RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftMonika TautzKarlo Meyer

WiReLex | Deutsche Bibel Gesellschaft,

Monika Tautz,

Karlo Meyer

Gewalt als Thema der abrahamischen Religionen

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel untersucht das Verhältnis von Gewalt und abrahamischen Religionen. Er zeigt, dass Gewalt sowohl als Macht- und Herrschaftsbefugnis als auch als destruktive Kraft verstanden werden kann. Während Religionen den Anspruch erheben, friedfertig zu sein, lässt sich historisch und gegenwärtig ein Gewaltpotenzial in religiösen Kontexten beobachten. Der Artikel argumentiert, dass diese Spannung durch die Art der Textinterpretation heiliger Schriften und durch das Zusammenspiel mit historischen, sozialen und politischen Faktoren erklärbar ist.

Products

Der Artikel von Meyer und Tautz analysiert das komplexe Verhältnis zwischen Religion und Gewalt in den abrahamischen Religionen. Ausgehend von der etymologischen Doppeldeutigkeit des Gewaltbegriffs (potestas vs. vis/violentia) wird dargelegt, dass die Eindämmung von Gewalt als Ziel aller großen Religionsgemeinschaften gilt. Der Artikel kritisiert Jan Assmanns These einer dem Monotheismus eigenen "Sprache der Gewalt" und argumentiert stattdessen, dass alle Religionen zu verschiedenen Zeiten in gewaltsame Konflikte verwickelt waren. Ein zentrales Konzept ist die Ambivalenz des Religiösen: Religionen können sowohl konfliktverschärfend als auch konfliktlösend wirken. Entscheidend ist die Frage, wie religiöse Texte und Traditionen interpretiert werden, insbesondere wie das Zentrum einer Tradition lokalisiert wird. Die Barmherzigkeit im Islam oder Gott als Liebe im Christentum können als Deutungsmitte dienen, um gewaltreduzierenде Traditionen hervorzuheben. Diese Interpretationen sind jedoch nicht nur innerreligiös, sondern auch von historischen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Bedingungen abhängig. Der Artikel betont, dass Religionen auf das Recht angewiesen sind, um Formen gewalttätiger Gewalt einzudämmen und Konflikte zu lösen. In pluralen und heterogenen Gesellschaften gewinnt die pazifizierеnde Funktion des Rechts als Konfliktlösungsinstrument zunehmend an Bedeutung.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.