Das Video widmet sich Platons späten Dialogen Sophistes und Politikos und zeigt, wie der Philosoph sein Denken zunehmend auf die begriffliche Klärung von Wirklichkeit, Wahrheit und politischer Verantwortung ausrichtet. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Wahrheit von Täuschung und Schein unterschieden werden kann. Platon entwickelt hierzu eine differenzierte Analyse grundlegender Begriffe wie Sein, Werden, Bewegung, Ruhe, Einheit und Vielheit. Zugleich untersucht er die Unterschiede zwischen Philosoph, Sophist und Staatsmann. Während der Sophist den Schein der Wahrheit nutzt, um zu überzeugen, sucht der Philosoph nach wahrer Erkenntnis. Der Staatsmann wiederum erscheint als Vermittler, der unterschiedliche Interessen zusammenführt und ein Gemeinwesen verantwortungsvoll gestaltet. Das Video verdeutlicht, wie Platon philosophisches Denken nicht nur als theoretische Tätigkeit versteht, sondern als praktische Orientierung für Politik, Gesellschaft und menschliches Zusammenleben.
Dass wir erkennen können, hängt von der Beziehung von Wahrnehmung und Erfahrung auf Kategorien ab. Nicht nur Erfahrungen müssen sich verbinden, sondern die Überbegriffe und Leitlinien, nach denen wir sie ordnen. Was sich auf dieser Ebene verbindet und was nicht (Werden-Vergehen; Sein-Nichts; Bewegung-Ruhe), das hat Platon in seinen großen Spätdialogen vor allem im ‚Sophistes‘ und im ‚Politikos‘ untersucht. Damit hat er eine Kernmethode der Philosophie entwickelt: die Dialektik In engstem Zusammenhang damit steht die Unterscheidung von Wahrheit und Täuschung.