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Religionspädagogische BeiträgeRegina Polak

Religionspädagogische Beiträge,

Regina Polak

Phänomen Migration

Veröffentlichung:1.5.2019

Der Artikel analysiert Migration und Flucht als zentrale Herausforderungen für europäische Gesellschaften und Kirchen. Polak untersucht historische Amnesien, theologische Blindstellen und gesellschaftliche Ursachen von Ablehnung gegenüber Migranten. Sie entwickelt theologische und religionspädagogische Perspektiven auf Migration als Chance für vertieftes Glaubensverständnis und gesellschaftliche Transformation.

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Regina Polak thematisiert Migration und Flucht als Phänomene, die Europa prägen, denen aber gesellschaftlich und theologisch mit Amnesie, Ausblendung und Ignoranz begegnet wird. Historisch zeigt sie, dass Europa im 20. Jahrhundert selbst massive Fluchtbewegungen produzierte, denen aber kollektiv verdrängt wird. Die deutschsprachige Theologie litt bis 2015 unter „Migrationsblindheit" und interpretiert biblische Texte, deren Entstehungskontext in Flucht, Exil und Diaspora liegt, metaphorisierend. Polak identifiziert drei Ursachen für gesellschaftliche Ablehnung: „sekundären Autoritarismus" (Unterwerfung unter Wirtschaftswachstum als Sicherheitsersatz seit 1945), unbewältigte Schuldkomplexe aus Krieg und Holocaust, und ein reduziertes Gottesbild, das Liebe betont, aber Gerechtigkeit und Rechenschaft ausblendet. Empirisch zeigt sich eine Generationenkluft: Junge Menschen sind offener für Migration, während ältere Generationen Ablehnung äußern. Polarisierung korreliert mit sozioökonomischen Krisen und „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit". Migration beschleunigt religiöse Diversifizierung mit Chancen und Risiken: Zunahme von Antisemitismus, Islamophobie und Radikalisierung, aber auch Chance für ökumenische Erneuerung. Polak skizziert vier Herausforderungen für Theologie und Religionspädagogik: 1) Auseinandersetzung mit dem Bösen als eigenständiger Realität, 2) Arbeit am Phänomen Schuld jenseits von Verdrängung oder Schuldaufbürdung, 3) Gott als Quelle ethischen Handelns verstehen zwischen Fundamentalismus und Relativismus, 4) Hoffnung als Erinnerung an Verheißungen fördern. Abschließend betont Polak die biblischen Migrationsnarrative als hoffnungsvoll und verweist auf die kirchliche Vision einer universalen Gemeinschaft.

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