RU-digitalRU-digital-logo
1 Bild
Religionspädagogische BeiträgeMizrap Polat

Religionspädagogische Beiträge,

Mizrap Polat

Menschen als "Kalifen Gottes auf Erden"

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel untersucht das islamische Konzept des Menschen als Kalif (Stellvertreter) Gottes auf Erden als theologisch-anthropologische Grundlage für Religionspädagogik. Die Studie analysiert, wie diese Würdigung der Menschheit mit Menschenrechten konvergiert und Anforderungen an Gerechtigkeit, Frieden und verantwortungsvolles Handeln begründet, ohne dabei mythologisiert zu werden.

Products

Der Artikel behandelt das koranische Konzept des Menschen als Kalif (Stellvertreter/Sachwalter) Gottes auf Erden als zentrale sinnanthropologische und religionspädagogische Kategorie. Polat argumentiert, dass diese Designation die höchste Würdigung der Menschheit darstellt und gleichzeitig eine Verantwortung für gerechte und achtsame Verhältnisse impliziert. Der Autor zeigt auf, dass das Kalif-Sein weder an Religion, Rasse noch Geschlecht gebunden ist, sondern alle Menschen universal auszeichnet – unabhängig von ihren Taten oder ihrem Glauben. Im Gegensatz zur christlichen Erbsünde-Lehre lehnt der Islam die Vorstellung ab, dass Adams Verfehlung die Würde des Menschen beeinträchtigt. Das Kalif-Sein wird als entmythologisierte, reale Gott-Mensch-Beziehung verstanden, die menschliche Handlungen und ihre Wirkungen in den Mittelpunkt rückt. Polat entwickelt mehrere religionspädagogische Dimensionen: (1) Das Kalif-Sein als Wahrnehmung der Einheit der Menschheit und Gleichberechtigung aller; (2) eine entmythologisierte und gegenseitig achtende Gott-Mensch-Beziehung; (3) das dialogische, kooperative und solidarische Wesen des Kalif-Seins. Der Autor betont die Bedeutung von Ihsan (Gewissenhaftigkeit bei Handlungen im Angesicht Gottes), Freiheit und Individualität als unverzichtbare Voraussetzungen des authentischen Kalif-Seins. Die Arbeit zeigt, dass religiöses Lernen auf dieser Grundlage glaubens-, mensch- und umweltorientiert sein muss und zur Bewusstseinsentwicklung für Menschenrechte, Gerechtigkeit und Umweltschutz beitragen sollte. Abschließend werden religionspädagogische Schlussfolgerungen gezogen, die eine progressive, nicht indoktrinäre und interreligiös dialogische Religionspädagogik fordern.

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell, während andere uns helfen, diese Website und Ihre Erfahrung zu verbessern Datenschutz.