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EulenfischThomas Menges

Eulenfisch,

Thomas Menges

Comeback des Atheismus

Drei atheistische Positionen für den Unterricht in der Oberstufe

Veröffentlichung:1.1.2013

Die Unterrichtssequenz "Comeback des Atheismus" reflektiert auf neun Seiten mit drei Materialien die Argumente des Atheismus und im Besonderen von Dawkins Scientismus gegen jede Gottesvorstellung. Jugendliche werden von den Mainstreammedien leicht in eine extreme Position gebracht. Entweder wird die Schöpfungsperspektive der Bibel abgelehnt oder verabsolutiert. Eine Position zur verbundenen Koexistenz von Religion und Naturwissenschaft und dazu entstandene Gegenthesen zu Dawkins sollen deshalb zugänglich gemacht werden.

Das Medium „Comeback des Atheismus. Drei atheistische Positionen für den Unterricht in der Oberstufe“ von Thomas Menges stellt drei unterschiedliche Formen zeitgenössischer Religionskritik vor und bereitet sie anhand ausgewählter Texte für den Religionsunterricht der Oberstufe auf. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass atheistische Positionen angesichts einer neuen öffentlichen Präsenz von Religion wieder verstärkt in gesellschaftlichen Debatten auftreten. Der Autor stellt dabei heraus, dass atheistische Stimmen keineswegs eine einheitliche Position vertreten. Im Mittelpunkt stehen Richard Dawkins, Burkhard Müller und Herbert Schnädelbach. Dawkins vertritt eine stark naturwissenschaftlich geprägte Religionskritik. Für ihn liefert insbesondere die Evolutionstheorie eine Erklärung für die Entwicklung des Lebens, die einen göttlichen Schöpfer als Erklärung überflüssig erscheinen lässt. Menges charakterisiert diesen Ansatz als szientistischen Standpunkt, bei dem naturwissenschaftliche Erkenntnis einen umfassenden Wahrheitsanspruch erhält. Burkhard Müller untersucht demgegenüber das „Konzept Gott“ aus einer Außenperspektive und fragt nach menschlichen Bedürfnissen, aus denen Gottesvorstellungen entstehen könnten. Dabei geht es unter anderem um die Erklärung der Existenz der Welt, die Hoffnung auf das Gute, die Erfahrung von Leid und den Wunsch, angesichts von Zeit und Tod nicht endgültig zu vergehen. Herbert Schnädelbach entwickelt schließlich die Position des „frommen Atheisten“. Dieser behauptet nicht, beweisen zu können, dass Gott nicht existiert, sondern beschreibt sich als einen Menschen, dem der Glaube an Gott abhandengekommen ist. Sein Unglaube wird damit als Erfahrung eines Verlustes verstanden. Das Medium eröffnet so ein Spektrum atheistischer Denkweisen und verbindet die Auseinandersetzung mit Atheismus mit grundlegenden Fragen nach Gott, Glauben, Vernunft, Wissenschaft, Wahrheit, Leid, Tod, Hoffnung und religiöser Erfahrung.

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Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen anspruchsvollen Zugang zur Religionskritik, zur Gottesfrage und zur reflektierten Auseinandersetzung mit unterschiedlichen weltanschaulichen Positionen. Es eignet sich insbesondere für die Oberstufe, da die Texte eine ausgeprägte Fähigkeit zur Argumentationsanalyse, zur Begriffsbildung und zur eigenständigen Urteilsbildung voraussetzen. Didaktisch besonders wertvoll ist, dass Atheismus nicht als einheitliche Gegenposition zum Glauben erscheint. Lernende können erkennen, dass Menschen aus sehr unterschiedlichen philosophischen, naturwissenschaftlichen, biografischen und existenziellen Gründen nicht an Gott glauben. Als Einstieg kann deshalb zunächst ohne Nennung der drei Autoren nach unterschiedlichen Bedeutungen von Atheismus gefragt werden. Die Lernenden können Vermutungen dazu sammeln, worin sich die Aussagen „Gott existiert nicht“, „Ich glaube nicht an Gott“, „Ich kann nicht an Gott glauben“ und „Die Frage nach Gott spielt für mich keine Rolle“ unterscheiden. Dadurch werden bereits wichtige Differenzierungen zwischen Atheismus, Agnostizismus, Glaubensverlust und religiöser Indifferenz vorbereitet. Besonders Schnädelbachs Position bietet hierfür einen geeigneten Zugang. Er unterscheidet den „frommen Atheisten“, dem der Glaube verloren gegangen ist, von einer Religionslosigkeit, bei der die Gottesfrage aufgrund fehlender religiöser Sozialisation gar nicht mehr vorkommt. Anschließend empfiehlt sich eine arbeitsteilige Erschließung der drei Positionen. Jede Gruppe erhält einen Autor und untersucht dessen Argumentation anhand einheitlicher Leitfragen. Das Medium selbst schlägt hierfür zentrale Kategorien vor: Wie wird das Verhältnis von Vernunft und Glaube bestimmt? Wie wird der Wahrheitsanspruch des Glaubens beurteilt? Welches Gottesverständnis wird kritisiert? Welches Verständnis von Philosophie oder Wissenschaft liegt vor? Erfolgt die Kritik aus einer Innenperspektive oder Außenperspektive? Und schließlich: Was kann aus der religionskritischen Argumentation für den eigenen Glauben gelernt werden? Diese Fragen eignen sich sehr gut für eine strukturierte Textarbeit. Die Lernenden markieren zunächst zentrale Thesen, Argumente, Beispiele und Voraussetzungen und übertragen ihre Ergebnisse anschließend in eine Vergleichsmatrix. Bei Dawkins sollte insbesondere das Verhältnis von Schöpfung und Evolution untersucht werden. Dabei ist darauf zu achten, dass naturwissenschaftliche Evolutionstheorie und theologischer Schöpfungsglaube nicht vorschnell als konkurrierende Erklärungen derselben Art behandelt werden. Gerade weil Dawkins nach Darstellung des Mediums die Evolutionstheorie mit einer umfassenden weltanschaulichen Position verbindet, bietet sich die Frage an, welche Aussagen naturwissenschaftlich überprüfbar sind und an welcher Stelle philosophische oder weltanschauliche Schlussfolgerungen beginnen. Zugleich sollte die polemische Sprache religionskritischer Texte selbst Gegenstand der Analyse werden. Lernende können zwischen sachlichem Argument, rhetorischer Zuspitzung und persönlicher Abwertung unterscheiden. Das fördert eine Gesprächskultur, in der religiöse und nicht religiöse Überzeugungen gleichermaßen kritisch geprüft werden können, ohne Menschen aufgrund ihrer Weltanschauung abzuwerten. Bei Müller bietet sich eine stärkere existenzielle Vertiefung an. Seine Argumentation führt zu Fragen nach Ursprung, Sinn, Leid, Tod und menschlicher Endlichkeit. Besonders ergiebig ist seine Warnung davor, von der Stärke eines menschlichen Wunsches auf dessen Wahrheit zu schließen. Die Lernenden können prüfen, ob der Wunsch nach einem Leben nach dem Tod tatsächlich ein Argument gegen die Wahrheit religiöser Hoffnung darstellt oder ob zunächst lediglich gezeigt wird, dass ein Wunsch allein keine Wahrheit beweisen kann. Ebenso bietet Müllers Beschäftigung mit Auschwitz einen Zugang zur Theodizeefrage. Das Medium stellt seiner Position eine christliche Rede von Gott gegenüber, die unschuldiges Leid nicht einfach als bedeutungslos hinnehmen möchte. Hier können Lernende unterschiedliche Antworten auf die Frage vergleichen, wie religiöse und atheistische Weltdeutungen mit radikalem Leid umgehen. Bei Schnädelbach sollte besonders der Glaubensbegriff untersucht werden. Er versteht religiösen Glauben nicht primär als Wissen oder bloßes Fürwahrhalten, sondern als Vertrauen und Gewissheit. Daraus ergibt sich eine zentrale Unterrichtsfrage: Kann ein Mensch beschließen, an Gott zu glauben? Schnädelbach verneint dies und versteht Glauben als etwas, das einem Menschen gegeben ist oder verloren gehen kann. Sein Ansatz ermöglicht deshalb eine besonders differenzierte Beschäftigung mit Glaubenserfahrung und Glaubensverlust. Die Lernenden können biografische Situationen untersuchen, die Glauben stärken, verändern oder erschüttern können. Das Medium formuliert selbst die Fragen, aufgrund welcher Erfahrungen Menschen an Gott glauben und welche Erfahrungen zum Verlust des Glaubens führen können. Nach der arbeitsteiligen Erschließung bietet sich ein Gruppenpuzzle oder eine moderierte Diskussion an, in der die drei Positionen miteinander verglichen werden. Lernende können beurteilen, welche Kritik sich tatsächlich gegen den christlichen Gottesglauben richtet und wo möglicherweise ein Gottesbild kritisiert wird, das Gläubige selbst nicht vertreten würden. Besonders wichtig ist dabei das vom Medium formulierte Ziel einer „Kritik der Kritik“. Religionskritische Aussagen sollen weder abgewehrt noch ungeprüft übernommen werden, sondern hinsichtlich ihrer Begriffe, Voraussetzungen und Argumentationswege untersucht werden. Als Abschluss eignet sich eine schriftliche Positionierung zu einer offenen Frage wie „Braucht der Mensch Gott?“, „Sind Glaube und Vernunft Gegensätze?“ oder „Was kann der Glaube vom Atheismus lernen?“. Die Lernenden sollten dabei mindestens zwei der behandelten Positionen einbeziehen und ihre eigene Auffassung argumentativ begründen. So ermöglicht das Medium einen Religionsunterricht, der atheistische Positionen als ernst zu nehmende Gesprächspartner behandelt und zugleich die Lernenden dazu befähigt, religiöse und nicht religiöse Weltdeutungen differenziert wahrzunehmen, kritisch zu prüfen und einen eigenen begründeten Standpunkt zu entwickeln.


Dazu werden zusätzlich zum konfessionellen Atheisten Dawkins die Positionen von Burkhard Müller, einem Unzufriedenen, und Herbert Schnädelbach, einem frommen Atheisten, hinzugezogen. Das Konzept der Gottesidee in ihrer Funktion als Sinn-Geber wird untersucht. Die Klärung des christlichen Gottesbegriffs ist demnach nötig. Eine zweite verbreitete Argumentation des Atheismus bezieht sich auf die Theodizee und den Sinn der Welt. Eine dritte Argumentation gibt im wesentlichen Feuerbachs Projektionstheorie und Freuds Wusch als Vater des Gedankens wieder. In einem weiteren Schritt werden verschiedene Formen des Atheismus untersucht. Dadurch wird Dawkins als konfessioneller Atheist mit alleinigem Wahrheitsanspruch erfasst und unterliegt so vielen Kritikpunkten, die Religionen oft vorgeworfen werden. Nach der Feststellung was Glauben, Religion und Gotteskonzept nicht können bzw. nicht sind soll erarbeitet werden was den besonderen Charakter religiösen Glaubens ausmacht. Es ist das Vertrauensverhältnis zwischen Menschen und Gott. Es gibt dem Menschen Sinn und Zuversicht sein Leben auch in schwierigen Zeiten zu meistern. Glaube bleibt Gnade und ist keine reine Verstandesentscheidung.


Material:

M 1/1 Richard Dawkins – der konfessionelle Atheist

M 2/1 Burkhard Müller – Gott überzeugt nicht

M 3 Herbert Schnädelbach – der fromme Atheist


Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.4 Vom Tod zum Leben. Leiden, Kreuz und Auferstehung.

Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.5 Gefährliche Religion?.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Fragen und suchen: Existiert Gott?.

Sekundarstufe II | 11/1 Was ist der Mensch?

11.1 / 6. Was ist der Mensch? - Biblischer Zugang.

Sekundarstufe II | 11/2 Der Mensch auf der Suche nach Gott

11.2 / 2. Gottesbestreitungen und Religionskritik.

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