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Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH

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Weitere jüdische und christliche Apokalypsen

Veröffentlichung:1.1.1970

Das Medium „Weitere jüdische und christliche Apokalypsen“ bietet einen kompakten Überblick über verschiedene jüdische und christliche apokalyptische Schriften und ordnet sie nach Inhalt und Entstehungszeit. Vorgestellt werden unter anderem die drei Henochschriften, die Sibyllinischen Orakel, verschiedene Esraschriften, die Baruchschriften, die Abraham Apokalypse, die Adam Apokalypse, die Elija Apokalypse, verschiedene Danielschriften, die Kriegsregel von Qumran sowie christliche Petrus und Paulus Apokalypsen und die Thomas Apokalypse. Wiederkehrende Motive sind Himmelsreisen, Engel, himmlische Geheimnisse, Auferstehung der Toten, das Jüngste Gericht, Weltende, Endzeit, Messias, Wiederkunft Christi, Himmel und Hölle sowie die Hoffnung auf eine erneuerte Welt. Bereits die Henochschriften verbinden beispielsweise Himmelsreisen mit Vorstellungen vom Engelsturz, von himmlischen Geheimnissen und von der Auferstehung. Besonders deutlich werden typische apokalyptische Vorstellungen in 2 Baruch, wo Tempelzerstörung, Katastrophen, das Kommen des Messias, Auferstehung und letztes Gericht miteinander verbunden werden. Das Medium verdeutlicht zugleich, dass Apokalyptik kein ausschließlich christliches Phänomen ist. Zahlreiche Motive begegnen bereits in jüdischen Schriften und werden in unterschiedlichen historischen Zusammenhängen aufgenommen und weiterentwickelt. Als gemeinsamer Hintergrund wird die Erfahrung politischer Bedrängnis unter römischer Herrschaft genannt. In dieser Situation beschäftigen sich die apokalyptischen Schriften mit Endzeit, Weltgericht und der Erwartung eines neuen Reiches Gottes. Die übersichtlich gestaltete Seite eignet sich dadurch als Orientierungsmedium, das die Offenbarung des Johannes in die größere religiöse Tradition antiker Apokalyptik einordnet. Eine ottonische Buchmalerei des Propheten Daniel ergänzt die Übersicht und veranschaulicht das für apokalyptische Literatur charakteristische Motiv einer durch einen Engel vermittelten Offenbarung.

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Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders für Unterrichtseinheiten zur Offenbarung des Johannes, zur Apokalyptik, zu Endzeitvorstellungen, Zukunftshoffnungen und zum Verhältnis von Judentum und Christentum. Aufgrund der kompakten Darstellung kann die Seite sowohl zur Einführung als auch zur Systematisierung bereits erworbener Kenntnisse verwendet werden. Als Einstieg bietet sich eine Sammlung von Vorstellungen an, die Lernende mit dem Begriff Apokalypse verbinden. Häufig werden dabei Katastrophe, Weltuntergang, Krieg oder Zerstörung genannt. Diese Vorstellungen können zunächst sichtbar festgehalten und anschließend mithilfe des Mediums erweitert werden. Die Lernenden erhalten den Auftrag, in den vorgestellten Schriften wiederkehrende Motive zu markieren. Dabei können Kategorien wie Himmelsreise, Engel, Gericht, Auferstehung, Messias, neue Welt, Himmel, Hölle und kosmischer Kampf gebildet werden. Auf diese Weise wird erkennbar, dass apokalyptische Literatur nicht ausschließlich von Vernichtung erzählt, sondern auch die Frage stellt, wie angesichts von Bedrängnis Gerechtigkeit hergestellt werden kann und welche Hoffnung über die gegenwärtige Wirklichkeit hinausreicht. Besonders geeignet ist eine arbeitsteilige Gruppenarbeit. Jede Gruppe untersucht einige der aufgeführten Schriften und erstellt kurze Steckbriefe mit Titel, religiösem Kontext, Entstehungszeit und zentralen Motiven. Anschließend werden die Ergebnisse auf einer gemeinsamen Zeitleiste angeordnet. Dadurch können die Lernenden nachvollziehen, dass apokalyptische Traditionen über einen langen Zeitraum entstehen und weiterentwickelt werden. Besonders interessant ist ein Vergleich von 4 Esra mit der Offenbarung des Johannes, da das Medium ausdrücklich auf zahlreiche Parallelen hinweist. In 4 Esra wird in sieben Visionen nach Gottes Handeln angesichts der Zerstörung Jerusalems und der menschlichen Sünde gefragt. Die Lernenden können daraus die grundlegende Frage entwickeln, weshalb ein gerechter Gott Leid und Zerstörung zulässt und wie apokalyptische Texte darauf antworten. Auch die Kriegsregel von Qumran eignet sich für einen Vergleich. Dort wird ein zukünftiger Kampf zwischen den Söhnen des Lichts und den Söhnen der Finsternis beschrieben. Diese Vorstellung kann mit anderen Licht und Finsternis Motiven verglichen und hinsichtlich ihrer Wirkung kritisch reflektiert werden. Dabei ist darauf zu achten, apokalyptische Kampfvorstellungen historisch und symbolisch zu erschließen und nicht unmittelbar auf gegenwärtige Menschengruppen zu übertragen. Eine weitere Gruppe kann die Offenbarung des Petrus untersuchen, in der nach den Zeichen der Wiederkunft Jesu und dem Ende der Welt gefragt wird und Petrus durch Paradies und Hölle reist. Im Vergleich mit jüdischen Himmelsreisen können die Lernenden erkennen, wie ältere Motive in christlichen Texten aufgenommen und neu gedeutet werden. Methodisch bietet sich auch eine Motivmatrix an. In den Zeilen werden die einzelnen Schriften eingetragen, in den Spalten Motive wie Engel, Vision, Himmelsreise, Gericht, Auferstehung, Messias, Weltende und neue Welt. Die Lernenden markieren anschließend, welche Motive in welchen Schriften auftreten. So wird die große Vielfalt innerhalb der Apokalyptik ebenso sichtbar wie die Verbindungslinien zwischen den Texten. Die Buchmalerei des Propheten Daniel auf der Seite kann zusätzlich für eine Bilderschließung genutzt werden. Die Lernenden beschreiben Figuren, Gesten und die Beziehung zwischen Daniel und dem Engel und verbinden ihre Beobachtungen anschließend mit der Frage, was Offenbarung bedeutet. Für ältere Lernende bietet sich eine kritische Beschäftigung mit der historischen Situation apokalyptischer Literatur an. Ausgehend vom Einführungstext des Mediums kann diskutiert werden, weshalb Erfahrungen politischer Bedrängnis die Hoffnung auf Gottes endgültiges Eingreifen verstärken konnten. Die Lernenden können daraus ein differenziertes Verständnis von Apokalyptik entwickeln, das nicht beim Begriff Weltuntergang stehen bleibt. Als Ergebnissicherung eignet sich die Aufgabe, eine Definition von Apokalyptik zu formulieren, die mindestens vier typische Merkmale enthält und durch Beispiele aus dem Medium belegt wird. Alternativ können die Lernenden die Frage beantworten, weshalb Menschen in Krisenzeiten Geschichten über Gericht, Auferstehung und eine neue Welt erzählen. Damit ermöglicht das Medium historisches, biblisches und religionsgeschichtliches Lernen und eröffnet zugleich eine Auseinandersetzung mit Hoffnung, Gerechtigkeit, Leid, Zukunft und der Frage nach Gottes Handeln in Krisenzeiten.

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