Der Einstieg des ersten Bausteins gelingt über eine vorbereitende Hausaufgabe, in der die eigene Familiengeschichte untersucht wird. Viele Lernende werden Fluchterfahrungen in ihrer Familiengeschichte vorfinden, so z. B. Großeltern aus den Ostgebieten oder innerdeutsche Kriegsflüchtlinge. Solche Geschichten werden im Plenum vorgetragen. In einem weiteren Schritt werden in Einzelarbeit Beispiele zu zwei Fragestellungen zum Gefühl der Fremdheit entwickelt. Das Gefühl der Fremdheit wird im Plenum mit Adjektiven und Schlagworten in einem Cluster näher beschrieben. In einem weiteren Schritt wird diskutiert, wie solche Gefühl überwunden werden können. Persönliche Hilfsmöglichkeiten zur Aufhebung eines solchen Gefühls von Fremdheit in geflüchteten Personen werden gesammelt.
In einem weiteren Schritt werden Vorurteile thematisiert. Dazu werden in einem ersten Schritt in Gruppenarbeit Vorurteile gesammelt. Dann wird durch Handzeichen im Plenum untersucht, wie weit die Vorurteile verbreitet sind. Dazu würde sich auch ein Video zu einem Sozialexperiment eignen, das hier auf dieser Seite unter den dropdown Menü zu finden ist. Dort wird einem Mann im Anzug geholfen und derselbe Mann in Bettler-Kleidung wird von allen Passanten ignoriert. Gründe dafür werden im Plenum diskutiert.
Im zweiten Baustein Migration werden anhand von sechs Stationen Fluchtmotivationen, Fluchtgeschichten und die Gefühlswelt der Flüchtenden erarbeitet. Auch die Aufnahme und Integration in ein Zielland wird untersucht.
Dazu erhält jeder Lernende zwei Rollenkarten und wird so zu einem Auswanderer und Daheimgebliebenen. Jedes Material wird anhand eines Fragenkatalogs auf die Lage im Herkunftsland, die Reise, die Ankunft im Zielland und Schwierigkeiten dort untersucht.
Es kann ein Plakat zur Fluchtgeschichte erstellt und präsentiert werden.
Im dritten Baustein werden die Fluchtgeschichten aus der Ich Perspektive dargestellt. Dazu beantworten die Repräsentanten der Gruppen unter Beratung der Mitglieder einen Fragenkatalog mit 14 Fragen. Eine detaillierte Erläuterung des Spieles ist auf Seite 48 zu finden. Jedes Mal, wenn mit Ja geantwortet wird, rückt der Repräsentant auf einem Strich einen Schritt vor.
Damit zeigt sich, welche Fluchtgeschichte ein erfolgreiches Ende und eine Perspektive für die Zukunft ergeben hat. Anschließend werden die Faktoren, die einen Erfolg fördern oder Behindern gesammelt und diskutiert. Basierend darauf können in Gruppenarbeit Hilfsangebote entwickelt werden.
Abschließend ist eine Diskussion von sechs Repräsentanten der Gruppen möglich. Diese können eine Konferenz zum Thema Flucht abhalten, ihre Erlebnisse vergleichen sowie Möglichkeiten der Verbesserung der Lebenssituation der Daheimgebliebenen, der Reisenden und als Hilfe zur Integration entwickeln. Dazu kann ein dreiteiliges Tafelbild entstehen, in dem diese Punkte gesammelt und gesichert werden.
Eine Reihe von vertiefenden Materialien und Statistiken zu Flucht und Flüchtlingen führt das Thema weiter aus.