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Bistum Osnabrück | Glauben kommt von fragen

Bistum Osnabrück | Glauben kommt von fragen

Was ist eine Krippe?

Veröffentlichung:10.11.2025

Die Folge des Kinderwissenspodcasts „Glauben kommt von Fragen“ beschäftigt sich mit der Weihnachtskrippe und ihrer Bedeutung für die christliche Weihnachtstradition. Gemeinsam mit der elfjährigen Milla und dem „elektrischen Mönch“ geht die Moderatorin grundlegenden Fragen rund um die Krippe nach. Dabei wird zunächst erklärt, dass eine Krippe ursprünglich ein Futterplatz für Tiere ist und dass die biblische Weihnachtsgeschichte davon berichtet, dass Jesus nach seiner Geburt in eine Krippe gelegt wurde. Die Folge macht darauf aufmerksam, dass die Bibel selbst keinen Stall als Geburtsort nennt und dass sich deshalb in unterschiedlichen kulturellen Traditionen verschiedene Darstellungen entwickelt haben. Während Jesus in westlichen Krippendarstellungen häufig in einem Stall gezeigt wird, findet sich in östlichen Traditionen beispielsweise die Darstellung der Geburt in einer Höhle. Außerdem thematisiert das Medium die Geschichte der Weihnachtskrippe und die Bedeutung des Franz von Assisi für die Tradition der lebendigen Krippe. Weitere Themen sind die Engel der Weihnachtsgeschichte, typische Krippenfiguren sowie die Frage, weshalb Menschen aus unterschiedlichen Zeiten und Kulturen zusätzliche Personen und Gegenstände in ihre Krippendarstellungen aufgenommen haben. Ein Malwettbewerb greift diesen Gedanken kreativ auf und lädt Kinder dazu ein, eine eigene Weihnachtskrippe zu gestalten und eine Person oder einen Gegenstand hinzuzufügen, die oder der ihnen besonders wichtig ist.

Das Video ist ein dialogisch aufgebauter Audio-/Podcastbeitrag (Kinderwissenspodcast) rund um die Weihnachtskrippe. Ausgehend von einer verbreiteten Vorstellung („Jesus wurde im Stall geboren“) wird gemeinsam genauer in den biblischen Text geschaut: Im Lukasevangelium steht nicht ausdrücklich „Stall“, sondern dass das Kind in eine Krippe gelegt wird. Daraus entwickelt der Beitrag eine spannende Perspektive auf unterschiedliche kulturelle Deutungen (Stall im Westen, Höhle im Osten) und erklärt zugleich die Entstehung der Krippentradition: Nicht Franz von Assisi „erfindet die Krippe“, sondern prägt das Krippenspiel bzw. die „lebendige Krippe“ mit Figuren und sogar echten Tieren. Weitere Gesprächsfäden betreffen die Frage nach Engeln (Bibeltext, Tradition, Deutung als „Himmelschor“/Erfahrung), die zeitliche Logik der Krippenfiguren (Könige später) sowie die kreative Aneignung der Krippe bis hin zu lokalen Traditionen (Neapel) und modernen Beispielen (Prominente in Krippenszenen). Am Ende wird ein Malwettbewerb als handlungsorientierter Impuls vorgestellt: Kinder dürfen eine Krippe frei gestalten, persönliche Bezüge einbringen und ihr Werk öffentlich ausstellen.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Grundschule sowie in den unteren Jahrgangsstufen der Sekundarstufe. Durch die Gesprächsform und die Beteiligung eines Kindes werden Fragen aufgegriffen, die auch für Lernende unmittelbar zugänglich sind. Die Weihnachtskrippe kann dabei als vertrauter Gegenstand den Ausgangspunkt bilden, um zwischen biblischer Überlieferung, kirchlicher Tradition, kultureller Gestaltung und persönlicher Glaubensdeutung zu unterscheiden.

Vor dem Anhören oder Anschauen können die Lernenden zunächst beschreiben, welche Weihnachtskrippen sie kennen. Dabei kann gesammelt werden, welche Personen, Tiere und Gegenstände nach ihrer Vorstellung unbedingt zu einer Krippe gehören. Die Ergebnisse werden festgehalten und nach der Beschäftigung mit dem Medium erneut betrachtet. Dadurch wird sichtbar, dass manches, was selbstverständlich zur Weihnachtsgeschichte zu gehören scheint, aus späteren Traditionen und bildlichen Vorstellungen stammt.

Ein besonderer didaktischer Schwerpunkt kann auf dem Verhältnis von Bibeltext und Krippendarstellung liegen. Die Lernenden können die entsprechende Erzählung des Lukasevangeliums lesen und mit bekannten Krippenbildern vergleichen. Sie untersuchen, welche Elemente ausdrücklich im biblischen Text vorkommen und welche durch spätere Traditionen ergänzt wurden. Besonders ergiebig ist die im Medium angesprochene Beobachtung, dass der häufig dargestellte Stall nicht ausdrücklich im biblischen Text genannt wird, während die Krippe ausdrücklich erwähnt wird. Damit wird auf altersgerechte Weise eine grundlegende religionspädagogische Kompetenz gefördert: Lernende entdecken, dass biblische Texte im Laufe der Geschichte ausgelegt, dargestellt und kulturell weiterentwickelt werden.

Auch die Geschichte der Krippentradition bietet Möglichkeiten zum historischen Lernen. Die Ausführungen zu Franz von Assisi können als Ausgangspunkt dienen, um nach der Entstehung lebendiger Krippendarstellungen zu fragen. Wichtig ist dabei die im Medium vorgenommene Unterscheidung zwischen älteren bildlichen Darstellungen der Geburt Jesu und der mit Franz von Assisi verbundenen Tradition einer szenischen beziehungsweise lebendigen Darstellung. Lernende können anschließend recherchieren oder anhand bereitgestellter Materialien untersuchen, wie Weihnachtskrippen in verschiedenen Jahrhunderten und Ländern aussehen.

Besonders produktiv ist ein interkultureller Zugang. Verschiedene Krippendarstellungen können miteinander verglichen werden. Die Lernenden achten auf Gebäude, Landschaft, Kleidung, Hautfarben, Tiere und Alltagsgegenstände. Sie überlegen, warum Menschen die Geburt Jesu häufig in ihrer eigenen kulturellen Lebenswelt darstellen. Dadurch kann deutlich werden, dass die Weihnachtsgeschichte nicht lediglich als vergangenes Ereignis verstanden wird, sondern von Menschen immer wieder mit ihrer eigenen Gegenwart verbunden wurde.

Eine weitere Vertiefung ermöglicht die Beschäftigung mit den Engeln. Das Medium erklärt die Engel nicht nur als Figuren der Erzählung, sondern deutet ihr Singen auch als Ausdruck großer Freude. Im Unterricht kann daran die Frage angeschlossen werden, welche Aufgabe Engel in der Weihnachtsgeschichte übernehmen und wofür Engel in religiöser Sprache stehen können. Lernende können zwischen einer wörtlichen und einer symbolischen Deutung unterscheiden und eigene Vorstellungen formulieren.

Ein besonders geeigneter kreativer Abschluss orientiert sich an der im Medium vorgestellten Idee, eine zusätzliche Person oder einen Gegenstand in die Weihnachtskrippe aufzunehmen. Die Lernenden gestalten eine eigene Krippenszene und entscheiden: Wer oder was soll bei Jesus an der Krippe stehen? Im Podcast werden beispielsweise Familienmitglieder, Haustiere, persönliche Glücksbringer oder andere bedeutsame Gegenstände genannt. Zugleich wird erläutert, dass das Einfügen zeitgenössischer Personen in Krippendarstellungen eine lange Tradition besitzt. Entscheidend ist deshalb nicht allein die gestalterische Arbeit, sondern deren Begründung. Jeder Lernende formuliert einige Sätze dazu, weshalb gerade diese Person oder dieser Gegenstand einen Platz an der Krippe erhalten soll. Auf diese Weise verbindet die Aufgabe Sachwissen mit persönlicher Deutung und religiöser Ausdrucksfähigkeit.

Alternativ kann eine gemeinsame Klassenkrippe entstehen. Jede Person gestaltet eine Figur oder einen Gegenstand, der für einen wichtigen Wert steht, beispielsweise Freundschaft, Frieden, Familie, Hoffnung, Gerechtigkeit, Hilfsbereitschaft oder Gemeinschaft. Anschließend erläutern die Lernenden ihre Entscheidungen. Die Klasse diskutiert, was die einzelnen Beiträge mit der Botschaft von Weihnachten zu tun haben könnten. Dadurch wird die Krippe von einem betrachteten Gegenstand zu einem Medium eigener religiöser und ethischer Deutung.


Fragestellungen zum Medium mit Antworten


Was ist ursprünglich eine Krippe?

Eine Krippe ist ursprünglich ein Futterplatz beziehungsweise Futterbehälter für Tiere. Erst durch die Verbindung mit der Erzählung von der Geburt Jesu erhielt der Begriff seine besondere Bedeutung innerhalb der christlichen Weihnachtstradition.


Steht in der Bibel, dass Jesus in einem Stall geboren wurde?

Das Medium weist darauf hin, dass im biblischen Text nicht ausdrücklich von einem Stall als Geburtsort gesprochen wird. Entscheidend ist vielmehr die Aussage, dass Jesus nach seiner Geburt in eine Krippe gelegt wurde. Aus der Verbindung der Krippe mit der Tierhaltung entwickelte sich unter anderem die verbreitete Vorstellung eines Stalls.


Warum wird die Geburt Jesu manchmal in einem Stall und manchmal in einer Höhle dargestellt?

Krippendarstellungen wurden von unterschiedlichen Kulturen geprägt. In Regionen, in denen Tiere traditionell in Höhlen Schutz fanden, entwickelte sich die Vorstellung einer Geburtshöhle. In anderen Regionen wurde die Krippe stärker mit einem Stall verbunden. Unterschiedliche Darstellungen zeigen deshalb auch, wie Menschen die Weihnachtsgeschichte aus ihrer eigenen Lebenswelt heraus verstanden haben.


Hat Franz von Assisi die Weihnachtskrippe erfunden?

Das Medium unterscheidet zwischen bereits viel älteren Bildern der Geburt Jesu und der Tradition der lebendigen beziehungsweise szenisch dargestellten Krippe. Franz von Assisi wird mit einer solchen anschaulichen Darstellung der Weihnachtsgeschichte verbunden.


Welche Figuren gehören zu einer Weihnachtskrippe?

Typische Darstellungen zeigen Jesus, Maria und Josef sowie häufig Hirten, Engel und Tiere. Auch die Sterndeuter beziehungsweise die Heiligen Drei Könige werden in vielen Krippen dargestellt. Nicht alle vertrauten Bestandteile einer heutigen Weihnachtskrippe werden jedoch in gleicher Weise in den biblischen Erzählungen genannt.


Warum gibt es Engel an der Weihnachtskrippe?

Engel verkünden in der Weihnachtsgeschichte die besondere Bedeutung der Geburt Jesu und bringen die Freude über dieses Ereignis zum Ausdruck. Im Medium wird das Bild der singenden Engel zusätzlich als Ausdruck einer Freude gedeutet, die Menschen innerlich erfahren können.


Warum werden manchmal Menschen aus der jeweiligen Gegenwart in eine Krippe aufgenommen?

Damit bringen Menschen zum Ausdruck, dass die Weihnachtsgeschichte auch etwas mit ihrer eigenen Zeit und ihrem eigenen Leben zu tun hat. Das Medium erläutert, dass es bereits seit Jahrhunderten Darstellungen gibt, in denen bekannte Persönlichkeiten oder Menschen aus der jeweiligen Umgebung in die Krippenszene aufgenommen wurden.


Welche Person würde ich selbst an die Krippe stellen und warum?

Diese Frage besitzt bewusst keine allgemeingültige Antwort. Lernende sollen eine eigene begründete Entscheidung treffen. Sie können beispielsweise einen Menschen auswählen, der ihnen besonders wichtig ist, jemanden, der Trost oder Hoffnung benötigt, oder eine Person, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt.


Welchen Gegenstand würde ich an die Krippe legen und was bedeutet er für mich?

Auch diese Frage fordert eine persönliche Antwort. Ein Gegenstand kann für Familie, Freundschaft, Hoffnung, Frieden, Geborgenheit oder ein persönliches Interesse stehen. Entscheidend ist, dass die Lernenden erklären können, welche Bedeutung der ausgewählte Gegenstand für sie besitzt.


Was kann eine Weihnachtskrippe Menschen heute sagen?

Eine mögliche Deutung besteht darin, dass die Geburt Jesu mit Hoffnung, Nähe, Freude und der besonderen Würde eines jeden Menschen verbunden wird. Indem Menschen Krippen immer wieder neu gestalten und Elemente ihrer eigenen Lebenswelt aufnehmen, bringen sie zum Ausdruck, welche Bedeutung die Weihnachtsbotschaft für ihre Gegenwart haben kann.


Didaktisch eignet sich das Medium besonders für den katholischen Religionsunterricht in der Advents- und Weihnachtszeit, weil es drei Kompetenzbereiche gut verbindet: (1) Biblisches Lernen (Texttreue, genaues Lesen, Unterscheidung von Bibeltext und späterer Tradition), (2) Deutungskompetenz (Symbole, Bilder, Frömmigkeitsformen, kulturelle Kontexte) und (3) Subjektorientierung (eigene Erfahrungen, Kreativität, persönliche Relevanz). Methodisch bewährt sich ein dreistufiges Vorgehen: Einstieg – Erarbeitung – Gestaltung/Transfer. Als Einstieg kann eine schnelle Impulsfrage dienen: „Was gehört für euch unbedingt in eine Krippe – und wo steht die Krippe eigentlich?“ Dazu lässt man die Lernenden spontan sammeln (Tafel/Padlet) und markiert bewusst, was „Bibel“ ist und was „Tradition“ sein könnte. In der Erarbeitung wird der Podcast in kurzen Sequenzen gehört (Stop-and-Go-Hören). Nach jeder Sequenz sichern die Schüler:innen in einem Hörprotokoll: Was wird behauptet? Worauf stützt es sich? (Bibel/Erzähltradition/Kultur). Zentral ist dann die Bibelarbeit an Lk 2,1–20: Die Klasse sucht die Stelle „Krippe“, prüft das Wort „Stall“ und arbeitet heraus, wie sich aus wenigen Textangaben vielfältige Bildtraditionen entwickeln. Hier kann eine Bildanalyse ergänzen: westliche Stall-Krippe vs. östliche Höhlen-Krippe (als Vergleich von Deutungen), um inkulturiertes Christentum sichtbar zu machen. Für die Engel-Passage bietet sich eine „Doppelspur“-Methode an: links Textbefund (was sagt Lk 2 tatsächlich über Engel?), rechts Deutung (was bedeutet „Himmelschor“? Engel als Zeichen der Freude/der Nähe Gottes?). So lernen die Schüler:innen, zwischen historischer Aussage und theologischer Symbolsprache zu unterscheiden, ohne den Glaubensgehalt zu entwerten. In einer Vertiefung kann man die Entstehung der Krippentradition historisch einordnen (Krippenspiel/Franziskus, Bildtraditionen in der Kirche) und kritisch fragen: „Warum brauchen Menschen Bilder? Was leisten Krippen für Glauben und Gemeinschaft?“ Der Transfer gelingt handlungsorientiert: Die Lernenden entwerfen eine „Krippe heute“ (zeichnen, collagieren, bauen, digital gestalten). Dabei ist die Leitfrage wichtig: „Wen oder was würdest du ‘in die Krippe schmuggeln’, um zu zeigen, was dir wichtig ist und warum passt das zur Botschaft von Weihnachten?“ Alternativ kann man eine Ausstellungsdidaktik nutzen: Galeriegang mit kurzen Werkstatements, Peer-Feedback anhand von Kriterien (Bezug zur Weihnachtsbotschaft / persönliche Bedeutung / Respekt und Sensibilität). Für Leistungsbewertung eignen sich kleine Formate: Hörverstehensfragen, ein kurzer Reflexionstext („Bibel und Krippe, was habe ich neu verstanden?“), ein Lernprodukt mit Begründung oder ein Gesprächsprotokoll. Wichtig ist bei kontroversen Beispielen (Promis in Krippen) eine sensible Gesprächsführung: nicht „lächerlich machen“, sondern als Anlass nehmen, über Grenzen und Chancen von Aktualisierung zu sprechen (Ehrerbietung, Kommerz, Botschaft, kulturelle Formen). Insgesamt ermöglicht das Medium einen lebendigen, kindnahen Zugang, der religiöse Tradition ernst nimmt und zugleich zur mündigen Deutung anleitet – ganz im Sinn des Schlusssatzes: „Glauben kommt von Fragen.“

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Bibel und Tradition (Hessen | Primarstufe 1/2).

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Bibel und Tradition (Hessen | Primarstufe 3/4).

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Biblische Botschaft (Rheinlandpfalz | Primarstufe 1/2).

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