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Leibniz Institut | Georg Eckert Institut | Zwischentönebpb

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Kolonialkrieg in DeutschSüdwestafrika

(1904-1907/8) Zum Umgang mit der kolonialen Vergangenheit

Veröffentlichung:1.1.2021

Die Unterrichtseinheit "Kolonialkrieg in Deutschsüdwestafrika" mit 39 Seiten und sechzehn Materialien untersucht in vier Stunden die Kolonialpolitik Deutschlands und deren menschenverachtendes Verhalten, dass ich in keiner Weise von englischen oder französischen Vorgehensweisen unterschied. Dabei wird das Thema multiperspektivisch vor dem Hintergrund der deutschen Besatzung und der einheimischen Bevölkerung erarbeitet.


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Der Einstieg gelingt über die Analyse eines Reiterdenkmals. Es stellt den heroischen Kampf deutscher Truppen gegen die schlecht bewaffnete und völlig unterlegene einheimische Bevölkerung da. Dieser Widerspruch wird entdeckt und dekonstruiert. Der Perspektivwechsel zwischen Siegern und besiegten wird nachvollzogen. Dieser multiperspektivische Ansatz stärkt die Kritikfähigkeit gegenüber Propaganda. Im weiteren Verlauf wird der Umgang mit einem solchen Denkmal diskutiert.

Im nächsten Schritt werden in Gruppenarbeit Textquellen aus M4 bis M8 analysiert. Die sind Originalquellen aus dem deutschen Generalstab, dem Reichstag und Zeitzeugenberichte. Ein Glossar erklärt die notwendigen Fachbegriffe. Das Setting nutzt erneute Multiperspektivität. Ein Material ermöglicht die Anwendung von Expertengruppen. Dort werden die Perspektiven der jeweiligen Akteure eingetragen und danach im Plenum verglichen.

In der zweiten Stunde wird in Gruppenarbeit über Material 10 bis 13 der Umgang mit dem Denkmal diskutiert. Hier zu liegen eine Rede zu einem Feiertag, ein Zeitungsartikel zu einer Rede des Bundespräsidenten, ein Auszug aus einer Bundespressekonferenz und ein Video mit den Perspektiven von Nachfahren der ermordeten Herero aus Namibia vor. Die Perspektiven der Autoren werden verglichen. Die Adressaten der Quellen und die Darstellung der Aktion der Kolonialregierung vor dem Hintergrund von Völkermord wird thematisiert. Im Material reichen die Perspektiven der Quellen vom Feiern der deutschen Kolonialgeschichte biss zur klaren Benennung des Völkermordes durch die Nachfahren der Herero. Im Anschluss wird moralisch historische Schuld thematisiert. Ein Artikel definiert den Begriff Völkermord. Auch der Umgang mit Reparationszahlungen in den Quellen wird untersucht.

In der dritten Stunde werden unterschiedliche Perspektiven des Konfliktes anhand von zeitgenössischen Aufnahmen und Bildern untersucht. Diese Bilder geben ebenfalls die unterschiedlichen Perspektiven der deutschen Truppen und der Verfolgten Herero wieder. In einigen Bildern werden die Deutschen als heldenhafte Verteidiger oder Eroberer dargestellt werden. In anderen Bildern wird der Völkermord an den Herero klar erkennbar. Dort wird ein unbewaffneter Körper eines ermordeten Herero von Geiern umkreist. Auf einem weiteren Bild wird ein ebenfalls unbewaffneter Herero von mehreren deutschen Reitern verfolgt. Er ist absolut chancenlos gegen die Übermacht. Die technologische Überlegenheit der deutschen Truppen wird auf einem anderen Bild mit einem Maschinengewehr dargestellt. Herero mit Frontladern aus dem 18. Jahrhundert kämpfen gegen modernste deutsche Waffen. Welche der beiden Parteien in so einem Setting Mut zum Kampf aufbringen musste, kann ebenfalls diskutiert werden. Der Widerstand der Herero gegen die technische und taktische Übermacht der professionellen deutschen Truppen kann in jedem Fall eher als heroisch gewertet werden. Auch vor diesem Hintergrund kann das Denkmal neu bewertet werden.

In der vierten Stunde entsteht in Gruppenarbeit ein Zeitungsartikel, der auch die Bilder als Illustrationen nutzt. Hierzu ist eine detaillierte Arbeitsanleitung enthalten. Im Artikel wird die Forderung nach Reparationen dargestellt. Die eigenen Ergebnisse werden im Plenum verlesen, die Argumentation und die ausgewählten Bilder werden begründet.

Material:

M1: Impuls – Reiterdenkmal in Windhoek

M2: Inschrift – Reiterdenkmal in Windhoek

M3: Glossar – Zur Begriffserklärung

M4: Textquelle – Der Trotha-Befehl

M5: Textquelle – Aus dem Bericht des Generalstabs

M6: Textquelle – Auszüge aus einer Reichstagsrede

M7: Textquelle – Zeitzeugenbericht von Samuel Kariko

M8: Arbeitsblatt – Perspektiven historischer Akteure

M9: Definition – Völkermord

M10: Textquelle – Rede zu einer Gedenkfeierlichkeit

M11: Textquelle – Zeitungsartikel

M12: Textquelle – Bundespressekonferenz

M13: Video – Colonial Genocide in Namibia

M14: Arbeitsblatt – Aktuelle Perspektiven

M15: Bilder – Die Darstellung des Deutsch-Herero-Krieges

M16: Arbeitsauftrag – Die Darstellung des Deutsch-Herero-Krieges

Medien, die Teil des aufgelisteten Materials sind und in weiteren Kontexten Verwendung finden können.

Deutsche Welle

7.2.2022

Umfang: Anregung

Schulbereich: Sekundarstufe II

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q4 Kirche – Gemeinde Jesu Christi

Q4.4 Kirche im Wandel der Zeit.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 12/1 Jesus Christus und die Kirche

12.1 / 6. Inkulturation und Abschied vom Eurozentrismus: Impulse aus den jungen Kirchen.

Sekundarstufe II | 13 Der Mensch und seine Zukunft - Die Zukunft der Menschheit

13 / 5. Hoffnungen, Visionen, Entwürfe, Utopien.

Text, Bild

urheberrechtlich geschützt

7.2.2022

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Unterrichtseinheit

Menschen & Welt

Suchen, Verarbeiten und Aufbewahren ,Kommunizieren und Kooperieren ,Produzieren und Präsentieren

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