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Fachverband Ethik Baden Württemberg

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Mit der Maschine Meinung machen

Veröffentlichung:1.1.2015

Das Medium „Mit der Maschine Meinung machen“ von Adrian Lobe thematisiert den Einsatz automatisierter Programme zur Beeinflussung politischer Kommunikation in sozialen Netzwerken. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Bots, die automatisiert Beiträge veröffentlichen und dabei den Eindruck erwecken können, hinter den jeweiligen Konten stünden reale Menschen. An verschiedenen internationalen Beispielen beschreibt Lobe, wie solche Konten zur Verbreitung politischer Botschaften, zur Unterstützung politischer Akteure, zur Verbreitung von Gerüchten oder zur Beeinflussung der öffentlichen Wahrnehmung eingesetzt wurden. Der Text erläutert dabei auch das sogenannte Astroturfing, bei dem durch zahlreiche automatisierte Beiträge der Eindruck einer breiten gesellschaftlichen Zustimmung oder einer spontanen Bewegung erzeugt werden soll. Lobe verweist zudem auf einen kommerziellen Markt für künstliche Konten und digitale Gefolgschaft. Daraus entwickelt der Text die grundlegende Frage, in welchem Umfang automatisierte Kommunikation das wahrgenommene Meinungsbild in sozialen Netzwerken verzerren und damit den politischen und gesellschaftlichen Diskurs beeinflussen kann. Das Medium macht somit auf die Bedeutung von Authentizität, Wahrheit, Manipulation, Macht und Verantwortung in digitaler Kommunikation aufmerksam.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für die Auseinandersetzung mit Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Manipulation, Freiheit, Verantwortung und gesellschaftlicher Kommunikation. Da der Artikel aus dem Jahr 2016 stammt, sollte er zunächst zeitlich eingeordnet werden. Die konkreten Angaben zu damaligen Plattformen, Personen und technischen Möglichkeiten sind als zeitgebundene Beispiele zu behandeln und können mit gegenwärtigen Formen automatisierter Kommunikation verglichen werden. Als lebensweltlicher Einstieg kann die Frage dienen, woran die Lernenden erkennen können, ob ein Beitrag in einem sozialen Netzwerk tatsächlich von einem Menschen stammt. Anschließend können Vermutungen darüber gesammelt werden, warum es für politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Akteure interessant sein könnte, eine große Zahl automatisierter Beiträge zu verbreiten. Bei der Texterschließung bietet es sich an, zwischen Funktionsweise, Absicht und möglichen Folgen von Bots zu unterscheiden. Die Lernenden können herausarbeiten, wie Bots eingesetzt werden, welche Ziele damit verfolgt werden können und welche Auswirkungen dies auf die Wahrnehmung gesellschaftlicher Mehrheiten haben kann. Methodisch kann anschließend ein Gedankenexperiment durchgeführt werden: Die Lernenden stellen sich vor, dass zu einer gesellschaftlich kontroversen Frage tausende zustimmende Kommentare erscheinen. Erst später erfahren sie, dass ein erheblicher Teil dieser Äußerungen automatisiert erzeugt wurde. Sie können reflektieren, ob und warum sich dadurch ihre Einschätzung der vermeintlichen Mehrheitsmeinung verändert. Damit lässt sich der Zusammenhang zwischen technischer Manipulation und menschlicher Urteilsbildung erschließen. Religionspädagogisch bietet der Text einen besonders geeigneten Zugang zur Bedeutung von Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Die Lernenden können diskutieren, weshalb Wahrheit für menschliches Zusammenleben wichtig ist und welche Folgen entstehen, wenn Menschen nicht mehr zuverlässig unterscheiden können, ob ihnen authentische Äußerungen, gezielte Täuschungen oder automatisiert erzeugte Botschaften begegnen. Hier können biblische und christliche Vorstellungen von Wahrheit, Ehrlichkeit und verantwortlicher Rede einbezogen werden. Ebenso kann die Bedeutung des achten Gebots für die digitale Kommunikation untersucht werden. Dabei sollte es nicht bei einer einfachen Übertragung des Gebots auf falsche Aussagen im Internet bleiben. Vielmehr können die Lernenden fragen, welche Verantwortung Menschen für die Weitergabe ungeprüfter Informationen besitzen und inwiefern auch die gezielte Erzeugung eines falschen Eindrucks gesellschaftlicher Zustimmung eine Form der Täuschung darstellen kann. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Freiheit. Politische Meinungsbildung setzt voraus, dass Menschen unterschiedliche Informationen wahrnehmen, deren Herkunft beurteilen und eigenständig zu einem Urteil gelangen können. Werden Informationsräume gezielt manipuliert, stellt sich die Frage, unter welchen Bedingungen noch von einer freien und selbstbestimmten Meinungsbildung gesprochen werden kann. In Gruppen können die Lernenden deshalb Kriterien für vertrauenswürdige digitale Kommunikation entwickeln. Dazu können erkennbare Urheberschaft, überprüfbare Quellen, Transparenz, Wahrhaftigkeit und die Unterscheidbarkeit menschlicher und automatisierter Kommunikation gehören. Eine weitere methodische Möglichkeit besteht in der Analyse beispielhafter Beiträge, bei denen die Lernenden Indizien für automatisierte oder manipulative Kommunikation suchen und anschließend diskutieren, warum eindeutige Zuordnungen schwierig sein können. Dabei sollte vermittelt werden, dass ungewöhnliches Verhalten eines Kontos allein kein sicherer Beweis für einen Bot ist. Auf diese Weise wird die Fähigkeit zur kritischen Medienreflexion gefördert, ohne vorschnelles Misstrauen gegenüber jeder digitalen Kommunikation zu erzeugen. Als abschließende Aufgabe können die Lernenden einen ethischen Kriterienkatalog für verantwortliche Kommunikation in sozialen Netzwerken entwickeln. Dieser kann mit christlichen Wertvorstellungen wie Wahrheit, Wahrhaftigkeit, Menschenwürde, Gerechtigkeit, Verantwortung und Nächstenliebe begründet werden. Das Medium ermöglicht damit eine Verbindung von digitaler Lebenswelt, Medienethik und religiöser Urteilsbildung und sensibilisiert die Lernenden dafür, dass verantwortliche Kommunikation eine wesentliche Voraussetzung für Vertrauen, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine freie Meinungsbildung ist.


Aufgabe 1

Operator: zusammenfassen

Fasse die zentralen Aussagen des Artikels „Mit der Maschine Meinung machen“ in eigenen Worten zusammen. Erläutere dabei kurz, was unter Bots und Astroturfing verstanden wird und zu welchen Zwecken diese eingesetzt werden.

Musterantwort

Der Artikel „Mit der Maschine Meinung machen“ von Adrian Lobe beschäftigt sich mit dem Einsatz automatisierter Nutzerkonten in sozialen Netzwerken und deren möglichem Einfluss auf politische Kommunikation. Sogenannte Bots können automatisch große Mengen von Beiträgen veröffentlichen und dadurch den Eindruck erwecken, viele verschiedene Menschen würden dieselbe Meinung vertreten.

Als Astroturfing bezeichnet der Artikel eine Methode, bei der durch koordinierte und automatisierte Beiträge der Eindruck einer breiten Unterstützung für eine bestimmte Position erzeugt werden soll. Eine scheinbar von vielen Menschen getragene Meinung kann somit künstlich hergestellt werden.

Der Autor beschreibt verschiedene Beispiele aus der Politik. Bots können dazu verwendet werden, Gerüchte zu verbreiten, die Popularität politischer Personen größer erscheinen zu lassen oder kritische Stimmen zurückzudrängen. Der Artikel nennt Beispiele aus verschiedenen Ländern und politischen Zusammenhängen.

Das zentrale Problem besteht darin, dass Nutzende sozialer Netzwerke möglicherweise nicht erkennen können, ob eine große Zahl ähnlicher Beiträge tatsächlich von vielen Menschen stammt oder automatisch erzeugt wurde. Dadurch können Bots das wahrgenommene Meinungsbild beeinflussen. Der Artikel wirft deshalb die Frage auf, welche Folgen automatisierte Kommunikation für politische Meinungsbildung und öffentlichen Diskurs besitzt.


Aufgabe 2

Operator: erläutern

Erläutere anhand des Artikels, weshalb Bots das Meinungsbild in einem sozialen Netzwerk verzerren können.

Musterantwort

Bots können ein Meinungsbild verzerren, weil sie menschliche Zustimmung oder Ablehnung vortäuschen können. Wenn ein automatisiertes Konto einen Beitrag veröffentlicht, ist für andere Nutzende möglicherweise nicht sofort erkennbar, dass hinter diesem Beitrag kein Mensch steht.

Besonders problematisch wird dies, wenn sehr viele Bots gleichzeitig ähnliche Aussagen verbreiten. Dadurch entsteht der Eindruck, eine bestimmte Meinung werde von besonders vielen Menschen vertreten. Tatsächlich kann es sich jedoch um eine koordinierte Aktion handeln.

Der Artikel verdeutlicht dies unter anderem anhand politischer Beispiele. Automatisierte Konten werden eingesetzt, um bestimmte Botschaften zu verbreiten, Zustimmung zu politischen Personen größer erscheinen zu lassen oder kritische Beiträge zu verdrängen.

Damit entsteht eine Differenz zwischen tatsächlicher und wahrgenommener öffentlicher Meinung. Menschen könnten eine politische Position für besonders verbreitet halten, obwohl ein erheblicher Teil der sichtbaren Unterstützung künstlich erzeugt wurde. Bots können deshalb die Wahrnehmung gesellschaftlicher Zustimmung beeinflussen.


Aufgabe 3

Operator: analysieren

Analysiere, mit welchen sprachlichen und argumentativen Mitteln Adrian Lobe die möglichen Gefahren politischer Bots verdeutlicht. Berücksichtige mindestens drei geeignete Beispiele aus dem Text.

Musterantwort

Adrian Lobe verwendet verschiedene sprachliche und argumentative Mittel, um die Problematik politischer Bots anschaulich zu machen.

Zunächst beginnt er mit einem konkreten Beispiel. Nach der Ermordung des russischen Regierungskritikers Boris Nemzow wird eine Behauptung über dessen Tod verbreitet. Der Autor erklärt anschließend, dass die betreffende Nachricht nicht von einem Menschen, sondern automatisiert erzeugt wurde. Durch dieses Beispiel wird das abstrakte Thema Bots unmittelbar mit einer konkreten politischen Situation verbunden.

Auffällig sind außerdem militärische Metaphern. Der Autor spricht beispielsweise von einer „Twitter Armee“, von einer „Armada“ und von einem „Propagandakrieg“. Durch diese Wortwahl erscheint die Kommunikation in sozialen Netzwerken als gezielte Auseinandersetzung, in der Bots strategisch eingesetzt werden. Die Metaphern unterstreichen die große Zahl und den koordinierten Einsatz automatisierter Konten.

Mit der Formulierung „digitale Pappkameraden“ verwendet der Autor außerdem eine bildhafte und wertende Bezeichnung für Fake Accounts. Damit verdeutlicht er, dass die scheinbaren Unterstützer keine wirklichen Personen sind. Gleichzeitig erhält der Text dadurch eine ironische Wirkung.

Neben solchen sprachlichen Mitteln verwendet der Autor Zahlen und konkrete Beispiele. Er nennt etwa die Zahl angeblicher Fake Accounts und verweist auf Untersuchungen zum Anteil automatisierter Konten. Dadurch versucht er, die Größenordnung des beschriebenen Problems zu verdeutlichen.

Insgesamt verbindet der Autor konkrete Fälle, Zahlen, Fachbegriffe und eine bildhafte Sprache. Dadurch wird das Thema sowohl sachlich erklärt als auch in seiner möglichen gesellschaftlichen Bedeutung zugespitzt.


Aufgabe 4

Operator: in Beziehung setzen

Setze die im Artikel beschriebene Verwendung von Bots zur gezielten Beeinflussung anderer Menschen in Beziehung zum achten Gebot „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“.

Musterantwort

Das achte Gebot bezieht sich ursprünglich auf falsche Aussagen über andere Menschen. In einem weiteren ethischen Verständnis kann es als Verpflichtung zu Wahrheit und Wahrhaftigkeit im menschlichen Zusammenleben verstanden werden.

Die im Artikel beschriebene Verwendung von Bots kann mit diesem Gebot in Beziehung gesetzt werden, weil durch automatisierte Konten ein falscher Eindruck entstehen kann. Es wird beispielsweise vorgetäuscht, dass eine bestimmte politische Meinung von vielen Menschen vertreten wird, obwohl ein Teil dieser vermeintlichen Personen gar nicht existiert.

Problematisch ist dabei nicht nur eine möglicherweise falsche einzelne Aussage. Auch die Form der Kommunikation kann täuschen. Selbst wenn ein automatisch verbreiteter Satz sachlich richtig wäre, könnte die künstliche Vervielfachung den falschen Eindruck erzeugen, dass sehr viele unterschiedliche Menschen diese Auffassung vertreten.

Aus der Perspektive des achten Gebots betrifft Wahrhaftigkeit deshalb nicht ausschließlich den Inhalt einer Aussage. Auch die Art und Weise, wie Kommunikation gestaltet wird, kann ethisch relevant sein.

Die gezielte Verwendung von Bots zur Täuschung über gesellschaftliche Zustimmung steht damit in Spannung zu einem christlichen Verständnis wahrhaftiger Kommunikation. Menschen sollen andere nicht bewusst in die Irre führen, sondern Kommunikation so gestalten, dass verantwortliche und möglichst freie Urteile möglich bleiben.


Aufgabe 5

Operator: erörtern

Erörtere folgende Aussage: „Der Einsatz automatisierter Konten ist ethisch vertretbar, solange die verbreiteten Informationen wahr sind.“

Beziehe den Artikel und christlich ethische Gesichtspunkte in deine Argumentation ein.

Musterantwort

Für die Aussage könnte sprechen, dass automatisierte Systeme zunächst lediglich technische Werkzeuge sind. Ein Bot kann beispielsweise verwendet werden, um Informationen schnell zu verbreiten. Wenn die Informationen sachlich richtig sind, muss die Automatisierung deshalb nicht grundsätzlich problematisch sein. Auch Einrichtungen, Behörden oder andere Organisationen könnten automatisierte Systeme einsetzen, um Menschen über wichtige Ereignisse zu informieren.

Gegen die Aussage spricht jedoch, dass ethische Kommunikation nicht ausschließlich davon abhängt, ob einzelne Informationen wahr sind. Entscheidend ist auch, ob über den Ursprung und die Verbreitung einer Aussage getäuscht wird.

Wenn beispielsweise eine Person hundert automatisierte Konten einsetzt, um dieselbe Meinung zu verbreiten, kann bei anderen Menschen der Eindruck entstehen, hundert verschiedene Personen würden diese Auffassung vertreten. Die Aussage selbst könnte zwar sachlich richtig sein, das dargestellte Meinungsbild wäre jedoch irreführend.

Aus christlich ethischer Perspektive ist Wahrhaftigkeit deshalb umfassender als die bloße sachliche Richtigkeit einzelner Sätze. Wahrhaftige Kommunikation setzt voraus, andere Menschen nicht bewusst zu täuschen.

Außerdem ist die Freiheit des anderen zu berücksichtigen. Menschen sollen sich möglichst eigenständig eine Meinung bilden können. Wird ihnen absichtlich eine nicht vorhandene gesellschaftliche Zustimmung vorgespiegelt, kann ihre Urteilsbildung beeinflusst werden.

Der Einsatz automatisierter Konten kann deshalb nicht allein danach beurteilt werden, ob die verbreiteten Informationen wahr sind. Wichtig sind auch Transparenz, Absicht und Folgen. Ein deutlich als automatisiert gekennzeichnetes Konto, das sachliche Informationen verbreitet, ist ethisch anders zu beurteilen als ein Bot, der sich als realer Mensch ausgibt und gesellschaftliche Zustimmung vortäuscht.


Aufgabe 6

Operator: beurteilen

Beurteile aus christlich ethischer Perspektive den gezielten Einsatz von Bots zur politischen Meinungsbeeinflussung. Beziehe die Werte Wahrheit, Freiheit und Verantwortung in deine Beurteilung ein.

Musterantwort

Der gezielte Einsatz von Bots zur politischen Meinungsbeeinflussung berührt mehrere zentrale ethische Werte.

Von besonderer Bedeutung ist zunächst die Wahrheit. Politische Meinungsbildung setzt voraus, dass Menschen Informationen möglichst zuverlässig einschätzen können. Wenn automatisierte Konten vorgeben, reale Menschen zu sein, wird über die Herkunft und Verbreitung einer Meinung getäuscht. Dies steht in Spannung zum christlichen Wert der Wahrhaftigkeit und zum achten Gebot.

Ein zweiter Gesichtspunkt ist die Freiheit. Menschen sollen ihre politischen und gesellschaftlichen Urteile möglichst selbstständig bilden können. Dafür benötigen sie die Möglichkeit, Informationen kritisch zu prüfen. Wird durch Bots künstlich der Eindruck erzeugt, eine bestimmte Meinung werde von einer großen Mehrheit vertreten, kann dies die freie Urteilsbildung erschweren.

Schließlich spielt Verantwortung eine wichtige Rolle. Menschen und Organisationen, die digitale Technologien einsetzen, tragen Verantwortung für die Folgen ihrer Kommunikation. Die Tatsache, dass eine Nachricht technisch von einem Computerprogramm verbreitet wird, hebt die menschliche Verantwortung nicht auf. Verantwortlich bleiben diejenigen, die das Programm erstellen, einsetzen oder gezielt für bestimmte Zwecke nutzen.

Aus christlich ethischer Perspektive ist der verdeckte Einsatz von Bots zur Täuschung über öffentliche Zustimmung deshalb kritisch zu beurteilen. Anders kann ein transparent gekennzeichneter automatisierter Dienst bewertet werden, der beispielsweise sachliche Informationen bereitstellt. Entscheidend sind Zweck, Transparenz, Wahrheit und die Achtung der Freiheit anderer Menschen.


Aufgabe 7

Operator: Stellung nehmen

Nimm begründet zu der Aussage Stellung: „Viele Likes, Kommentare und Follower sagen nichts darüber aus, ob eine Aussage wahr ist.“

Musterantwort

Der Aussage ist grundsätzlich zuzustimmen. Die Anzahl von Likes, Kommentaren oder Followern zeigt zunächst nur, wie sichtbar oder verbreitet ein Inhalt in einem sozialen Netzwerk ist. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, ob der Inhalt sachlich richtig ist.

Der Artikel verdeutlicht dieses Problem anhand von Bots und Fake Accounts. Wenn automatisierte Konten Beiträge teilen oder bestimmten Personen folgen, kann eine große Zustimmung entstehen, obwohl wesentlich weniger reale Menschen beteiligt sind.

Doch auch wenn alle Reaktionen von realen Menschen stammen, ist Popularität kein Beweis für Wahrheit. Eine falsche Behauptung kann von sehr vielen Menschen geglaubt und verbreitet werden. Umgekehrt kann eine richtige Information zunächst nur wenige Menschen erreichen.

Für die Beurteilung einer Aussage müssen deshalb andere Kriterien verwendet werden. Dazu gehören die Glaubwürdigkeit der Quelle, überprüfbare Belege, die Übereinstimmung mit gesicherten Informationen und der Vergleich unterschiedlicher Quellen.

Auch aus christlich ethischer Perspektive ist diese Unterscheidung bedeutsam. Wahrheit hängt nicht davon ab, wie viele Menschen einer Aussage zustimmen. Verantwortliches Urteilen bedeutet deshalb, sich nicht ausschließlich an Mehrheiten und digitaler Popularität zu orientieren, sondern Informationen kritisch zu prüfen.

Der Artikel macht somit deutlich, dass digitale Reichweite und Wahrheit voneinander unterschieden werden müssen. Gerade in sozialen Netzwerken gehört diese Unterscheidung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Informationen.

Hessen

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Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 10

10.1 Verantwortung für das Leben. Menschenwürde und Gottesebenbildlichkeit.

Sekundarstufe II | E1 Religion und Mensch in einer pluralen Welt

E1.2 Anthropologie und Religion.

Rheinland-Pfalz

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Sekundarstufe II | 11/1 Was ist der Mensch?

11.1 / 3. Der Mensch und seine Verantwortung.

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