Islamische Religionslehrkräfte in Deutschland werden an sieben Universitätsstandorten ausgebildet – und sollen ihre Schülerinnen und Schüler dabei auf einen sensiblen Umgang mit religiöser Vielfalt vorbereiten. Doch wie werden angehende Lehrkräfte selbst auf diese zentrale Aufgabe vorbereitet? Der Beitrag analysiert die Modulhandbücher an den vier größten Standorten für islamische Theologie (Frankfurt am Main, Münster, Osnabrück, Tübingen), um zu untersuchen, wie die universitäre Ausbildung den Zugang zu fremden Religionen gestaltet und welche Kompetenzen im interreligiösen Dialog tatsächlich gefördert werden. Die Analyse zeigt bereits bei der Strukturierung der Module erste Unterschiede: Während Frankfurt das Modul religionspädagogisch ausrichtet und explizit auf die Schulsituation bezieht, verankert Tübingen es theologisch beim Lehrstuhl für islamische Glaubenslehre. Münster und Osnabrück kombinieren interreligiöse mit intra- bzw. interkulturellen Perspektiven. Der Vergleich der Modulbeschreibungen erlaubt Rückschlüsse auf die „Studienrealität" und zeigt, wie unterschiedlich die Standorte die Vorbereitung auf ein zentrales Anforderungsprofil des Schulalltags gestalten – in einer Gesellschaft, deren religiöse Pluralität längst Realität ist und in der Lehrkräfte Begegnungen zwischen verschiedenen Weltanschauungen aktiv gestalten müssen.