Für den Religionsunterricht bietet sich das Medium besonders für Unterrichtsvorhaben zu Gerechtigkeit, Menschenwürde, Bewahrung der Schöpfung, Weltkirche, christlicher Verantwortung und globaler Solidarität an. Obwohl der Baustein ursprünglich vor allem für den Erdkundeunterricht konzipiert wurde, nennt das Material selbst Religion und Ethik ausdrücklich als mögliche Anknüpfungsfächer. Ein geeigneter Einstieg besteht darin, zunächst die Lebenswelt der Lernenden mit den Lebensbedingungen im Tschad zu kontrastieren. Bilder, statistische Daten und das Material zur Schulsituation können dazu genutzt werden, Wahrnehmungen und spontane Fragen zu sammeln. Dabei sollte vermieden werden, den Tschad ausschließlich über Defizite, Armut und Hilfsbedürftigkeit darzustellen. Stattdessen können die Lernenden untersuchen, welche Handlungsmöglichkeiten Menschen vor Ort entwickeln und welche Bedeutung Eigeninitiative, gemeinschaftliche Organisation und gegenseitige Verantwortung besitzen. Die Getreidebanken eignen sich dafür besonders gut, weil sie Hilfe nicht lediglich als Versorgung von außen zeigen, sondern die zunehmende Selbstständigkeit der Dorfgemeinschaften sichtbar machen. Das Projekt ist darauf ausgerichtet, dass eine Getreidebank nach einigen Jahren autonom arbeitet und externe Zuschüsse mit wachsender Eigenständigkeit zurückgehen. Methodisch kann die Erarbeitung arbeitsteilig erfolgen. Kleingruppen beschäftigen sich beispielsweise mit der Funktionsweise einer Getreidebank, den Ursachen von Hunger, der Rolle von AURA, der Beteiligung der Dorfbevölkerung, Bildung und Ausbildung oder den Wirkungen des Projekts. Das Material selbst schlägt hierfür eine journalistische Recherche vor, deren Ergebnisse visualisiert und der Lerngruppe präsentiert werden können. Für den Religionsunterricht sollte anschließend eine ethische und theologische Vertiefung erfolgen. Die Lernenden können das Recht auf Nahrung mit Vorstellungen von Menschenwürde und Gerechtigkeit verbinden und fragen, welche Verantwortung Einzelne, Kirche, Staat und internationale Gemeinschaft gegenüber Menschen tragen, deren grundlegende Lebensbedürfnisse nicht gesichert sind. Eine weitere Vertiefung ermöglicht das im Medium vorgestellte Leitbild nachhaltiger Entwicklung. Wirtschaft, Soziales, Politik und Umwelt werden dabei gemeinsam betrachtet und mit weltweiter Gerechtigkeit sowie der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen verbunden. Religionsdidaktisch ergiebig ist außerdem die Zusammenarbeit von Christen und Muslimen innerhalb des Projekts. Die Lernenden können untersuchen, weshalb die Sicherung menschlicher Grundbedürfnisse eine gemeinsame Aufgabe über Religionsgrenzen hinweg sein kann und welche Rolle Religion für gesellschaftliche Verantwortung und praktizierte Solidarität spielt. Abschließend empfiehlt sich eine urteilsorientierte Phase, in der Kriterien für verantwortungsvolle Entwicklungszusammenarbeit formuliert und anschließend auf die Getreidebanken angewendet werden. Die Lernenden können beurteilen, ob das Projekt Selbstständigkeit ermöglicht, die Betroffenen beteiligt, langfristig wirkt, lokale Strukturen stärkt und soziale sowie ökologische Bedingungen berücksichtigt. Eine handlungsorientierte Abschlussphase kann die Frage aufnehmen, welche Formen globaler Verantwortung im eigenen Alltag möglich und sinnvoll sind. Damit führt das Medium vom Wahrnehmen über das Erkennen und Bewerten zum reflektierten Handeln und verhindert zugleich, dass Solidarität auf bloße Spendenbereitschaft verkürzt wird.
Der Einstieg gelingt über einen Web-Recherche Auftrag. Die Lernenden vergleichen den Tschad mit Deutschland. Dies gelingt anhand einer Reihe von Links und eines Materials mit einer Frageliste. Dabei wird auch der Vorgang der Recherche thematisiert. Dies kann zuhause oder im PC Raum erfolgen. Nach der gemeinsamen Sammlung werden die beiden Staaten in zentralen Punkten über eine Tabelle gegenübergestellt. Anzeichen von Armut werden dem Vergleich entnommen und nacheinander bearbeitet. Bildung ist dabei der erste Themenkomplex. Die Lernbedingungen werden festgestellt und mit den deutschen Bedingungen bezogen auf Klassengemeinschaft, Lernklima und Klassengröße verglichen. In einem weiteren Schritt wird der Begriff Nachhaltigkeit über die Beziehungen zwischen Sozialem, Umwelt, Wirtschaft und Politik erarbeitet. Als Beispiel dazu dient die Erdölförderung im Tschad. Das daraus generierte Wirtschaftswachstum kann für soziale und Umweltprojekte eingesetzt werden. Stattdessen wird es jedoch in Rüstung umgesetzt und wird durch Korruption veruntreut. Auch hier zeigt ein Lehrermaterial die Lösung auf. Hunger und Ernährungssicherheit bilden den nächsten Themenkomplex. Dazu wird in Gruppenarbeit ein zehn Punkte Plan der Bundesregierung in Webrecherche analysiert und mithilfe von links auf Umsetzbarkeit geprüft. In einem weiteren Schritt werden die Wasserknappheit in der Sahelzone und mögliche Hilfsmaßnahmen untersucht. Dazu werden auch Materialien zu Wasserverschmutzung und Überschwemmungen sowie deren Folgen für die Bevölkerung ausgewertet. Getreidebanken stellen Saatgut zur Verfügung und ermöglichen die Anpassung an sich ändernde Umweltbedingungen. Dazu wird in Gruppenarbeit durch Web-Recherche die Arbeitsweise solcher Banken erschlossen. Die Präsentation kann in Form von Hausarbeiten und Referaten geschehen. Auch weniger zeitintensive Formen sind möglich. Schlechte Regierungsführung/Gute Regierungsführung sind der nächste Themenkomplex. In diesem Schritt wird die Entwicklungszusammenarbeit bezogen auf schlechte und gute Regierungsführung untersucht. Dabei wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, den die Regierung des Tschad umsetzen müsste, um die angesprochenen Probleme zu beheben. Ein weiteres Material zeigt auf, wie dies Misereor gelungen ist. Das nächste angesprochene Problemfeld ist mangelnde Liquidität von Bauern und Wucher. Getreidebanken stellen Saatgetreide zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung. Der Kreislauf aus Umweltzerstörung, Verschuldung und Schuldknechtschaft wird erarbeitet und Wege zu seiner Unterbrechung festgestellt. In einem weiteren Schritt wird untersucht welche Charakteristiken ein gutes Entwicklungsprojekt ausmachen. Es wird ein Zitat ausgewählt und dazu werden Pro- und Contra-Argumente entwickelt. Abschließend wird die eigene Aktion thematisiert. Ein Fragebogen zu zehn Punkten wird ausgefüllt, wobei eigenes Handeln, mögliches Handeln oder das Ablehnen der Aktion möglich ist. Die Aktionen werden auf ihre Durchführbarkeit und Herausforderungen untersucht. Möglichkeiten reichen von eigenem Energiesparen und Verzicht auf Autofahrten bis zu regelmäßigem ehrenamtlichem/politischem Engagement und Protestaktionen.