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Resilienz

Normativ durchdacht Transformativ entwickelt

Veröffentlichung:1.1.2023

Der Fachartikel „Resilienz: normativ durchdacht, transformativ entwickelt“ von Kerstin Schlögl Flierl umfasst etwa 7 Seiten. Der Artikel beschäftigt sich mit dem Begriff der Resilienz und dessen Bedeutung für Gesellschaft, Ethik und Friedensarbeit. Die Autorin zeigt, dass Resilienz nicht nur Widerstandskraft bedeutet, sondern auch Anpassung und gesellschaftliche Transformation umfasst. Theologische Probleme des Artikels sind die Fragen nach Frieden, Gewalt, Solidarität, Vulnerabilität des Menschen, Friedensspiritualität, Verantwortung sowie dem gerechten Frieden angesichts des Ukrainekrieges.

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Kerstin Schlögl Flierl beschreibt Resilienz als einen vielschichtigen Begriff, der in gegenwärtigen Krisendiskursen eine wichtige Rolle spielt. Der Begriff wird in unterschiedlichen Bereichen verwendet, etwa im Zusammenhang mit Klimakrise, gesellschaftlichen Krisen oder politischen Konflikten. Die Autorin betont, dass Resilienz nicht nur die Fähigkeit meint, nach einer Krise in den alten Zustand zurückzukehren, sondern auch Anpassung und Veränderung einschließt.

Zunächst erklärt der Artikel verschiedene Formen von Resilienz. Eine einfache Resilienz zielt vor allem darauf ab, bestehende Zustände zu erhalten und nach Krisen wiederherzustellen. Reflexive oder transformative Resilienz dagegen möchte aus Krisen lernen und gesellschaftliche Veränderungen ermöglichen. Die Autorin hebt hervor, dass Resilienz nicht allein auf einzelne Menschen bezogen werden darf. Neben individueller Resilienz müssen auch gesellschaftliche und strukturelle Bedingungen betrachtet werden.

Im Zusammenhang mit der Klimakrise kritisiert die Autorin eine zu starke Konzentration auf individuelle Anpassungsleistungen. Wenn nur Einzelpersonen Verantwortung übernehmen sollen, geraten grundlegende gesellschaftliche Veränderungen aus dem Blick. Deshalb fordert sie eine Transformation gesellschaftlicher Strukturen und Lebensweisen. Resilienz soll nicht nur Probleme verwalten, sondern Ursachen von Krisen verändern.

Ein weiterer Schwerpunkt des Artikels liegt auf dem Verhältnis von Resilienz und Vulnerabilität. Vulnerabilität beschreibt die grundsätzliche Verletzlichkeit aller Menschen. Diese Verletzlichkeit gehört nach Ansicht der Autorin zur menschlichen Existenz und darf nicht als Schwäche einzelner Gruppen verstanden werden. Daraus ergibt sich ein Anspruch auf Solidarität und Gerechtigkeit für alle Menschen. Resilienz bedeutet deshalb nicht die Vermeidung aller Verletzlichkeit, sondern die Fähigkeit, trotz Krisen und Verletzungen ein gelingendes Leben zu ermöglichen.

Die Autorin verbindet den Resilienzgedanken anschließend mit Spiritualität. Spiritualität wird dabei nicht oberflächlich verstanden, sondern als tiefgehende Haltung, die Menschen zu Veränderung und Verantwortung befähigt. Besonders wichtig ist ihr die Friedensspiritualität. Diese soll Menschen dazu anregen, aktiv über Krieg, Gewalt und Frieden nachzudenken und sich nicht an Krieg und Leid zu gewöhnen. Friedensspiritualität bedeutet deshalb nicht nur Gebete oder Rituale, sondern eine bewusste Haltung der Aufmerksamkeit, Kritikfähigkeit und Verantwortung.

Im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg fordert die Autorin eine aktive Friedenshaltung. Menschen sollen ihre eigene Mitverantwortung reflektieren, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch beobachten und sich nicht an Gewalt gewöhnen. Dabei stellt sie das Konzept des gerechten Friedens in den Mittelpunkt. Dieses geht über die ältere Vorstellung des gerechten Krieges hinaus, weil nicht nur die Rechtfertigung von Gewalt, sondern vor allem die Verhinderung von Gewalt und die Schaffung gerechter Strukturen im Mittelpunkt stehen.

Abschließend betont die Autorin, dass Frieden als dauerhafte gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden muss. Resilienz bedeutet in diesem Zusammenhang, solidarisch zu handeln, Hoffnung zu bewahren und gesellschaftliche Veränderungen aktiv mitzugestalten.

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