Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur geografischen Erschließung der Lebenswelt Jesu und der Evangelien. Als Einstieg können die Lernenden bekannte Ortsnamen auf der Karte suchen und erzählen, welche biblischen Geschichten sie mit diesen Orten verbinden. Auf diese Weise wird vorhandenes Wissen aktiviert und zugleich deutlich, dass die Evangelien ihre Erzählungen in konkreten geografischen Räumen verorten. Nazaret kann beispielsweise mit der Herkunft Jesu verbunden werden, Bethlehem mit den Geburtsüberlieferungen, Kafarnaum mit dem öffentlichen Wirken Jesu in Galiläa, Kana mit der Hochzeitserzählung, der See Gennesaret mit Berufungs, Sturm und Speisungserzählungen sowie Jerusalem und Betanien mit den Passionsüberlieferungen. Besonders geeignet ist die Karte für die Erarbeitung der Wege Jesu. Die Lernenden können ausgewählte Stationen aus den Evangelien lokalisieren und auf einer eigenen Karte miteinander verbinden. Dabei lassen sich Entfernungen abschätzen und landschaftliche Bedingungen berücksichtigen. So können die Lernenden nachvollziehen, dass Reisen zwischen Galiläa und Jerusalem längere Wegstrecken bedeuteten und dass Berge, Täler, Gewässer und unterschiedliche Landschaftsräume das Unterwegssein prägten. Eine weitere Möglichkeit bietet die arbeitsteilige Gruppenarbeit. Einzelne Gruppen können Galiläa, Samarien, Judäa, das Jordantal oder das Gebiet um den See Gennesaret untersuchen und dazu Orte, Landschaften und passende neutestamentliche Texte zusammentragen. Die Ergebnisse können anschließend auf einer gemeinsamen Karte vorgestellt werden. Besonders ergiebig ist die Beschäftigung mit Galiläa, da dort zahlreiche Überlieferungen über das Wirken Jesu verortet sind. Kafarnaum, Betsaida, Kana, Magdala, Nazaret und der See Gennesaret können zu einem geografischen Netz verbunden werden, das den Lernenden eine Vorstellung vom räumlichen Schwerpunkt des Wirkens Jesu vermittelt. Auch Samarien bietet wichtige Anknüpfungspunkte. Sichem und Sychar können beispielsweise mit der Begegnung Jesu mit der samaritanischen Frau verbunden werden. Dadurch lässt sich zugleich das Verhältnis zwischen Juden und Samaritern thematisieren. Jerusalem, Jericho und Betanien ermöglichen wiederum eine Konzentration auf den Weg Jesu nach Jerusalem und die Passionsgeschichte. Methodisch kann die Karte dauerhaft während einer Unterrichtsreihe sichtbar bleiben. Neue Orte werden jeweils lokalisiert, mit Bibelstellen versehen und in einen wachsenden geografischen Zusammenhang eingeordnet. Für ältere Lernende eignet sich das Medium zudem zur kritischen Kartenarbeit. Sie können untersuchen, welche Orte ausgewählt wurden, welche geografischen Informationen hervorgehoben werden und inwiefern eine moderne Karte historische Räume vereinfacht. Dabei sollte verdeutlicht werden, dass geografische Bezeichnungen aus der Antike nicht ohne Weiteres mit heutigen politischen Grenzen gleichgesetzt werden können. Ebenso ist es sinnvoll, zwischen der erzählten Welt der Evangelien, historischen Erkenntnissen und späteren religiösen Traditionen zu unterscheiden. Die Karte kann außerdem genutzt werden, um das Judentum als selbstverständlichen religiösen und kulturellen Lebenszusammenhang Jesu zu erschließen. Orte wie Jerusalem, Synagogenorte in Galiläa und die Landschaft Judäas können Ausgangspunkte sein, um jüdisches Leben, Feste, Wallfahrten und religiöse Traditionen zur Zeit Jesu zu behandeln. Als Ergebnissicherung können die Lernenden eine vereinfachte eigene Karte beschriften, einen Weg Jesu darstellen, Bibelstellen den jeweiligen Orten zuordnen oder einen biblischen Reiseführer gestalten. Auf diese Weise unterstützt das Medium geografische Orientierung, Bibelkenntnis, historisches Lernen und ein differenziertes Verständnis der religiösen und kulturellen Lebenswelt des Neuen Testaments.