RU-digitalRU-digital-logo
Prof. Dr. Harald Seubert

Prof. Dr. Harald Seubert

Dialektik: Gegensätze verbinden sich, aber wie?

Veröffentlichung:15.7.2020

Das Video widmet sich Platons späten Dialogen Sophistes und Politikos und zeigt, wie der Philosoph sein Denken zunehmend auf die begriffliche Klärung von Wirklichkeit, Wahrheit und politischer Verantwortung ausrichtet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Wahrheit von Täuschung und Schein unterschieden werden kann. Platon entwickelt hierzu eine differenzierte Analyse grundlegender Begriffe wie Sein, Werden, Bewegung, Ruhe, Einheit und Vielheit. Zugleich untersucht er die Unterschiede zwischen Philosoph, Sophist und Staatsmann. Während der Sophist den Schein der Wahrheit nutzt, um zu überzeugen, sucht der Philosoph nach wahrer Erkenntnis. Der Staatsmann wiederum erscheint als Vermittler, der unterschiedliche Interessen zusammenführt und ein Gemeinwesen verantwortungsvoll gestaltet. Das Video verdeutlicht, wie Platon philosophisches Denken nicht nur als theoretische Tätigkeit versteht, sondern als praktische Orientierung für Politik, Gesellschaft und menschliches Zusammenleben.

Dass wir erkennen können, hängt von der Beziehung von Wahrnehmung und Erfahrung auf Kategorien ab. Nicht nur Erfahrungen müssen sich verbinden, sondern die Überbegriffe und Leitlinien, nach denen wir sie ordnen. Was sich auf dieser Ebene verbindet und was nicht (Werden-Vergehen; Sein-Nichts; Bewegung-Ruhe), das hat Platon in seinen großen Spätdialogen vor allem im ‚Sophistes‘ und im ‚Politikos‘ untersucht. Damit hat er eine Kernmethode der Philosophie entwickelt: die Dialektik In engstem Zusammenhang damit steht die Unterscheidung von Wahrheit und Täuschung.



Products

Das Video eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Oberstufe sowie für die Fächer Ethik, Philosophie und Sozialkunde. Es bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte zur Förderung von Urteilsfähigkeit, Medienkompetenz und politischer Bildung. Ausgehend von Platons Unterscheidung zwischen Wahrheit und Schein können Lernende aktuelle Phänomene wie Desinformation, Manipulation, populistische Rhetorik oder den Einfluss sozialer Medien analysieren. Die Figur des Sophisten eröffnet die Möglichkeit, über den verantwortungsvollen Umgang mit Sprache, Argumentation und Wahrheit nachzudenken. Methodisch bieten sich Debatten, Rollenspiele oder Analysen politischer Reden an, bei denen Lernende zwischen überzeugender Darstellung und sachlicher Wahrhaftigkeit unterscheiden lernen. Der Dialog Politikos ermöglicht darüber hinaus eine intensive Auseinandersetzung mit der Frage nach guter politischer Führung. Lernende können Kriterien für verantwortungsvolle Politik entwickeln und diskutieren, welche Fähigkeiten politische Entscheidungsträger benötigen. Besonders gewinnbringend ist die Arbeit mit Fallbeispielen aus Politik, Gesellschaft oder Schule, bei denen Prozesse des Verbindens und Unterscheidens nachvollzogen werden können. Auch die von Platon verwendeten Bilder des Webens und Heilens bieten kreative Zugänge, um Gemeinschaft, Integration, Konfliktlösung und Verantwortung zu reflektieren. Das Medium fördert die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge begrifflich zu erfassen, ethisch zu beurteilen und eigene Positionen argumentativ zu vertreten. Es eignet sich daher hervorragend für Unterrichtseinheiten zu Wahrheit, Verantwortung, Demokratie, Gemeinwohl und philosophischer Lebensführung.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe II | Q3 Ethik – die Frage nach Gut und Böse

Q3.1 Moralisch argumentieren – Modelle der Ethik.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe II | 12/2 Gutes Handeln unter dem Anspruch des Christseins

12.2 / 1. Grundzüge christlicher Moral im Kontext philosophischer Ethik.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.