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Kinder stärken

Veröffentlichung:1.1.1970

Das PDF mit 44 Seiten ist ein Kartenset zum drucken mit 20 Karten zur Vertiefung einer resilienten Kommunikationshaltung („resilienisch“) für Lehrpersonen im Schulalltag.

Auf den Karten sind typische Situationen aus dem Schulalltag – sowohl positive als auch herausfordernde – beschrieben, und auf der Rückseite finden Lehrpersonen konkrete Anregungen, wie sie in diesen Momenten – mit einer stärkenden Haltung – reagieren können.

Die Karten sind farblich codiert (grün: schöne Situationen, gelb: herausfordernde Situationen, rot: SOS-Situationen, blau: Theorie, weiß: Aufgaben)

und sollen helfen, eine resilienzfördernde Kommunikation praktisch zu verankern.






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Das Kartenset eignet sich hervorragend als Reflexions- und Interaktionsmedium im Religionsunterricht, insbesondere um die Themen Stärkung, Bewältigung, Mitgefühl, Beziehung und Haltung in den Blick zu nehmen. Es kann nicht als reines „Instrument“ eingesetzt werden, sondern in einem dialogischen, reflexiven Setting. Nachfolgend einige Vorschläge:

Einstieg & Sensibilisierung

Beginne mit einem Impuls: „Was bedeutet es, wenn ein Kind in einer schwierigen Situation Unterstützung braucht?“ Oder mit einer kleinen Achtsamkeits- oder Wahrnehmungsübung (z. B. fünf Minuten Stillwerden). Dann stelle das Kartenset vor und erläutere kurz das Konzept von Resilienz und „resilienischer Kommunikation“. So gewinnst du die Schülerinnen und Schüler für die Idee, dass es nicht nur um Verhaltensregeln geht, sondern um eine Haltung.

Kleine Gruppenarbeit mit Karten

Teile die Klasse in Kleingruppen und gib jeder Gruppe je 1–2 Karten (z. B. eine gelbe und eine grüne). Die Gruppen lesen zuerst die Situation, tauschen sich aus, wie sie die Situation wahrnehmen, und überlegen dann mithilfe der Rückseite der Karte oder eigener Ideen, wie eine resilienzfördernde (resilienische) Reaktion aussehen könnte. Anschließend werden die Vorschläge kurz im Plenum geteilt.

Rollenspiele / szenisches Arbeiten

Wähle eine Karte – idealerweise eine herausfordernde oder SOS-Karte – und lass Schülerinnen und Schüler eine kurze Szene spielen: einmal „gewöhnlich“ reagierend, einmal „resilienisch“. Im Anschluss reflektiert die Klasse, welche Wirkung die verschiedenen Reaktionen hatten: Wie fühlte sich das Kind? Wie die Lehrperson? Welche Beziehung entstand?

Reflexion mithilfe von Impulsfragen

Nach den Übungen kann man mit Leitfragen arbeiten, z. B.:

Welche inneren Haltungselemente (Empathie, Wertschätzung, Vertrauen) stecken hinter „resilienischer Sprache“?

Wo in unserem Unterricht begegnen uns solche Situationen?

Was hindert uns daran, in solchen Momenten eine stärkende Haltung einzunehmen?

Wie können wir im Schulalltag Hilfspläne (Notfallpläne) entwickeln, wenn „rote Modus“-Situationen auftreten?

Langfristige Verankerung / Ritualisierung

Führe einen Wochenstart-Kreis ein, bei dem jede/r Schüler/in ein „schönes Erlebnis“ aus der Woche nennen darf (eine der grünen Karten, Variante) – damit wird eine Kultur der Anerkennung und des Blicks auf Positives etabliert.

Lege eine „Notfall-Box“ an: Die Klasse oder einzelne Schüler*innen können in Konflikt- oder Stressmomenten (rote Karten) sich eine Karte ziehen oder eine zuvor besprochene Strategie aus der Box nutzen.

Mache gelegentliche Reflexionsrunden, in denen Schülerinnen und Schüler berichten: „Wann hätte ich mir in dieser Woche / in dieser Unterrichtsstunde mehr Unterstützung bzw. stärkende Kommunikation gewünscht?“

Bezug zum religiösen/ethischen Kontext

Im Religionsunterricht kann man das Konzept von Resilienz mit biblischen Bildern und Inhalten verbinden: etwa mit biblischen Personen oder Geschichten, die Krisensituationen erlebt haben (Hiob, David & Goliath, Heilungsgeschichten, Jesus in der Wüste etc.). Dabei lässt sich fragen: Wie war deren innere Haltung? Wo liegt bei Gott / in der christlichen Tradition eine Perspektive der Stärkung und Begleitung? Auch lässt sich die Frage aufnehmen: Wie kann eine „gütige, stärkende Sprache“ in der Gemeinde bzw. im Miteinander gelebt werden?

Differenzierung & Anpassung

Je nach Altersstufe und Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler kann man Karten vereinfachen oder erweitern: Für jüngere Schülerinnen und Schüler könnten die Situationen reduziert und stärker konkretisiert werden; in höheren Klassen kann man an Metaebenen (z. B. institutionelle Barrieren, Machtverhältnisse) anknüpfen.

Digitale Variante / Hybridnutzung

Da du im Rahmen von RU-Digital arbeitest, kannst du die Karten auch digital bereitstellen (z. B. als PDF auf der Lernplattform), und die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Breakout-Räumen oder teilen via Videokonferenz ihre Gedanken. Du kannst virtuelle „Kartenziehungen“ vornehmen (z. B. Bildschirm teilen, Zufallsfunktion) und dann gemeinsam bearbeiten. Auch kann man ein Padlet oder Whiteboard nutzen, auf das die Schülerinnen und Schüler ihre „resilienischen Sätze“ oder Erfahrungen schreiben.

Wichtig ist, dass nicht nur die Technik genutzt wird, sondern dass wirklich Raum für Reflexion und Beziehung bleibt – das Kartenset ist kein „Fertiggerät“, sondern ein Hilfsmittel, das zur Stärkung von Haltung und Kommunikation wirken kann.

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