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Recht auf körperliche Unversehrtheit

Veröffentlichung:1.1.2025

Das Medium „Recht auf körperliche Unversehrtheit“ richtet sich an Lernende ab der zweiten Klasse und führt altersgerecht an das in Artikel 2 des Grundgesetzes verankerte Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit heran. Ziel ist es, die Bedeutung des Begriffs körperliche Unversehrtheit zu erschließen und konkrete Beispiele für Verletzungen dieses Grundrechts zu erkennen. Als Einstieg dient ein Bild von raufenden Kindern oder die Erzählung einer Auseinandersetzung. Anschließend wird der entsprechende Verfassungsgrundsatz vorgestellt und gemeinsam sprachlich geklärt. Die Lernenden unterscheiden danach zwischen Verhaltensweisen, die die körperliche Unversehrtheit eines Menschen verletzen, und solchen, die erlaubt sind. Beispiele wie Schlagen, Zwicken oder Schubsen werden helfenden und einvernehmlichen Handlungen gegenübergestellt. Die Ergebnisse werden auf roten und grünen Plakaten gesammelt und gemeinsam ausgewertet.

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Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen lebensnahen Zugang zu Menschenwürde, körperlicher Unversehrtheit, Gewalt, Verantwortung, Respekt und den Grenzen des eigenen Handelns. Der Einstieg über eine Konfliktsituation aus dem schulischen Alltag ermöglicht es den Lernenden, eigene Erfahrungen mit Streit, körperlichen Auseinandersetzungen und Grenzverletzungen einzubeziehen, ohne dass persönliche Erlebnisse offengelegt werden müssen. Besonders wichtig ist ein sensibler Umgang mit dem Thema. Das Material weist ausdrücklich darauf hin, in der Einstiegsphase keine visuell gewaltverherrlichenden Darstellungen zu verwenden. Alternativ wird auf Seite 2 eine kurze Konflikterzählung vorgeschlagen, in der aus einem unbeabsichtigten Zusammenstoß ein Missverständnis und schließlich eine körperliche Auseinandersetzung entsteht. Diese Erzählung eignet sich religionspädagogisch besonders gut, weil neben der körperlichen Unversehrtheit auch Gefühle wie Irritation und Wut sowie die Entstehung und Eskalation von Konflikten thematisiert werden können. Die Lernenden können überlegen, an welcher Stelle die Situation anders hätte verlaufen können und welche friedlichen Handlungsmöglichkeiten den beteiligten Personen zur Verfügung gestanden hätten. Nach dieser lebensweltlichen Annäherung sollte der Begriff körperliche Unversehrtheit gemeinsam geklärt werden. Der Wortlaut des Grundgesetzes kann dabei als verbindliche Grundlage dienen. Das Medium nennt ausdrücklich das Recht jedes Menschen auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Für jüngere Lernende empfiehlt sich eine sprachliche Elementarisierung, etwa durch die Aussage, dass niemand einem anderen Menschen körperlich wehtun darf. Dabei sollte zugleich verdeutlicht werden, dass Berührungen unterschiedlich erlebt werden können und dass Zustimmung eine wichtige Rolle spielt. Das Medium greift diesen Aspekt mit dem Beispiel einer freundschaftlichen Umarmung auf, die nur bei vorliegendem Einverständnis als erlaubte Handlung eingeordnet wird. Daraus lässt sich ein altersgerechtes Gespräch über persönliche Grenzen, Nähe, Distanz und gegenseitigen Respekt entwickeln. Methodisch besonders geeignet ist die Arbeit mit den roten und grünen Plakaten. Die Lernenden sammeln konkrete Situationen und ordnen diese den Kategorien erlaubt und verboten zu. Die Plakate können in Gruppenarbeit gemeinsam oder mit unterschiedlichen Arbeitsaufträgen bearbeitet werden. Ebenso sieht das Medium einen Rundgang vor, bei dem die Lernenden ihre Beiträge selbstständig ergänzen. Bei jüngeren Lernenden können die Situationen gezeichnet statt schriftlich festgehalten werden, wodurch das Material auch für unterschiedliche sprachliche und schriftsprachliche Voraussetzungen geeignet ist. Religionspädagogisch kann die rechtliche Perspektive durch die Frage nach dem besonderen Wert jedes Menschen erweitert werden. Anknüpfungspunkte bieten die Menschenwürde, die Gottebenbildlichkeit, die Nächstenliebe und die Goldene Regel. Die Lernenden können darüber nachdenken, weshalb der Körper eines anderen Menschen geachtet werden muss und welche Verantwortung jeder Mensch für ein friedliches Zusammenleben trägt. Ebenso kann herausgearbeitet werden, dass Gewalt nicht nur körperliche Schmerzen verursacht, sondern Beziehungen beschädigt und Gefühle wie Angst, Trauer oder Wut hervorrufen kann. Zur Vertiefung eignen sich kleine Fallbeispiele, Standbilder oder Rollenspiele, in denen gewaltfreie Lösungen entwickelt werden. Dabei sollten körperliche Gewalthandlungen nicht nachgespielt werden. Stattdessen können die Lernenden üben, Grenzen sprachlich auszudrücken, Hilfe zu holen, Konflikte zu unterbrechen und auf die Bedürfnisse anderer zu achten. So verbindet das Medium die Auseinandersetzung mit einem Grundrecht mit religiöser Wertebildung und unterstützt die Lernenden darin, den eigenen Körper und die körperlichen Grenzen anderer Menschen zu achten.

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Mensch und Welt (Hessen | Primarstufe 1/2).

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