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Reli fürs Klima: Wenn die Natur spricht

Veröffentlichung:1.5.2026

Das Religionsunterrichtsprojekt „Reli fürs Klima" verbindet theologische Bildung mit Klimaschutz und ermöglicht Schülern durch direkten Austausch mit indigenen Aktivisten aus Peru neue Perspektiven auf Naturrechte und nachhaltiges Leben.

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„Reli fürs Klima" ist ein handlungsorientiertes Kooperationsprojekt zwischen Brot für die Welt und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, das Religionsunterricht mit Klimaschutz verbindet. Das Programm fördert bei Schülern nicht nur Wissen, sondern auch Handlungskompetenz, Selbstwirksamkeit und Resilienz, indem es sie in direkten Austausch mit Menschen aus dem Globalen Süden bringt, die wirksame Ansätze gegen den Klimawandel entwickeln. Im Zentrum des Artikels steht ein konkretes Beispiel: Der Dialog zwischen Schülern und Vertreterinnen des Kukama-Volkes aus Peru. Die Kukama kämpfen für die Rechte des Marañón-Flusses, den sie nicht als Objekt menschlicher Nutzung, sondern als spirituelles Wesen und Subjekt eigener Rechte verstehen. 2021 erreichten die Kukama-Frauen einen historischen Erfolg: Ein peruanisches Gericht erkannte dem Marañón-Fluss und seinen Zuflüssen den Status als Rechtssubjekt zu. Der Fluss erhielt das Recht, frei zu fließen, vor Verschmutzung geschützt zu werden und seine Biodiversität zu bewahren. Die Frauen wurden zu offiziellen Vertreterinnen des Flusses ernannt – eine rechtliche Umsetzung ihrer spirituellen Verbindung zur Natur. Diese Entwicklung illustriert eine fundamentale Alternative zur westlichen Wachstumslogik: die „Ethik des Genug", die Suffizienz, Respekt und kooperative Koexistenz betont. Das Konzept des „Buen Vivir" (gutes Leben), wie es in Ecuador und Bolivien verfassungsrechtlich verankert wurde, erkennt die Erde als lebendiges Wesen mit eigenen Rechten an. Für die Kukama bedeutet Entwicklung nicht Industrialisierung, sondern Balance mit der Natur. Durch solche Dialoge im Religionsunterricht lernen Schüler nicht nur theoretisch von alternativen Lebensweisen, sondern entwickeln auch tieferes Verständnis für Klimagerechtigkeit und eigenes Engagement.

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8.5.2026

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