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Uni Auditorium - Wissen online

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Religiöse Gewalt

Veröffentlichung:9.3.2017

Das Video setzt sich mit der Frage auseinander, welche Rolle Gewalt in den monotheistischen Religionen spielt. Ausgehend von historischen und religionswissenschaftlichen Überlegungen wird zwischen unterschiedlichen Formen von Gewalt unterschieden und insbesondere die Entstehung religiös begründeter Gewalt untersucht. Der Vortrag erläutert zentrale Begriffe wie Monotheismus, Bund, Gesetz, Offenbarung und Gottes Eifersucht und analysiert ausgewählte Texte der Hebräischen Bibel. Dabei wird argumentiert, dass bestimmte biblische Texte historisch im Zusammenhang mit politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verstanden werden müssen. Gleichzeitig wird betont, dass zwischen den alttestamentlichen Texten, ihrer späteren Auslegung im Judentum und ihrer Wirkungsgeschichte unterschieden werden muss. Das Medium regt dazu an, biblische Texte historisch kritisch zu lesen und über die Entstehung religiöser Gewalt sowie über den Zusammenhang von Religion, Politik und Macht nachzudenken. Da der Vortrag eine religionswissenschaftliche Deutung vertritt und kontroverse Thesen formuliert, sollte er im Unterricht durch biblische, theologische und kirchengeschichtliche Perspektiven ergänzt werden.

Religiöse Gewalt, Gewalt, die sich auf den Willen Gottes beruft, gehört zu den großen Bedrohungen unserer Zivilisation. Wo kommt sie her? Ist sie so alt wie die Religion, und das hieße wie die kultivierte Menschheit, oder ist sie eine neuere Erscheinung?

Der Vortrag unterscheidet zunächst fünf Formen von Gewalt, von denen die religiöse nur eine ist.

Diese wird mit dem exklusiven Eingottglauben in Verbindung gebracht, wie er in der hebräischen und christlichen Bibel sowie im Koran zum Ausdruck kommt, und auf drei Quellen zurückgeführt:

das Gesetz, die Eifersucht Gottes und die absolute Wahrheit der Offenbarung. Abschließend werden Möglichkeiten erwogen, ohne Intoleranz und Gewalt an den Ideen der Einheit Gottes und der universalen Wahrheit festzuhalten.

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Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der gymnasialen Oberstufe sowie für Kurse in Religion, Ethik oder Philosophie. Vor der Arbeit mit dem Video sollte deutlich gemacht werden, dass es sich um eine wissenschaftliche Interpretation handelt, die innerhalb der Forschung diskutiert wird und nicht die einzige Deutung darstellt. Lernende können während des Videos zentrale Begriffe wie Monotheismus, religiöse Gewalt, Offenbarung, Gesetz, Bund und Eifersucht Gottes sammeln und ihre Bedeutung klären. Anschließend bietet sich eine arbeitsteilige Analyse ausgewählter Bibelstellen an, beispielsweise aus Exodus, Deuteronomium oder Numeri. Dabei können historische Entstehung, literarische Form und heutige Auslegung miteinander verglichen werden. Ebenso eignet sich das Medium für Diskussionen über die Frage, ob Religion Ursache von Gewalt ist oder ob religiöse Texte zur Rechtfertigung politischer Interessen missbraucht werden. Ein Vergleich mit Friedensbotschaften der Propheten, der Bergpredigt Jesu oder Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils eröffnet weitere Perspektiven. Durch diesen multiperspektivischen Zugang lernen die Lernenden, zwischen historischem Kontext, theologischer Interpretation und gegenwärtiger Bedeutung zu unterscheiden. Das Medium fördert historisches Denken, Urteilskompetenz und einen reflektierten Umgang mit kontroversen religiösen Fragestellungen.

Fragestellungen zum Video mit Antworten


Welche zentrale Frage behandelt das Video?

Das Video untersucht, wie religiös begründete Gewalt entstanden ist und welche Rolle bestimmte biblische Texte dabei spielen.

Welche Form von Gewalt steht im Mittelpunkt des Vortrags?

Der Vortrag beschäftigt sich vor allem mit religiös begründeter Gewalt und unterscheidet sie von politischer, staatlicher oder allgemeiner Gewalt.

Warum unterscheidet der Referent zwischen Monotheismus und den antiken Reichen?

Er argumentiert, dass die antiken Großreiche vor allem politische Gewalt ausübten, während der Monotheismus neue Formen religiöser Identität und Abgrenzung entwickelte.

Welche Bedeutung hat das erste Gebot in der Argumentation des Vortrags?

Das erste Gebot wird als Ausdruck der ausschließlichen Treue zu Gott verstanden und dient als Ausgangspunkt für die Diskussion über religiöse Abgrenzung.

Warum werden Texte aus Exodus und Numeri behandelt?

Sie enthalten Erzählungen über Bund, Gesetz, Gottes Zorn und Gewalt und dienen als Beispiele für die historische Analyse religiöser Texte.

Welche Rolle spielt die historisch kritische Bibelauslegung?

Sie hilft dabei, biblische Texte im Zusammenhang ihrer Entstehungszeit zu verstehen und sie nicht unmittelbar auf heutige Situationen zu übertragen.

Welche Bedeutung misst das Video dem Judentum bei?

Es betont ausdrücklich, dass zwischen den alttestamentlichen Texten und ihrer späteren jüdischen Auslegung unterschieden werden muss und dass das rabbinische Judentum zahlreiche gewaltbegrenzende Auslegungstraditionen entwickelt hat.

Warum ist das Video für den Religionsunterricht geeignet?

Es fordert dazu auf, kontroverse wissenschaftliche Positionen kritisch zu prüfen und unterschiedliche religiöse sowie historische Perspektiven miteinander zu vergleichen.

Welche Kompetenzen erwerben Lernende bei der Arbeit mit dem Medium?

Sie lernen, historische Quellen kritisch zu analysieren, zwischen Text, Interpretation und Wirkungsgeschichte zu unterscheiden sowie kontroverse Argumente sachlich zu beurteilen.

Wie sollte das Video im Unterricht eingesetzt werden?

Es sollte durch biblische Texte, theologische Stellungnahmen und Friedensbotschaften der Bibel ergänzt werden, damit Lernende unterschiedliche Deutungen kennenlernen und sich ein eigenes begründetes Urteil bilden können.

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