Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium besonders zur räumlichen und historischen Erschließung Jerusalems in alttestamentlicher Zeit. Zu Beginn können die Lernenden den Stadtplan zunächst beschreiben und auffällige Elemente benennen. Dabei können sie erkennen, dass Jerusalem auf einem von Tälern umgebenen Höhenzug liegt und dass die Wasserversorgung für die Entwicklung und Verteidigung der Stadt eine besondere Bedeutung hatte. Anschließend können wichtige Orte wie Davidstadt, Tempel, Palast, Gihonquelle und Hiskija Tunnel gemeinsam lokalisiert werden. Besonders sinnvoll ist eine Verbindung mit ausgewählten biblischen Texten. Die Lernenden können beispielsweise die Eroberung Jerusalems durch David, den Ausbau der Stadt, den Tempelbau unter Salomo oder die Maßnahmen König Hiskijas angesichts der assyrischen Bedrohung untersuchen und die jeweiligen Ereignisse auf dem Plan verorten. Die Gihonquelle und der Hiskija Tunnel ermöglichen dabei eine anschauliche Beschäftigung mit der Frage, wie die Wasserversorgung einer befestigten Stadt in einer Krisensituation gesichert werden konnte. Der Tempelbereich eröffnet einen weiteren Schwerpunkt. Die Lernenden können untersuchen, weshalb Jerusalem zunehmend zum religiösen Zentrum Israels und Judas wurde und welche Bedeutung dem Tempel als Ort der Gottesverehrung zugeschrieben wurde. Methodisch bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an, bei der verschiedene Gruppen jeweils einen Bereich der Karte erschließen. Denkbare Themen sind die Davidstadt, der Tempel, die Wasserversorgung, die Stadtbefestigung, die Stadterweiterungen, die Täler oder die Gräberfelder. Die Ergebnisse können anschließend auf einer vergrößerten Karte präsentiert und miteinander verbunden werden. Eine weitere Möglichkeit ist ein Vergleich verschiedener Entwicklungsphasen Jerusalems. Die Lernenden können nachvollziehen, wie sich die Stadt im Verlauf der Zeit räumlich vergrößerte und welche politischen, wirtschaftlichen oder militärischen Gründe dafür eine Rolle gespielt haben könnten. Besonders wertvoll ist die in der Legende erkennbare Unterscheidung zwischen archäologisch gesicherten und vermuteten Strukturen. Sie bietet einen unmittelbaren Anlass, über die Entstehung historischen Wissens zu sprechen. Die Lernenden können erkennen, dass archäologische Forschung mit Funden und Befunden arbeitet, Rekonstruktionen jedoch auch Unsicherheiten enthalten können. Die Fragezeichen bei einzelnen Bezeichnungen auf der Karte können gezielt aufgegriffen werden, um zwischen Wissen, begründeter Vermutung und offener Forschungsfrage zu unterscheiden. Für ältere Lernende eignet sich das Medium daher besonders für einen Vergleich zwischen biblischen Texten und archäologischen Erkenntnissen. Dabei sollte weder die Karte als unmittelbarer Beweis für biblische Erzählungen noch der biblische Text als moderner historischer Bericht behandelt werden. Vielmehr können unterschiedliche Zugänge zur Vergangenheit miteinander ins Gespräch gebracht werden. Auch die religiöse Bedeutung Jerusalems kann vertieft werden, indem die Lernenden untersuchen, wie die Stadt in biblischen Texten als politischer Herrschaftsort, als Stadt Davids, als Ort des Tempels und als religiöses Symbol erscheint. Als Ergebnissicherung eignen sich eine beschriftete Karte, eine Zeitleiste zur Entwicklung Jerusalems, die Zuordnung von Bibelstellen zu einzelnen Orten oder die Gestaltung eines historischen Stadtrundgangs. Auf diese Weise fördert das Medium geografische Orientierung, historisches Denken, Bibelkenntnis, archäologisches Lernen und die reflektierte Auseinandersetzung mit der religiösen Bedeutung Jerusalems.