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Bibelwerk Linz

Bibelwerk Linz

Das römische Ägypten

Veröffentlichung:1.1.1970

Das Medium zeigt eine topografische Karte des Alten Ägypten und macht die besondere Bedeutung des Nils für Landschaft, Siedlung und Kultur anschaulich. Dargestellt sind das Niltal, das weit verzweigte Nildelta, die angrenzenden Wüstengebiete, die Halbinsel Sinai, das Mittelmeer, der Golf von Suez und das Rote Meer. Entlang des Nils sind zahlreiche bedeutende Orte des Alten Ägypten verzeichnet, darunter Alexandria, Sais, Tanis, Ramses, Bubastis, On beziehungsweise Heliopolis, Giseh, Memphis, El Lischt, Medum, Beni Hasan, Achet Aton, Assiut, Abydos, Theben, Karnak, Luxor, Esna, Edfu, Kom Ombo und Elephantine. Die Reliefdarstellung verdeutlicht den starken Gegensatz zwischen dem fruchtbaren Niltal und den umgebenden trockenen Landschaften. Das Medium ermöglicht dadurch eine geografische Orientierung im Alten Ägypten und bietet zugleich eine Grundlage für die Einordnung biblischer Erzählungen, in denen Ägypten als Zufluchtsort, Nachbarland, Großmacht und wichtiger Erinnerungsraum Israels erscheint.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur geografischen Erschließung Ägyptens als einem zentralen Schauplatz und Bezugsraum biblischer Überlieferungen. Als Einstieg können die Lernenden zunächst beschreiben, welche Landschaftsformen ihnen auffallen und wo sich die meisten eingezeichneten Städte befinden. Dadurch lässt sich die Bedeutung des Nils unmittelbar erschließen. Die Lernenden können erkennen, dass sich Siedlungen und kulturelle Zentren vor allem entlang des Flusses und im Nildelta konzentrierten. Daran anschließend kann thematisiert werden, weshalb Wasser in einer weitgehend trockenen Landschaft eine grundlegende Voraussetzung für Landwirtschaft, Ernährung, Verkehr und städtisches Leben darstellte. Diese geografische Beobachtung eröffnet einen Zugang zur religiösen und historischen Bedeutung Ägyptens in der Bibel. Besonders geeignet ist die Karte für die Arbeit mit den Josefserzählungen im Buch Genesis. Die Lernenden können untersuchen, weshalb Ägypten in Zeiten von Hunger als Ziel erscheint und welche Bedeutung die Versorgung mit Getreide innerhalb der Erzählung besitzt. Bei der Beschäftigung mit Mose und dem Exodus kann die Karte dazu dienen, Ägypten als konkreten geografischen Raum wahrzunehmen. Orte im Nildelta können dabei in Beziehung zu den biblischen Angaben gesetzt werden. Zugleich sollte im Unterricht sorgfältig zwischen den Aussagen biblischer Texte, archäologischen Erkenntnissen und historischen Rekonstruktionsversuchen unterschieden werden. Die Karte darf deshalb nicht als Beweis für einzelne biblische Ereignisse verwendet werden, sondern als geografisches Orientierungsmedium. Besonders die Bezeichnungen Ramses und On beziehungsweise Heliopolis ermöglichen Verbindungen zu biblischen Texten. Auch Memphis und weitere bedeutende Städte können genutzt werden, um Ägypten nicht nur aus israelitischer Perspektive, sondern als eigenständige Hochkultur wahrzunehmen. Für eine vertiefende Erarbeitung können Gruppen verschiedene Orte wie Giseh, Memphis, Achet Aton, Theben, Karnak, Luxor oder Elephantine untersuchen und deren religiöse, politische oder kulturelle Bedeutung vorstellen. Dadurch lässt sich vermitteln, dass die Geschichte Ägyptens viele Jahrhunderte und unterschiedliche Epochen umfasst. Eine weitere methodische Möglichkeit besteht im Vergleich mit einer Karte des biblischen Israel. Die Lernenden können Entfernungen, Landschaften und mögliche Verkehrswege untersuchen und überlegen, welche Herausforderungen Reisen zwischen Kanaan und Ägypten mit sich brachten. Dabei kann auch die Halbinsel Sinai als geografischer Raum in den Blick genommen werden. In höheren Jahrgangsstufen eignet sich das Medium zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Bibel und Geschichte. Die Lernenden können fragen, welche Aussagen biblische Erzählungen über Ägypten machen, welche theologischen Absichten diese Texte verfolgen und welche Aussagen historisch überprüfbar sind. Gerade die Exoduserzählung bietet die Möglichkeit, zwischen historischer Fragestellung und theologischer Bedeutung zu unterscheiden. Ägypten wird in der biblischen Erinnerung einerseits mit Unterdrückung und Unfreiheit verbunden, erscheint andererseits aber auch als Zufluchtsort und Raum des Überlebens. Dieser unterschiedliche Blick kann anhand der Josefserzählungen, der Exodustradition und später auch der Erzählung von der Flucht der Familie Jesu nach Ägypten herausgearbeitet werden. Als Ergebnissicherung können die Lernenden eine vereinfachte Karte beschriften, wichtige Orte biblischen Texten zuordnen, eine Reise zwischen Kanaan und Ägypten beschreiben oder ein Lernplakat zur Bedeutung Ägyptens in der Bibel gestalten. Das Medium verbindet damit geografisches, historisches und theologisches Lernen und unterstützt ein differenziertes Verständnis Ägyptens als bedeutendem Kulturraum der biblischen Welt.

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