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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftMirjam Schambeck

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Mystagogisches Lernen

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel erläutert das Konzept des mystagogischen Lernens als zentrales Anliegen der Religionspädagogik, das sich mit der Frage auseinandersetzt, wie Menschen Gott begegnen können. Das mystagogische Lernen wurzelt in der antiken Mysterienreligion und wurde durch Karl Rahners Appell nach einer "neuen Mystagogie" 1966 in der modernen Theologie wiederbelebt. In der Religionspädagogik haben sich drei unterschiedliche Verständigweisen entwickelt: die liturgisch-sakramentale, die katechetische und die transzendentale Mystagogie, wobei letztere das Lernen als kritisch-produktive Korrelation von Gottesfrage und Subjekt versteht. Das mystagogische Lernen zielt darauf ab, dass Lernende eine eigene, begründete Position zur Gottesfrage entwickeln.

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Das mystagogische Lernen ist ein Containerbegriff der Religionspädagogik, der sich mit der Thematisierung der Gottesfrage befasst und deren Kernfunktion für die Religionsdidaktik widerspiegelt. Der Begriff "Mystagogia" stammt aus antiken Mysterienreligionen und bezeichnete die Einweihung in heilige Geheimnisse, wurde aber schon in der Alten Kirche umfassender verstanden als Frage danach, wie Menschen Gott begegnen können. Karl Rahner griff dieses Phänomen 1966 auf und forderte eine "neue Mystagogie", die Gottrede nicht auf überholte Formelsprache reduziert und Glauben nicht nur als Für-Wahr-Halten von Dogmen begreift. In der religionspädagogischen Theoriebildung haben sich drei grundlegende Lesarten herausgebildet: Die liturgisch-sakramentale Mystagogie konzentriert sich auf Sakramente und liturgische Feiern oder auf die Sakramentalität der Wirklichkeit; die katechetische Mystagogie versteht Gottesfrage und Glaube als fremde Welt, die eine Neuorientierung des Selbst- und Weltbildes ermöglicht; die transzendentale Mystagogie, die dominant seit 20 Jahren in der Religionspädagogik verankert ist, denkt mystagogisches Lernen als korrelative Beziehung zwischen Gottesfrage und lernenden Subjekten. Diese transzendentale Mystagogie berücksichtigt sowohl die Vieldimensionalität der Gottrede in der jüdisch-christlichen Tradition als auch die Lebenswelt, religiösen Artikulationen und Gottesbezüge der Lernenden selbst. Mystagogisches Lernen ereignet sich in schulischen und außerschulischen Kontexten und versucht, durch die explizite Auseinandersetzung mit der Gottesfrage eine begründete eigene Position der Schülerinnen und Schüler zu entwickeln.

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