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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftLukas Steinbeck

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Lukas Steinbeck

Kolonialgeschichte kirchengeschichtsdidaktisch

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel untersucht, wie Kolonialgeschichte in der religionspädagogischen Lehre behandelt werden kann und sollte. Ausgehend von aktuellen gesellschaftlichen Debatten um Denkmäler und Straßennamen zeigt der Autor, dass koloniale Strukturen bis heute nachwirken. Der Artikel legt dar, dass christliche Missionen eng mit dem europäischen Kolonialismus verbunden waren, und fragt, welche didaktischen Grundlagen nötig sind, um dieses Thema im Religionsunterricht angemessen zu vermitteln.

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Lukas Steinbeck analysiert in diesem WiReLex-Artikel die Bedeutung von Kolonialgeschichte für die kirchengeschichtliche Didaktik. Er verdeutlicht zunächst an aktuellen gesellschaftlichen Beispielen – wie Debatten um Denkmäler, Straßenumbenennungen und literarische Aufarbeitungen – dass koloniale Vergangenheit weiterhin präsent und relevant ist. Der Autor definiert zentrale Konzepte wie Kolonisation, Kolonie und Kolonialismus und verweist auf die besondere Intensität europäischer Kolonialexpansion seit dem 16. Jahrhundert, mit Fokus auf das Deutsche Reich im 19. Jahrhundert. Ein Kernanliegen ist die enge Verflechtung von Kolonialismus und christlicher Mission, die im Missionszeitalter oft als kulturelle Rechtfertigung kolonialen Handelns dienten. Steinbeck betont, dass trotz wichtiger wissenschaftlicher Aufarbeitung durch den Postcolonial Turn und Critical Whiteness Studies Kolonialgeschichte im deutschen Religionsunterricht bislang kaum verankert ist, obwohl sie in anderen Fächern zunehmend Raum gewinnt. Der Artikel argumentiert für eine reflektierte Behandlung kolonialgeschichtlicher Inhalte in der kirchengeschichtsdidaktik und stellt die Frage nach angemessenen historischen und didaktischen Grundlagen. Dabei werden Fragen von Entschädigung, Aufarbeitung und postkolonialer Erinnerungskultur als zentral für gegenwärtige Lernprozesse identifiziert. Der Autor plädiert für eine kritische, mehrperspektivische Auseinandersetzung, die sowohl historische Komplexität als auch aktuelle Dekolonisierungsprozesse berücksichtigt.

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12.5.2026

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