokratie sowie auf der Frage nach Prävention und Gegenstrategien. Das Material verbindet Sachtexte, Textquellen, Arbeitsblätter, ein Glossar, ein Schaubild und Videos. Das auf Seite 19 enthaltene Schaubild „Extremistisches Denken“ visualisiert beispielsweise Merkmale wie Schwarz Weiß Denken, Antisemitismus, Rassismus, die Ablehnung der Parteiendemokratie, Gewalt als politisches Mittel und autoritäre Gesellschaftsvorstellungen. Die Einheit verfolgt dabei ausdrücklich die Förderung von Sachkompetenz, Orientierungskompetenz, Demokratiefähigkeit, Urteilsbildung, Problemlösung, Reflexion, Medienkompetenz und Mehrperspektivität.

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Didaktisch eignet sich das Medium besonders für einen problemorientierten und multiperspektivischen Unterricht, weil Extremismus nicht ausschließlich über Definitionen erschlossen, sondern anhand konkreter Erscheinungsformen, gesellschaftlicher Konflikte und medialer Kommunikationsformen untersucht wird. Ausgangspunkt sollte die Lebenswelt der Lernenden sein. So kann zunächst gesammelt werden, in welchen Zusammenhängen ihnen der Begriff Extremismus bereits in Nachrichten, sozialen Medien oder öffentlichen Debatten begegnet ist. Genau einen solchen Zugang sieht auch der Ablaufplan des Materials vor. Anschließend bietet sich eine gemeinsame begriffliche Klärung an, da Begriffe wie Extremismus, Radikalismus, Terrorismus und Populismus im alltäglichen Sprachgebrauch häufig unscharf verwendet werden. Das Glossar kann dabei als kontinuierliches Nachschlagewerk eingesetzt werden. Besonders ergiebig ist eine vergleichende Arbeit mit dem Schaubild „Extremistisches Denken“. Lernende können die dort aufgeführten Merkmale zunächst ordnen und anschließend begründet den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Extremismus zuweisen. Dabei sollte darauf geachtet werden, nicht vorschnell politische oder religiöse Positionen mit Extremismus gleichzusetzen. Entscheidend ist vielmehr die begründete Prüfung von Aussagen und Handlungen anhand demokratischer Grundprinzipien wie Menschenwürde, Pluralismus, Gleichheit, Grundrechten und politischer Teilhabe. In einer anschließenden arbeitsteiligen Gruppenarbeit können Lernende unterschiedliche Beispiele untersuchen und ihre Ergebnisse gegenseitig vorstellen. Das Material selbst schlägt dafür Rechtsextremismus, Linksextremismus, islamistischen Extremismus sowie Reichsbürger und Selbstverwalter vor. Methodisch sinnvoll ist dabei ein einheitliches Analyseraster mit Fragen nach Ideologie, Menschenbild, Feindbildern, Verhältnis zur Demokratie, Umgang mit Gewalt, Kommunikationsformen und gesellschaftlichen Gefahren. Dadurch werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar, ohne die unterschiedlichen Phänomene gleichzusetzen. Ein weiterer Schwerpunkt sollte auf Medienkompetenz liegen. Die Beschäftigung mit virtueller Radikalisierung ermöglicht es, Mechanismen digitaler Kommunikation, Vernetzung und extremistischer Propaganda kritisch zu untersuchen. Das Material verbindet diese Auseinandersetzung ausdrücklich mit der Entwicklung von Strategien gegen virtuelle Radikalisierung. Videos sollten dabei nicht lediglich zur Illustration gezeigt werden. Vor dem Sehen können Beobachtungsaufträge vergeben, während des Sehens zentrale Aussagen notiert und anschließend Darstellungsweise, Sprache, Perspektive und Aussageabsicht untersucht werden. Für den Religionsunterricht bietet insbesondere die Auseinandersetzung mit religiösem Extremismus die Möglichkeit, konsequent zwischen Religion, religiöser Überzeugung, Fundamentalismus und politisch beziehungsweise religiös legitimiertem Extremismus zu differenzieren. Dadurch lässt sich vermeiden, Religion insgesamt mit extremistischen Erscheinungsformen zu verbinden. Zugleich können Fragen nach Menschenwürde, Freiheit, Toleranz, religiöser Vielfalt, Verantwortung und friedlichem Zusammenleben vertieft werden. Zum Abschluss sollte der Unterricht von der Analyse zur Handlungsorientierung führen. Lernende können konkrete Möglichkeiten sammeln, wie Einzelne, Schule, Zivilgesellschaft und Staat auf extremistische Äußerungen und Handlungen reagieren können. Das Material sieht hierfür ausdrücklich eine Unterrichtsstunde zu Prävention und Gegenstrategien vor und verbindet individuelle Handlungsmöglichkeiten mit den Handlungsspielräumen des demokratischen Staates. Besonders produktiv ist eine abschließende Reflexion darüber, welche Verantwortung Lernende selbst in Schule, Alltag und digitalen Räumen übernehmen können. Auf diese Weise dient das Medium nicht nur dem Erwerb von Sachwissen, sondern insbesondere der politischen und ethischen Urteilsbildung, der Medienkritik und der Stärkung demokratischer Handlungskompetenz.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.2 Dem Zeitgeist widerstehen: Kirche und Diktatur.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Widerstehe den Anfängen: Wo werden heute Menschenrechte verletzt?

Video

urheberrechtlich geschützt

21.10.2020

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Sequenz

Religionen

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren

mittel

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