RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft

Moschee Synagogen und Tempelpdagogik

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt die pädagogische Vermittlung von Moscheen, Synagogen und Tempeln im schulischen Kontext. Er untersucht, wie religiöse Stätten theoretisch verstanden werden können und welche methodischen Ansätze für deren Besuch geeignet sind. Dabei wird deutlich, dass moderne Religionswissenschaft religiöse Räume nicht mehr als universell heilige Orte versteht, sondern als kulturell konstruierte und kommunikativ aushandelte Räume. Der Artikel zeigt, dass die drei abrahamischen Religionen (Christentum, Judentum, Islam) Sakralräume eher dezent bewerten und stattdessen die Gemeinschaft oder das individuelle religiöse Verhalten in den Vordergrund stellen.

Products

Der Artikel von Karlo Meyer behandelt die theoretischen Grundlagen und methodischen Ansätze für den pädagogischen Besuch religiöser Stätten wie Moscheen, Synagogen und Tempel im schulischen Unterricht. Historisch betrachtet beruhten frühere Konzeptionen auf religionsphänomenologischen Ansätzen von Rudolf Otto und Mircea Eliade, die von universell heiligen Orten ausgingen, an denen sich Himmel und Erde verbinden. Diese Theorien werden seit den 2000er-Jahren jedoch wissenschaftlich nicht mehr vertreten. Der moderne Diskurs versteht religiöse Räume stattdessen als diskursive Konstruktionen, die auf kommunikativen Vereinbarungen beruhen und Machtfragen einbeziehen. Andreas Mertin entwickelt eine ästhetische Theorie, wonach religiöse Räume gezielt inszeniert sind und durch Wahrnehmungskonzentration wirken. Alle drei abrahamischen Religionen zeigen eine dezente oder kritische Haltung gegenüber der Sakralisierung von Räumen: Das Christentum betont, dass Gläubige selbst Gottes Tempel sind; das Judentum hat seit der Temperzerstörung die Synagoge als Versammlungs- und Lehrhaus redefiniert; der Islam betrachtet die gesamte Erde als potenzielle Moschee. Innerhalb jeder Religion gibt es zudem erhebliche konfessionelle und theologische Unterschiede bei der Bewertung von Sakralräumen. Der Artikel behandelt auch methodische Varianten für Besuche und die Bedeutung pädagogischer Formen an der Schwelle zur fremden Stätte sowie Alternativen zum direkten Besuch durch Materialien.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.