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Schülereinstellungen zu religiöser und weltanschaulicher Diversität – Entwicklung eines Erhebungsinstruments auf der Grundlage der Item-Response-Theorie

Veröffentlichung:1.5.2026

Ein neues Testinstrument misst, wie offen Schüler gegenüber Menschen verschiedener Religionen wirklich sind – und welche Grenzen sie setzen. Die Forschung zeigt überraschende Unterschiede zwischen Theorie und Praxis.

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Wie können Schülereinstellungen zu religiöser Diversität reliabel erfasst werden? Diese Frage steht im Zentrum eines neuen Testinstruments, das Forschende an den Schnittstellen zwischen Religionspädagogik, Psychometrie und Migrationsforschung entwickelt haben. Der Beitrag dokumentiert die systematische Konstruktion eines Erhebungsinstruments, das speziell darauf abzielt, die Einstellungen von Jugendlichen gegenüber Muslimen, Christen, Juden und nichtreligiösen Personen zu messen – eine Frage, die angesichts von Migrationsbewegungen und den damit verbundenen Integrationsfragen an Schulen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Methodisch folgt die Entwicklung dem Ansatz des Construct Modeling nach Wilson, einem messtheoretisch fundierten Verfahren aus den Bildungswissenschaften. Zentral ist dabei die Frage nach sozialer Proximität: Mit welcher Offenheit begegnen Schülerinnen und Schülern Menschen unterschiedlicher religiöser Überzeugungen? Akzeptieren sie sie als Mitbürger, Klassenkameraden oder in engeren Beziehungsformen wie Freundschaften oder familiären Verbindungen? Der theoretische Rahmen basiert auf einer weiterentwickelten Variante der klassischen Bogardus-Skala, die ursprünglich 1924 zur Erfassung von Einstellungen gegenüber Einwanderern konzipiert wurde. Angepasst an zeitgenössische Verhältnisse berücksichtigt die neue Construct Map postmoderne Familienstrukturen und spricht primär jugendliche Zielgruppen an. In einer Pilotstudie wurden 114 Befragte erhoben und mittels Item Response Theorie analysiert. Dabei zeigte sich, dass eine theoretisch angenommene Hierarchie zwischen familiären Beziehungen und Freundschaften empirisch zu differenzieren war – ein klassisches Beispiel dafür, wie sich messtheoretische Modelle im zirkulären Prozess des Construct Modeling an empirische Realitäten anpassen müssen. Der Artikel diskutiert zentrale Ergebnisse zur Kalibrierung des Instruments sowie zur Überprüfung seiner Reliabilität und Validität und bietet damit eine methodisch reflektierte Grundlage für weitere religionspädagogische Forschung im Bereich interreligiösen und interkulturellen Lernens.

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