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Religionen und Weltanschauungen

Veröffentlichung:4.9.2025

Das Material „Religionen und Weltanschauungen“ führt Lernende an die religiöse Vielfalt heran und eröffnet einen sinnlich erfahrbaren Zugang zu den Gemeinsamkeiten und Besonderheiten der abrahamischen Religionen. Die Einheit umfasst die Themen „Jüdische Wegstationen Jesu“ sowie „Was abrahamische Religionen verbindet“. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Jesus als Jude gelebt hat und das Judentum seine religiösen Wurzeln bildet. Aufbauend darauf entdecken die Lernenden Gemeinsamkeiten zwischen Judentum, Christentum und Islam. Durch Rituale, Gebärden, Lieder, Rückengeschichten und vielfältige Wahrnehmungsangebote werden religiöse Traditionen über den Körper und die Sinne erfahrbar gemacht. Ziel ist es, Verständnis, Wertschätzung und Offenheit gegenüber unterschiedlichen Religionen zu fördern und Gemeinsamkeiten sichtbar werden zu lassen.

Das Kapitel lädt dazu ein, den Blick über die eigene religiöse Tradition hinaus zu weiten und sich mit der Vielfalt an Religionen und Weltanschauungen auseinanderzusetzen, die das Leben von Menschen weltweit prägen. Dabei wird deutlich, dass Religionen nicht allein Antworten auf Sinn- und Lebensfragen geben, sondern dass es daneben auch nicht-religiöse Weltanschauungen gibt, die Orientierung bieten und Werte vermitteln. Ob Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus oder Buddhismus – jede Religion hat ihre eigene Symbolsprache, ihre Rituale und ihre Sicht auf das Leben. Gleichzeitig vertreten Humanismus, Atheismus oder andere weltanschauliche Strömungen Vorstellungen, die den Menschen ohne Bezug auf Gott in den Mittelpunkt stellen.

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Das Material eignet sich besonders für einen inklusiven Religionsunterricht, da es religiöse Vielfalt über handlungsorientierte und basal perzeptive Zugänge erschließt. Die Lernenden begegnen den Inhalten nicht in erster Linie über abstrakte Sachinformationen, sondern über Rituale, Lieder mit Gebärden, Rückengeschichten und sinnliche Erfahrungen. Dadurch erhalten auch Lernende mit eingeschränkten sprachlichen oder kognitiven Voraussetzungen einen aktiven Zugang zu den Themen. Die Einheit knüpft an die bereits bekannte Person Jesu an und eröffnet von dort aus den Zugang zum Judentum. Anschließend werden Gemeinsamkeiten der abrahamischen Religionen erarbeitet und wertschätzend miteinander verglichen. Die Lehrkraft begleitet den Lernprozess dialogisch und unterstützt die Lernenden dabei, religiöse Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahrzunehmen, ohne diese zu bewerten. Die Rituale schaffen Orientierung und Sicherheit und fördern gleichzeitig Gemeinschaft und gegenseitigen Respekt. Das Material eignet sich sowohl für gemeinsame Unterrichtsphasen als auch für individuelle Lernangebote und kann durch Unterstützte Kommunikation, Symbole, Gebärden oder weitere Sinnesmaterialien differenziert werden. Auf diese Weise werden religiöse Bildung, interreligiöse Kompetenz, Empathie, Perspektivwechsel und die Wertschätzung religiöser Vielfalt gleichermaßen gefördert.

Im Unterricht eröffnet dieses Thema die Chance, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu erkennen, Vorurteile abzubauen und Respekt für andere Formen der Sinnsuche zu entwickeln. Schülerinnen und Schüler können erkunden, welche Symbole, Geschichten oder Feste in verschiedenen Religionen Bedeutung haben, und sie mit weltanschaulichen Konzepten vergleichen, die ganz andere Zugänge wählen. Wichtig ist dabei, dass keine Form von Glauben oder Nicht-Glauben bewertet, sondern im Gespräch ernst genommen wird. Didaktisch bietet es sich an, biografische Zugänge zu nutzen: Welche Erfahrungen machen die Lernenden selbst mit Religion oder Weltanschauung? Wo begegnen sie Vielfalt im Alltag? Welche Fragen stellen sich ihnen, wenn sie mit anderen Traditionen in Berührung kommen? Ziel ist es, die Jugendlichen zur Dialogfähigkeit und zu einer wertschätzenden Haltung gegenüber unterschiedlichen Überzeugungen zu befähigen.

Dieses Kapitel ist eng verbunden mit den Einheiten:
Religionen von Abraham: Was sie verbindet
Judentum und Islam.

Hier werden konkret zwei große Weltreligionen thematisiert, ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgestellt und ihr Bezug zum Christentum verdeutlicht.

Eingangsritual „Gott hält sie alle in der Hand“

Zu Beginn versammeln sich die Lernenden im Kreis. Das Ritual vermittelt Sicherheit und Orientierung und führt in das Thema religiöse Vielfalt ein. Die Lernenden erleben, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Religion in Gottes Hand geborgen sind. Das Ritual kann zu Beginn jeder Stunde wiederholt werden und schafft einen gemeinsamen Rahmen für die Unterrichtseinheit.


Lied mit Gebärden

Die Lernenden singen gemeinsam ein Lied und begleiten den Text mit Gebärden und Bewegungen. Durch die Verbindung von Sprache, Musik und Körperbewegung werden zentrale Aussagen über Jesus, das Judentum und die Gemeinsamkeiten der Religionen ganzheitlich erfahrbar. Auch Lernende mit eingeschränkten sprachlichen Möglichkeiten können sich aktiv beteiligen.


Jüdische Wegstationen Jesu

Ausgehend vom Leben Jesu lernen die Lernenden wichtige Stationen seines jüdischen Lebens kennen. Sie erfahren, dass Jesus als Jude gelebt hat und mit den religiösen Traditionen des Judentums aufgewachsen ist. Die einzelnen Stationen werden nicht nur erzählt, sondern mit Gegenständen, Gebärden und Wahrnehmungsangeboten verbunden, sodass die religiösen Inhalte sinnlich erlebt werden können.


Rückengeschichte

Die Geschichte wird durch achtsame Berührungen auf dem Rücken begleitet. Während die Lehrkraft erzählt, werden passende Bewegungen oder Berührungen ausgeführt, die einzelne Inhalte der Erzählung unterstützen. Dadurch wird die Geschichte körperlich erfahrbar und besonders für Lernende mit komplexem Unterstützungsbedarf zugänglich. Voraussetzung ist eine sensible und freiwillige Durchführung unter Beachtung der Regeln guter Berührung.


Was abrahamische Religionen verbindet

Im zweiten Teil der Einheit entdecken die Lernenden Gemeinsamkeiten von Judentum, Christentum und Islam. Sie vergleichen religiöse Symbole, Erzählungen und Glaubensinhalte und erkennen, dass alle drei Religionen auf Abraham Bezug nehmen. Im Mittelpunkt stehen nicht Unterschiede, sondern verbindende Elemente wie der Glaube an den einen Gott, gemeinsame biblische Personen sowie Werte wie Frieden, Nächstenliebe und Verantwortung. Die Inhalte werden über Bilder, Gespräche, Symbole und sinnliche Erfahrungen erschlossen.


Abschlussritual

Am Ende der Unterrichtseinheit wird das gemeinsame Lernen in einem Abschlussritual aufgegriffen. Die Lernenden erinnern sich an die Gemeinsamkeiten der Religionen, tauschen ihre Erfahrungen aus und erleben Gemeinschaft und gegenseitige Wertschätzung. Das Ritual schafft einen ruhigen Ausklang und greift die zentrale Botschaft des respektvollen Miteinanders noch einmal auf.


Insgesamt fördern die Materialien ein verständnisvolles Miteinander in religiös vielfältigen Lerngruppen. Die Lernenden entdecken das Judentum über die Person Jesu und entwickeln anschließend ein grundlegendes Verständnis für die Gemeinsamkeiten der abrahamischen Religionen. Durch Rituale, Gebärden, Musik, Rückengeschichten und weitere basal perzeptive Zugänge werden religiöse Inhalte für alle Lernenden erfahrbar und zugänglich.

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Andere Religionen (Hessen | Primarstufe 3/4).

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