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Desinformation und Desinformationsresilienz

Veröffentlichung:1.1.2023

Der Fachartikel „Desinformation und Desinformationsresilienz“ von André Schülke und Alexander Filipović umfasst etwa 7 Seiten. Der Artikel untersucht die Wirkung von Desinformation auf Individuen und Gesellschaften sowie Möglichkeiten der Abwehr durch Medienkompetenz und Resilienz. Die Autoren zeigen, wie Desinformationskampagnen Ängste, Ressentiments und Verschwörungsmentalitäten nutzen, um demokratische Gesellschaften zu destabilisieren. Theologische Probleme des Artikels sind Fragen nach Wahrheit und Lüge, Verantwortung, Menschenbild, Manipulation, Angst, Vertrauen, Gemeinschaft sowie ethische Verantwortung im Umgang mit Medien und Informationen.

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André Schülke und Alexander Filipović beschäftigen sich mit der Frage, wie Desinformation moderne Gesellschaften beeinflusst und wie Menschen gegen Manipulation widerstandsfähig werden können. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Menschen heute stark auf Informationen aus Medien angewiesen sind, da sie die meisten Ereignisse nicht selbst erleben können. Dadurch entsteht die Gefahr, dass falsche oder manipulative Informationen das Weltbild von Menschen beeinflussen.

Die Autoren definieren Desinformation als absichtlich verbreitete falsche oder irreführende Information, die politischen, wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Schaden verursachen soll. Besonders problematisch wird Desinformation, wenn sie systematisch eingesetzt wird, um demokratische Gesellschaften zu destabilisieren. Ziel solcher Kampagnen ist es, das Vertrauen in Institutionen, Medien und gesellschaftliche Ordnung zu untergraben.

Im Zentrum des Artikels steht das Konzept der mentalen Modelle der Realität. Menschen entwickeln innere Vorstellungen davon, wie die Welt funktioniert. Diese mentalen Modelle helfen dabei, Informationen einzuordnen und Entscheidungen zu treffen. Desinformationskampagnen versuchen laut den Autoren, diese Modelle gezielt zu beeinflussen und nichtrationale Weltbilder zu fördern.

Die Autoren unterscheiden verschiedene Ebenen der Informationsverarbeitung. Rationales Denken basiert auf Reflexion, Überprüfung und kritischer Analyse. Nichtrationale Modelle dagegen beruhen stärker auf Emotionen, Verschwörungserzählungen oder mythischen Vorstellungen. Besonders gefährlich wird dies, wenn Menschen aufgrund von Angst, Unsicherheit oder Ressentiments in solche Denkmuster zurückfallen.

Ein wichtiger Begriff des Artikels ist die sogenannte Regression. Damit ist gemeint, dass Menschen unter emotionalem Druck weniger rational denken und stärker auf einfache Erklärungen zurückgreifen. Desinformationskampagnen nutzen gezielt solche Regressionstrigger wie Angst, Unsicherheit oder Ressentiments. Besonders häufig werden Bedrohungsszenarien zu Krieg, Krankheit oder gesellschaftlichem Zerfall eingesetzt. Dadurch entstehen Verschwörungserzählungen und Feindbilder.

Die Autoren zeigen außerdem, dass soziale und wirtschaftliche Unsicherheit Menschen anfälliger für Desinformation macht. Wenn Menschen sich ohnmächtig fühlen oder das Vertrauen in demokratische Institutionen verlieren, suchen sie häufiger nach einfachen Erklärungen und autoritären Lösungen. Dadurch können sich nichtrationale Weltbilder verbreiten.

Als wichtigste Gegenstrategie beschreiben die Autoren die Förderung von Desinformationsresilienz. Diese besteht darin, Menschen zu befähigen, Manipulationsversuche zu erkennen und kritisch zu hinterfragen. Besonders wichtig ist dabei Medienkompetenz. Menschen sollen lernen, Informationen zu prüfen, Quellen kritisch zu bewerten und Fakten von Meinungen oder Lügen zu unterscheiden.

Medienkompetenz umfasst nach Ansicht der Autoren nicht nur technisches Wissen, sondern auch verantwortungsvolle Mediennutzung. Menschen tragen Verantwortung dafür, welche Informationen sie konsumieren und weiterverbreiten. Deshalb müssen Bildungsprozesse frühzeitig die Fähigkeit fördern, rational zu denken, Quellen zu überprüfen und eigene Urteile kritisch zu reflektieren.

Abschließend betonen die Autoren, dass Desinformationsresilienz eine zentrale Voraussetzung für offene und demokratische Gesellschaften ist. Schulen, Medien und politische Institutionen müssen gemeinsam daran arbeiten, Medienkompetenz zu stärken und gesellschaftliche Unsicherheiten zu verringern. Nur dadurch können Menschen langfristig gegen Desinformation und Manipulation geschützt werden.

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