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Salesianer Don Boscos

Salesianer Don Boscos

Wir haben den Hunger satt - Planspiel

Veröffentlichung:1.1.1970

Die Unterrichtssequenz „Wir haben den Hunger satt“ " mit 17 Seiten enthält neben grundlegenden Fakten und Grafiken zum weltweiten Hunger auch eine konkrete Unterrichtssequenz, in der Lernende durch ein interaktives Szenario die Ursachen von Hunger erfahren. Im Planspiel „Tisch abräumen“ wird eine Kleinbauernfamilie dargestellt, deren Lebensgrundlage sich schrittweise verschlechtert, indem nach und nach Nahrungsmittel vom Tisch genommen werden. Ursachen wie Überfischung, Saatgutproblematik, steigende Preise, Wasserknappheit und Klimawandel werden anschaulich erfahrbar gemacht. Ergänzt wird das Material durch Diskussionsanregungen, Bilder, Karten sowie konkrete Handlungsmöglichkeiten für den Alltag.

Das Unterrichtsmedium „Wir haben den Hunger satt“ von Don Bosco Mission Bonn ist eine siebzehnseitige Unterrichtsplanung zum Thema Hunger und globale Gerechtigkeit. Das zentrale Element bildet das Planspiel „Tisch abräumen“. Zu Beginn sitzt die Lerngruppe an einem mit Fisch, Reis, Gemüse, Brot und Wasser gedeckten Tisch und übernimmt gedanklich die Perspektive einer kleinbäuerlichen Familie. Im Verlauf der Erzählung werden die Lebensmittel schrittweise entfernt. Industrieller Fischfang, Abhängigkeit von gekauftem Saatgut, steigende Nahrungsmittelpreise, Spekulation, Wasserknappheit, Klimaveränderungen und Naturkatastrophen führen dazu, dass der Familie immer weniger Nahrung zur Verfügung steht. Anschließend reflektieren die Lernenden mögliche Folgen wie Verschuldung, Migration, Kinderarbeit, Schulabbruch und Schuldknechtschaft. Das Essen wird danach wieder auf den Tisch gestellt und gemeinsam verzehrt. Auf diese Weise soll verdeutlicht werden, dass Hunger nicht nur durch fehlende Lebensmittel, sondern durch ungerechte Verteilung, wirtschaftliche Abhängigkeiten, politische Entscheidungen und ökologische Krisen entsteht. Ergänzt wird das Planspiel durch Hintergrundinformationen, Statistiken, Weltkarten, Fotografien, Filmhinweise und Vorschläge für eigenes Handeln. Genannt werden Informationsaktionen, politische Gespräche, Fairer Handel, ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln, Veränderungen in der Schulmensa und solidarische Spendenaktionen. Das Medium verbindet globales Lernen mit ethischen und religiösen Fragen nach Menschenwürde, Verantwortung, Gerechtigkeit und dem Recht auf Nahrung.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe sowie für fachübergreifende Unterrichtsvorhaben mit Erdkunde, Politik, Sozialwissenschaften und Ethik. Im Religionsunterricht kann es in Reihen zu globaler Gerechtigkeit, Schöpfungsverantwortung, Armut, Nächstenliebe, Menschenrechten, Konsum und christlicher Sozialethik eingesetzt werden. Die Unterrichtsplanung schlägt einen Einstieg mit Daten und Bildern, eine handlungsorientierte Erarbeitung durch das Planspiel sowie eine abschließende Diskussion über Handlungsmöglichkeiten vor.

Vor dem Einsatz ist zu beachten, dass das Material aus dem Jahr 2015 stammt. Statistiken, Weltkarten, Filmlinks, rechtliche Hinweise und politische Rahmenbedingungen müssen deshalb überprüft und aktualisiert werden. Die genannten Zahlen dürfen nicht als gegenwärtiger Stand übernommen werden. Auch die Verweise auf externe Videos sind vor der Unterrichtsstunde zu testen, da im Dokument mehrere gleichlautende oder möglicherweise nicht mehr funktionierende Verbindungen erscheinen.

Als Einstieg kann die Lehrkraft zunächst auf eine Schätzung der Zahl hungernder Menschen verzichten und stattdessen Bilder oder Aussagen aus dem Material präsentieren. Die Lernenden beschreiben, welche Vorstellungen sie mit Hunger verbinden. Dabei sollte zwischen akutem Hunger, chronischer Unterernährung, Mangelernährung und unsicherem Zugang zu Nahrung unterschieden werden. Hunger bedeutet nicht nur, über kurze Zeit nichts gegessen zu haben. Er kann die körperliche Entwicklung, das Immunsystem, die Konzentrationsfähigkeit, die Bildungschancen und die gesellschaftliche Teilhabe dauerhaft beeinträchtigen.

Die Weltkarte eignet sich zur räumlichen Orientierung. Die Lernenden untersuchen, in welchen Regionen Hunger besonders verbreitet ist und welche politischen, wirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen erkennbar werden. Die Karte sollte jedoch nicht den Eindruck erzeugen, alle Menschen einer Region seien gleichermaßen betroffen. Auch innerhalb eines Landes unterscheiden sich Lebensbedingungen erheblich. Armut, Geschlecht, Alter, Wohnort, politische Zugehörigkeit und der Zugang zu Land oder Bildung können die Gefährdung beeinflussen.

Das Planspiel „Tisch abräumen“ bietet einen starken sinnlichen Zugang. Der gedeckte Tisch macht Versorgung und deren schrittweisen Verlust sichtbar. Die Lernenden erleben, wie verschiedene Ursachen ineinandergreifen und die Handlungsmöglichkeiten einer Familie immer weiter einschränken. Das Abräumen der Lebensmittel darf jedoch nicht als realistische Nachbildung von Hunger bezeichnet werden. Eine Unterrichtsstunde kann die körperlichen, sozialen und seelischen Erfahrungen hungernder Menschen nicht simulieren. Das Planspiel veranschaulicht Strukturen, nicht das tatsächliche Leiden.

Vor Beginn sollte die Lehrkraft offenlegen, dass es sich um eine modellhafte Geschichte handelt. Die angenommene Familie darf nicht einfach irgendwo in Indien oder Tansania verortet werden, da dies unterschiedliche Länder und Lebenswirklichkeiten austauschbar erscheinen lässt. Sinnvoller ist ein sorgfältig recherchiertes Fallbeispiel aus einer bestimmten Region. Ort, Klima, Wirtschaftsweise, politische Lage und familiäre Situation werden konkret benannt. So vermeiden die Lernenden pauschale Vorstellungen über den Globalen Süden.

Die Verwendung echter Lebensmittel verlangt eine verantwortliche Vorbereitung. Allergien, religiöse Speisevorschriften, vegetarische oder vegane Ernährung und gesundheitliche Bedürfnisse sind zu berücksichtigen. Die Lebensmittel dürfen nicht weggeworfen werden. Wenn ihre Verwendung organisatorisch schwierig ist oder einzelne Lernende in ihrer Familie selbst Erfahrungen mit Ernährungsarmut machen, können Fotografien, Karten oder leere Schalen eingesetzt werden. Niemand sollte durch den gedeckten Tisch beschämt oder zum Essen gedrängt werden.

Während des Spiels wird zunächst der Fisch entfernt. Die Lernenden untersuchen, wie industrielle Fischerei, internationale Fangflotten, Überfischung und fehlende Kontrollen die Lebensgrundlage kleiner Fischereigemeinschaften gefährden können. Dabei ist zu vermeiden, jede industrielle Fischerei pauschal als Ursache von Hunger darzustellen. Entscheidend sind konkrete Fangmethoden, Besitzverhältnisse, Handelsstrukturen und staatliche Regelungen.

Beim Thema Saatgut sollte das Material fachlich aktualisiert und differenziert werden. Die Aussage, verändertes Saatgut könne grundsätzlich nicht weitervermehrt werden, ist zu pauschal. Die Lernenden sollten vielmehr untersuchen, wie Patente, Lizenzverträge, Marktmacht, Preise, Verschuldung und der Verlust regionaler Saatgutvielfalt Abhängigkeiten erzeugen können. Zugleich können verbesserte Sorten unter bestimmten Bedingungen Erträge sichern. Die ethische Frage lautet daher, wer über Saatgut verfügt, wer von Entwicklungen profitiert und ob kleinbäuerliche Familien selbstbestimmt entscheiden können.


Die Entfernung des Brotes symbolisiert steigende Lebensmittelpreise und Spekulation mit Agrarrohstoffen. Die Lernenden können anhand eines vereinfachten Schaubildes nachvollziehen, wie Ernteausfälle, Energiepreise, Lagerhaltung, politische Entscheidungen, Handelsbeschränkungen und Finanzmärkte Preise beeinflussen. Auch hier sollte keine einzelne Ursache für alle Preissteigerungen verantwortlich gemacht werden.

Beim Thema Wasser sammeln die Lernenden natürliche und menschengemachte Ursachen von Wasserknappheit. Dazu gehören Trockenheit, Klimaveränderungen, Verschmutzung, Übernutzung, ungleiche Verteilung, privatisierter Zugang und bewaffnete Konflikte. Anschließend prüfen sie, warum Wasser ein Menschenrecht und zugleich eine Voraussetzung für Landwirtschaft, Gesundheit und gesellschaftliche Entwicklung ist.

Die im Material verwendete Aussage, die Natur räche sich, sollte nicht übernommen werden. Naturkatastrophen besitzen keine moralische Absicht. Dürren, Stürme oder Überschwemmungen werden für Menschen besonders gefährlich, wenn Armut, schlechte Infrastruktur, fehlende Vorsorge, Umweltzerstörung und die Klimakrise ihre Verletzlichkeit erhöhen. Eine sachliche Formulierung verhindert religiöse oder moralische Fehldeutungen von Katastrophen.

Nach jeder Veränderung des Tisches kann eine kurze Unterbrechung erfolgen. Die Lernenden benennen, was geschehen ist, wer Entscheidungen trifft, wer betroffen ist und welche Alternativen bestehen. Dadurch wird vermieden, dass die Lebensmittel nur effektvoll entfernt werden. Die Ursache wird jeweils verstanden und in ein größeres Wirkungsgefüge eingeordnet.

Nach dem Abräumen benötigt die Lerngruppe ausreichend Zeit für die Auswertung. Geeignete Fragen lauten: Was hat sich für die Familie verändert? Welche Ursache konnte sie beeinflussen? Welche Entscheidung wurde an einem anderen Ort getroffen? Welche Rechte wurden verletzt? Welche Verantwortung tragen Staaten, Unternehmen und konsumierende Menschen? Die Antworten können in einem Wirkungsnetz festgehalten werden.

Die im Material genannten möglichen Folgen von Hunger müssen sensibel behandelt werden. Migration, Piraterie, bewaffnete Gruppen, Kinderarbeit und der Verkauf von Kindern dürfen nicht als zwangsläufige Reaktionen hungernder Menschen dargestellt werden. Solche Entwicklungen entstehen aus komplexen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen. Die Lernenden sollten unterschiedliche Bewältigungsstrategien kennenlernen, etwa familiäre Unterstützung, gemeinschaftliche Landwirtschaft, lokale Märkte, Genossenschaften, Hilfsprogramme und politische Organisation.

Eine Variante des Planspiels teilt die Lerngruppe in einen wohlhabenden Norden und einen benachteiligten Süden. Diese Gegenüberstellung kann globale Ungleichheiten sichtbar machen, birgt aber die Gefahr einer vereinfachenden Zweiteilung der Welt. Auch in wohlhabenden Ländern gibt es Ernährungsarmut, während im Globalen Süden wohlhabende Bevölkerungsgruppen leben. Besser ist eine Darstellung verschiedener Akteure wie kleinbäuerliche Familie, internationaler Konzern, Regierung, Handelsunternehmen, Finanzmarkt, Hilfsorganisation und konsumierende Haushalte. So werden Macht und Verantwortung genauer verteilt.

Fotografien aus Flüchtlingslagern, ländlichen Regionen und Armutsvierteln ermöglichen einen biografischen Zugang. Die Lernenden sollten Bilder zunächst sachlich beschreiben und zwischen Beobachtung und Deutung unterscheiden. Danach fragen sie, wer fotografiert wurde, in welchem Zusammenhang das Bild entstand und welche Perspektive fehlt. Menschen in Armut dürfen nicht ausschließlich als hilflose Opfer gezeigt werden. Bilder von Arbeit, Organisation, Widerstand und erfolgreichen Projekten ergänzen die Darstellung.

Die abschließende Diskussion sollte verschiedene Handlungsebenen unterscheiden. Persönliches Handeln umfasst einen bewussten Einkauf, die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung und die Unterstützung des Fairen Handels. Gemeinschaftliches Handeln kann Veränderungen in Mensa, Kirchengemeinde oder Schulbeschaffung anstoßen. Politisches Handeln richtet sich an Abgeordnete und fordert gerechte Handelsbedingungen, Klimaschutz, soziale Sicherung und das Recht auf Nahrung. Wirtschaftliche Verantwortung betrifft Preise, Löhne, Lieferketten und Landrechte. Spenden können akute Hilfe und langfristige Projekte unterstützen, ersetzen aber keine strukturellen Veränderungen.

Die im Material vorgeschlagene Aktion, bei der Menschen in kurzen Abständen zu Boden fallen, sollte kritisch geprüft werden. Eine solche Darstellung kann den Tod hungernder Menschen dramatisieren und ihre Würde verletzen. Eine respektvollere Alternative ist eine stille Installation mit leeren Tellern, Namen, Lebensgeschichten, aktuellen Zahlen und konkreten politischen Forderungen. Ziel ist nicht der Schock, sondern informierte Solidarität.

Auch das Thema Containern sollte nur nach einer Prüfung der aktuellen Rechtslage behandelt werden. Im Unterricht können Lebensmittelrettung, Tafeln, öffentliche Kühlschränke, Weitergabe überschüssiger Lebensmittel und bessere Einkaufsplanung verglichen werden. Die Lernenden beurteilen Wirksamkeit, rechtliche Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Verantwortung.

Der religiöse Zugang kann über das Vaterunser und die Bitte um das tägliche Brot eröffnet werden. Die Lernenden fragen, weshalb von unserem Brot gesprochen wird und welche gemeinschaftliche Verantwortung darin liegt. Weitere geeignete biblische Texte sind die Speisung der vielen Menschen, die Erzählung vom Manna in der Wüste, das Recht der Armen auf Nachlese, die Kritik des Propheten Amos an sozialem Unrecht und Jesu Rede vom Weltgericht. Die Texte können mit dem Menschenrecht auf Nahrung und den Ursachen gegenwärtigen Hungers verbunden werden.

Die katholische Soziallehre stellt Kriterien für die ethische Bewertung bereit. Menschenwürde, Gemeinwohl, Solidarität, Subsidiarität, Gerechtigkeit und die besondere Aufmerksamkeit für arme Menschen werden auf das Planspiel angewendet. Die Lernenden untersuchen, welche Prinzipien verletzt werden und welche politischen oder wirtschaftlichen Veränderungen daraus folgen müssten.

Als Ergebnissicherung eignet sich ein Aktionsplan mit vier Bereichen. Die Lernenden formulieren eine persönliche Veränderung, eine Maßnahme für die Schule, eine politische Forderung und eine Form internationaler Solidarität. Jede Idee wird auf Wirkung, Umsetzbarkeit und mögliche Grenzen geprüft. So endet die Unterrichtseinheit nicht mit Ohnmacht oder Schuldgefühlen, sondern mit begründeten und realistischen Handlungsmöglichkeiten.


Didaktisch bietet das Medium einen besonders lebensnahen und erfahrungsorientierten Zugang zu einem globalen Gerechtigkeitsthema. Für den Religionsunterricht eignet es sich hervorragend, da es ethische Fragestellungen mit konkreten Lebensrealitäten verbindet und zur Reflexion über Verantwortung anregt. Methodisch ist vor allem das Planspiel hervorzuheben, da es Perspektivwechsel ermöglicht und emotionale Betroffenheit erzeugt. Lernende können sich in die Lage von betroffenen Menschen hineinversetzen und komplexe Zusammenhänge nachvollziehen. Der Unterricht kann mit einem informierenden Einstieg beginnen, bei dem zentrale Fakten zum Hunger vermittelt werden, bevor das Planspiel durchgeführt wird. Wichtig ist eine intensive Auswertungsphase, in der Gefühle, Erkenntnisse und offene Fragen besprochen werden. Dabei sollten auch Bezüge zur eigenen Lebenswelt hergestellt werden, etwa durch Fragen nach Konsumverhalten oder globaler Verantwortung. Ergänzend können Gruppenarbeiten zu einzelnen Ursachen von Hunger, kreative Aufgaben wie das Entwickeln von Kampagnen oder Diskussionen über gerechte Verteilung eingesetzt werden. Das Material ermöglicht zudem fächerübergreifendes Lernen und fördert Kompetenzen wie Urteilsfähigkeit, Empathie und Handlungsbereitschaft. Besonders wertvoll ist die Verbindung von kognitivem Lernen und emotionaler Erfahrung, die nachhaltige Lernprozesse unterstützt.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.2 Darf man alles, was man kann? Fortschritt und menschliche Zukunft.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Weltweite Gerechtigkeit (Entwicklungsländer, Verschuldung)

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