RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftMonika Tautz

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Monika Tautz

Abraham interreligiös

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel analysiert die Gestalt Abrahams in Judentum, Christentum und Islam und untersucht, wie diese drei Religionen eine gemeinsame Bezugsfigur unterschiedlich deuten. Während Abraham in allen drei Traditionen eine wichtige Rolle spielt, führt die vereinfachte Rede von den "abrahamitischen Religionen" oft zu einer Verschleierung tiefgreifender theologischer Unterschiede. Der Artikel zeigt auf, dass die oberflächliche Betonung gemeinsamer Wurzeln konkrete Konflikte um Deutungshoheit und Identität überlagert. Besonders die unterschiedlichen Interpretationen der Akeda (Bindung Isaaks) und die Rolle Abrahams als Vorbild verdeutlichen diese Differenzen zwischen den Traditionen.

Products

Der Artikel von Monika Tautz untersucht die Figur Abrahams im interreligiösen Kontext der drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam). Obwohl Abraham in Tenach, christlicher Bibel und Koran eine bedeutsame Gestalt des Glaubens darstellt, führt die gängige Rede von "abrahamischen Religionen" oder "abrahamischer Ökumene" zu einer problematischen Vereinfachung, die theologische Deutungsunterschiede und anhaltende Konflikte um Deutungshoheit verschleiert. Krochmalnik prägt dafür die Metapher der "Abraham-Formel", wonach Abraham als väterliche Autorität akzeptiert wird, während die Ansichten über seine spirituellen Nachkommen (Moses, Jesus, Muhammad) stark auseinandergehen. Im Judentum wird Abraham durch die zehn Prüfungen (Nissjonot) und besonders die Akeda (Bindung Isaaks) als Vorbild unbedingten Vertrauens auf Gott und Leidbewältigung gedeutet und ist zentral für jüdische Identität, Kult und Spiritualität. Die Bedeutung Abrahams lässt sich zwar nicht historisch-archäologisch belegen, prägt aber alle drei Traditionen tiefgreifend unterschiedlich. Der Artikel plädiert dafür, dass interreligiöse Lernprozesse in Kindergarten und Schule sowie theologischer Dialog die Unterschiede ernst nehmen müssen, statt sie durch Harmoniefiktionen zu überlagern. Besonders in der Akeda zeigen sich fundamentale Unterschiede in der theologischen Deutung zwischen jüdischer, christlicher und islamischer Tradition, die nicht einfach mit Familienmetaphern überbrückt werden können.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.