In dem Beitrag antwortet der Autor auf die vier Aufsätze, die Themen seiner theologischen Arbeit aufgreifen. Hieraus erklärt sich das besondere Genre der Überlegungen. Zunächst wird der Ansatz einer ‚Theologie in Transformation‘ umrissen, die ausgehend von den Krisen der Gegenwart in Dialog und interdisziplinärer Kooperation die Zeichen der Zeit zu deuten, mögliche Antworten zu entwickeln und Perspektiven der Hoffnung zu eröffnen sucht. Markus Riedenauers Kritik eines ‚Kybernetismus‘ aufgreifend verweist er einerseits auf die politische Bedeutung von Dissens, Widerspruch und einer widerständigen kommunikativen Praxis; andererseits auf die Notwendigkeit eines relationalen Denkens, das über Anthropologien der Souveränität hinausweist. Mit Jakob Deibl weist dies auf Figuren einer messianischen Hoffnung, in denen sich der apokalyptische Bruch mit einer messianischen Antizipation von Rettung zu einer ‚schwachen‘, verletzlichen Denk- und Glaubensweise verbindet. Im Gespräch mit Dirk Ansorge und Anselm von Canterbury bezieht der Aufsatz solche Praxis auf den ‚je größeren‘ Gott, der in der Hingabe Jesu am Kreuz die Geschichte von innen her verwandelt und in eine entsprechende Nachfolgepraxis führt. Dem entspricht in Anknüpfung an Margit Eckholt eine performative und transformative, befreiende und interkulturell ausgerichtete Theologie, die in einer synodalen Welt-Kirche Gestalt gewinnt. Solche Theologie bleibt vorläufig und auf dem Weg, als eine widerständige messianische Hoffnung in apokalyptischer Zeit. Es war eine unerwartete Überraschung, als meine Mitarbeiter das angekündigte Oberseminar in ein Kolloquium zur Auseinandersetzung mit meinem theologischen Ansatz verwandelten. Es erfüllt mich mit Dankbarkeit (und macht mich verlegen), zumal und erst recht als eine Kollegin und drei Kollegen, die ich hochschätze, eigens Beiträge verfasst haben, in denen sie Themen meiner Arbeit aufgreifen und aus ihren eigenen Forschungen heraus weiterdenken. Dass diese nun in der Münchener Theologischen Zeitschrift publiziert werden, gibt mir die Gelegenheit, den eigenen theologischen Ansatz im Gespräch mit den Beiträgen zu reflektieren, verbindende Linien zu zeichnen und Perspektiven aufzuzeigen, wie diese angesichts der immensen Herausforderungen der Gegenwart weiterentwickelt werden können. 1 1 Ich verbinde dies mit einem großen und herzlichen Dank: Zunächst an Klaus Viertbauer, der diese Initiative