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Fachverband Ethik Baden Württemberg

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Ungleich besser: gerechte Gesellschaft und Gleichheit

Veröffentlichung:1.1.2005

Das Medium „Ungleich besser“ ist ein Interview mit der Philosophin Angelika Krebs über das Verhältnis von Gleichheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Krebs setzt sich kritisch mit der Vorstellung auseinander, eine gerechte Gesellschaft müsse vor allem Gleichheit zwischen den Menschen herstellen. Sie unterscheidet dabei zwischen egalitaristischen und non egalitaristischen Vorstellungen von Gerechtigkeit. Während egalitaristische Positionen gleiche Lebensaussichten und ein möglichst gleiches Maß an Freiheit in den Mittelpunkt stellen, vertritt Krebs einen non egalitaristischen Ansatz. Entscheidend sei nicht, ob alle Menschen gleich viel besitzen oder im Vergleich zueinander gleichgestellt sind, sondern ob jeder Mensch eine bestimmte Schwelle eines menschenwürdigen Lebens erreicht. Dazu gehören unter anderem ausreichende materielle Lebensgrundlagen, Schutz vor sozialer Ausgrenzung und Stigmatisierung, persönliche Beziehungen sowie private und politische Autonomie. Oberhalb dieser Schwelle können nach Krebs auch erhebliche Unterschiede bestehen, ohne dass diese automatisch ungerecht sein müssen. Anschaulich erläutert sie den Unterschied durch das Bild einer Waage mit einem roten und einem grünen Bereich. Ungerechtigkeit besteht vor allem dann, wenn Menschen unterhalb der Schwelle eines menschenwürdigen Lebens bleiben. An Beispielen wie Armut, Arbeitslosigkeit, der Bezahlung von Frauen und Männern sowie unterschiedlichen Einkommen zeigt das Interview, dass Fragen der Gerechtigkeit komplex sind und nicht allein mit der Forderung nach Gleichheit beantwortet werden können.

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Das Medium eignet sich für den Religionsunterricht der Jahrgangsstufe 10 insbesondere im Zusammenhang mit den Themen Menschenwürde, Gerechtigkeit, soziale Gerechtigkeit, Gleichheit, christliches Menschenbild und Verantwortung. Seine besondere didaktische Stärke besteht darin, dass eine alltäglich zunächst einleuchtende Vorstellung problematisiert wird: Gerechtigkeit bedeutet nicht zwangsläufig, dass alle Menschen das Gleiche erhalten. Die Lernenden werden dadurch angeregt, eigene Vorstellungen von Gerechtigkeit zu überprüfen und Kriterien für ein menschenwürdiges Leben zu entwickeln.

Als Einstieg bietet sich eine konkrete Verteilungssituation an. Die Lernenden können beispielsweise darüber diskutieren, ob fünf Personen grundsätzlich den gleichen Anteil eines vorhandenen Gutes erhalten sollten oder ob unterschiedliche Bedürfnisse, Leistungen und Lebenssituationen berücksichtigt werden müssen. Dabei sollte zunächst keine philosophische Theorie vorgegeben werden. Ziel ist es, intuitive Vorstellungen von Gleichheit und Gerechtigkeit sichtbar zu machen. Anschließend kann die Leitfrage formuliert werden, ob Gleichheit tatsächlich immer gerecht ist.

Für die Texterschließung ist eine schrittweise Bearbeitung sinnvoll. Zunächst arbeiten die Lernenden heraus, wie Krebs den Begriff Gleichheit definiert. Dabei ist besonders wichtig, dass Gleichheit nach ihrer Auffassung immer Gleichheit in einer bestimmten Hinsicht bedeutet. Menschen können beispielsweise hinsichtlich ihrer Rechte gleich sein, sich jedoch hinsichtlich ihres Besitzes, ihrer Fähigkeiten oder ihrer Bedürfnisse unterscheiden. Auf dieser Grundlage können die Lernenden erkennen, warum die Forderung nach Gleichheit ohne die Angabe eines konkreten Vergleichsmaßstabes unbestimmt bleibt.

In einem zweiten Arbeitsschritt sollten Egalitarismus und Non Egalitarismus gegenübergestellt werden. Die Lernenden können herausarbeiten, dass der Egalitarismus nach der Darstellung des Mediums die Verhältnisse verschiedener Menschen miteinander vergleicht, während Krebs als Vertreterin des Non Egalitarismus danach fragt, ob jeder Mensch eine bestimmte Schwelle des guten und menschenwürdigen Lebens erreicht. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die im Interview dargestellte Kritik am Egalitarismus als Position von Krebs erkannt und nicht unkritisch als allgemeingültige Definition von Gerechtigkeit übernommen wird.

Methodisch besonders geeignet sind die beiden Waagenbilder des Interviews. Die Balkenwaage veranschaulicht das egalitaristische Denken, da die Lebensbedingungen verschiedener Menschen miteinander verglichen werden. Die digitale Waage mit einem roten und einem grünen Bereich veranschaulicht dagegen das Schwellenmodell von Krebs. Die Lernenden können beide Modelle zeichnerisch darstellen, erläutern und auf konkrete Fallbeispiele anwenden. Durch diese Visualisierung werden abstrakte philosophische Positionen für die Jahrgangsstufe 10 leichter zugänglich.

Eine vertiefende Arbeitsphase sollte sich mit der Frage beschäftigen, was zu einem menschenwürdigen Leben gehört. Krebs nennt materielle Versorgung, Schutz vor sozialer Ausgrenzung und Stigmatisierung, persönliche Beziehungen sowie private und politische Autonomie. Die Lernenden können diese Kriterien erläutern und durch eigene Beispiele ergänzen. Anschließend können sie diskutieren, ob ein menschenwürdiges Leben nur durch materielle Güter bestimmt werden kann oder ob Anerkennung, Zugehörigkeit, Freiheit und gesellschaftliche Teilhabe ebenso wichtig sind.

Für den Religionsunterricht bietet sich besonders eine Verbindung zum christlichen Verständnis von Gerechtigkeit und Menschenwürde an. Die Lernenden können die Position von Krebs beispielsweise mit der biblischen Vorstellung der Gottebenbildlichkeit vergleichen. Dabei kann herausgearbeitet werden, dass die Würde eines Menschen aus christlicher Perspektive nicht von Einkommen, Leistung, sozialem Status oder gesellschaftlichem Nutzen abhängig ist. Zusätzlich können biblische Texte zur Gerechtigkeit und zur besonderen Zuwendung zu armen und ausgegrenzten Menschen einbezogen werden. Dadurch lässt sich untersuchen, ob die von Krebs beschriebene Schwelle eines menschenwürdigen Lebens Gemeinsamkeiten mit christlichen Vorstellungen sozialer Verantwortung besitzt.

Das im Interview verwendete Kuchenbeispiel eignet sich für eine kritische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Gerechtigkeitsvorstellungen. Die Lernenden können zunächst erklären, weshalb die gleichmäßige Verteilung eines Kuchens gerecht erscheinen kann. Anschließend untersuchen sie die Einwände von Krebs. Dabei können Kriterien wie Bedürftigkeit, Leistung, Verantwortung und gesellschaftliche Teilhabe unterschieden werden. Wichtig ist, dass die Lernenden nicht lediglich die Position der Autorin wiederholen, sondern ihre Argumentation prüfen.

Eine weitere Vertiefung ermöglichen die im Medium angesprochenen gesellschaftlichen Beispiele. Arbeitslosigkeit wird von Krebs insbesondere deshalb als problematisch betrachtet, weil Arbeit in der Gesellschaft mit Anerkennung und sozialer Zugehörigkeit verbunden ist. Bei der unterschiedlichen Bezahlung von Frauen und Männern verweist sie auf Leistungsgerechtigkeit, Diskriminierung und gesellschaftliche Anerkennung. An solchen Beispielen können die Lernenden untersuchen, welche unterschiedlichen Kriterien von Gerechtigkeit miteinander in Konflikt geraten können.

Zum Abschluss bietet sich eine strukturierte Urteilsbildung an. Die Lernenden können die Aussage prüfen, dass eine Gesellschaft auch dann gerecht sein kann, wenn große soziale Ungleichheiten bestehen. Dazu sollen sie zunächst die Position des Mediums darstellen, anschließend Argumente dafür und dagegen entwickeln und schließlich ein eigenes begründetes Urteil formulieren. Auf diese Weise werden Sachkompetenz, Wahrnehmungskompetenz, Deutungskompetenz und insbesondere ethische Urteilskompetenz miteinander verbunden.


Aufgabe 1: Beschreiben Sie, was Angelika Krebs unter einem menschenwürdigen Leben versteht.

Operator: beschreiben, Anforderungsbereich I

Musterlösung:

Nach Angelika Krebs führt ein Mensch ein menschenwürdiges Leben, wenn er eine bestimmte Schwelle des guten Lebens erreicht. Dazu gehört zunächst, dass grundlegende materielle Bedürfnisse erfüllt sind und niemand in Armut leben oder hungern muss. Menschen sollen außerdem nicht sozial ausgeschlossen oder stigmatisiert werden. Sie sollen die Möglichkeit besitzen, persönliche Beziehungen zu führen und sowohl private als auch politische Autonomie auszuüben. Menschenwürde besitzt deshalb eine materielle und eine soziale Dimension. Entscheidend ist für Krebs nicht, dass alle Menschen exakt die gleichen Lebensbedingungen besitzen, sondern dass niemand unterhalb dieser Schwelle leben muss.


Aufgabe 2: Erläutern Sie den Unterschied zwischen Egalitarismus und Non Egalitarismus anhand des Interviews.

Operator: erläutern, Anforderungsbereich II

Musterlösung:

Nach der Darstellung im Interview orientiert sich der Egalitarismus stark an der Gleichheit zwischen Menschen. Entscheidend ist, wie die Lebensaussichten verschiedener Menschen im Verhältnis zueinander aussehen. Dabei spielt insbesondere die möglichst gleiche Freiheit eine wichtige Rolle.

Der von Krebs vertretene Non Egalitarismus setzt einen anderen Schwerpunkt. Entscheidend ist nicht in erster Linie der Vergleich zwischen den Menschen. Stattdessen soll jeder Mensch eine bestimmte Schwelle des menschenwürdigen Lebens erreichen. Sobald diese Schwelle erreicht ist, müssen Unterschiede zwischen Menschen nicht automatisch ungerecht sein.

Der zentrale Unterschied besteht somit im Maßstab der Gerechtigkeit. Der Egalitarismus fragt stärker nach dem Verhältnis zwischen Menschen, während der Non Egalitarismus nach Krebs zunächst fragt, ob jeder Mensch über ausreichende Voraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben verfügt.


Aufgabe 3: Erklären Sie die Bedeutung der beiden Waagenbilder für die unterschiedlichen Gerechtigkeitsvorstellungen.

Operator: erklären, Anforderungsbereich II

Musterlösung:

Die Balkenwaage steht im Interview für die egalitaristische Vorstellung von Gerechtigkeit. Bei einer Balkenwaage werden zwei Seiten miteinander verglichen. Übertragen auf die Gesellschaft bedeutet dies, dass die Lebensbedingungen verschiedener Menschen miteinander verglichen werden. Eine möglichst ausgeglichene Waage symbolisiert möglichst gleiche Lebensaussichten.

Die digitale Waage mit einem roten und einem grünen Bereich steht dagegen für den Non Egalitarismus. Der rote Bereich symbolisiert Lebensbedingungen unterhalb der Schwelle eines menschenwürdigen Lebens. Befindet sich ein Mensch in diesem Bereich, besteht nach Krebs ein Gerechtigkeitsproblem. Der grüne Bereich beginnt dort, wo die Voraussetzungen eines menschenwürdigen Lebens erfüllt sind. Innerhalb dieses Bereiches können Unterschiede bestehen.

Die beiden Bilder verdeutlichen damit unterschiedliche Maßstäbe. Das erste Modell fragt stärker nach Gleichheit, das zweite nach dem Erreichen einer ausreichenden Schwelle.


Aufgabe 4: Arbeiten Sie heraus, welche Bedeutung soziale Zugehörigkeit für das Verständnis von Menschenwürde bei Krebs besitzt.

Operator: herausarbeiten, Anforderungsbereich II

Musterlösung:

Soziale Zugehörigkeit besitzt für Krebs eine zentrale Bedeutung. Ein menschenwürdiges Leben besteht nicht allein darin, genügend materielle Güter zu besitzen. Menschen sollen zugleich als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft anerkannt werden und Möglichkeiten gesellschaftlicher Teilhabe besitzen.

Dies wird besonders am Beispiel der Arbeitslosigkeit deutlich. Krebs sieht das Problem nicht ausschließlich im fehlenden Einkommen. Sie verweist darauf, dass Arbeit in der Gesellschaft Anerkennung und soziale Zugehörigkeit vermitteln kann. Werden Menschen dauerhaft von dieser Möglichkeit ausgeschlossen, kann dies ihre gesellschaftliche Stellung beeinträchtigen.

Auch bei Diskriminierung spielt soziale Zugehörigkeit eine wichtige Rolle. Wenn Menschen aufgrund bestimmter Eigenschaften als Menschen geringeren gesellschaftlichen Wertes behandelt werden, betrifft dies nach Krebs die Menschenwürde. Menschenwürde besitzt damit neben einer materiellen auch eine soziale Dimension.


Aufgabe 5: Vergleichen Sie das Verständnis der Menschenwürde bei Angelika Krebs mit dem christlichen Gedanken der Gottebenbildlichkeit.

Operator: vergleichen, Anforderungsbereich II

Musterlösung:

Eine Gemeinsamkeit besteht darin, dass sowohl Krebs als auch die christliche Vorstellung der Gottebenbildlichkeit jedem Menschen einen grundlegenden Wert zusprechen. Die gesellschaftliche Anerkennung eines Menschen darf nicht davon abhängen, wie reich, erfolgreich oder leistungsfähig er ist.

Ein Unterschied besteht in der Begründung. Krebs entwickelt ihre Position philosophisch und fragt danach, welche Bedingungen für ein menschenwürdiges Leben erfüllt sein müssen. Dazu gehören materielle Lebensgrundlagen, gesellschaftliche Zugehörigkeit und Autonomie. Die christliche Vorstellung begründet die besondere Würde des Menschen dagegen religiös. Nach Genesis 1 ist der Mensch Ebenbild Gottes. Seine Würde beruht damit auf seiner besonderen Beziehung zu Gott und nicht auf gesellschaftlichen Leistungen.

Beide Ansätze können jedoch zu ähnlichen praktischen Konsequenzen führen. Armut, Ausgrenzung und Diskriminierung werden problematisch, wenn sie Menschen grundlegende Lebensmöglichkeiten und gesellschaftliche Anerkennung verwehren.


Aufgabe 6: Analysieren Sie die Funktion des Kuchenbeispiels für die Argumentation über Gleichheit und Gerechtigkeit.

Operator: analysieren, Anforderungsbereich II

Musterlösung:

Das Kuchenbeispiel dient dazu, eine auf Gleichheit ausgerichtete Vorstellung von Gerechtigkeit anschaulich zu machen. Zunächst erscheint es gerecht, wenn alle Kinder ein gleich großes Stück Kuchen erhalten. Das Beispiel unterstützt damit die intuitive Vorstellung, dass gleiche Verteilung gerecht sei.

Krebs kritisiert jedoch die Übertragung dieses Beispiels auf gesellschaftliche Gerechtigkeit. Nach ihrer Argumentation ist die Verteilung gesellschaftlicher Güter wesentlich komplexer. Bedürfnisse, Leistungen, unterschiedliche Lebenssituationen sowie die Interessen vergangener und zukünftiger Generationen können berücksichtigt werden müssen.

Das Beispiel besitzt damit eine doppelte Funktion. Es macht die Attraktivität einer einfachen Gleichheitsvorstellung sichtbar und ermöglicht Krebs gleichzeitig, die Grenzen dieser Vorstellung herauszuarbeiten. Sie will zeigen, dass eine gerechte Verteilung nicht in jeder Situation mit einer gleichen Verteilung identisch sein muss.


Aufgabe 7: Beurteilen Sie die Aussage: „Eine Gesellschaft kann gerecht sein, obwohl ihre Mitglieder unterschiedlich viel besitzen.“ Beziehen Sie die Position von Angelika Krebs in Ihre Argumentation ein.

Operator: beurteilen, Anforderungsbereich III

Musterlösung:

Aus der Perspektive von Angelika Krebs kann eine Gesellschaft trotz materieller Unterschiede gerecht sein. Entscheidend ist nach ihrem Ansatz nicht, ob alle Menschen gleich viel besitzen. Entscheidend ist vielmehr, ob alle die Schwelle eines menschenwürdigen Lebens erreichen.

Für diese Position spricht, dass Menschen unterschiedliche Bedürfnisse und Lebenssituationen besitzen. Eine vollkommen gleiche Verteilung muss deshalb nicht automatisch gerecht sein. Wenn beispielsweise alle Menschen ausreichend Nahrung, Wohnraum, gesellschaftliche Teilhabemöglichkeiten und persönliche Freiheit besitzen, können bestimmte Unterschiede im Besitz vertretbar erscheinen.

Gegen diese Position kann eingewendet werden, dass sehr große Unterschiede ebenfalls Auswirkungen auf gesellschaftliche Teilhabe und politische Einflussmöglichkeiten haben können. Materielle Ungleichheiten könnten deshalb auch oberhalb einer festgelegten Mindestschwelle Fragen der Gerechtigkeit aufwerfen.

Ein begründetes Urteil muss daher berücksichtigen, ob vorhandene Ungleichheiten die Menschenwürde, gesellschaftliche Teilhabe oder andere Gerechtigkeitsstandards beeinträchtigen. Die Höhe eines Unterschiedes allein reicht noch nicht aus, um seine Gerechtigkeit zu beurteilen.


Aufgabe 8: Beurteilen Sie die These von Krebs, dass im Zentrum einer gerechten Gesellschaft nicht Gleichheit, sondern Menschenwürde stehen sollte.

Operator: beurteilen, Anforderungsbereich III

Musterlösung:

Für die These von Krebs spricht, dass sie den Blick auf die konkrete Lebenssituation von Menschen richtet. Entscheidend ist zunächst, ob Menschen genug zum Leben besitzen, gesellschaftlich anerkannt werden, soziale Beziehungen führen können und Möglichkeiten der Selbstbestimmung haben. Dadurch konzentriert sich die Frage nach Gerechtigkeit auf grundlegende menschliche Bedürfnisse und nicht ausschließlich auf den Vergleich mit anderen Menschen.

Die Position kann jedoch auch kritisch betrachtet werden. Ungleichheit kann selbst Auswirkungen auf gesellschaftliche Teilhabe, Anerkennung und Einflussmöglichkeiten besitzen. Deshalb kann es notwendig sein, nicht nur danach zu fragen, ob eine Mindestschwelle erreicht wird, sondern auch zu untersuchen, welche Folgen große Unterschiede zwischen Menschen haben.

Die These von Krebs bietet somit einen wichtigen Maßstab für die Diskussion über Gerechtigkeit, weil sie Menschenwürde und konkrete Lebensbedingungen in den Mittelpunkt stellt. Bei der Beurteilung gesellschaftlicher Verhältnisse können darüber hinaus weitere Kriterien wie Gleichberechtigung, Leistung, Bedürftigkeit und gesellschaftliche Teilhabe berücksichtigt werden.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

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