Für den Religionsunterricht bietet das Medium einen lebensnahen Zugang zu den Themen Gerechtigkeit, Teilhabe, Ausgrenzung, Kinderrechte, Selbstbestimmung und verantwortliches Zusammenleben. Die geschilderte Situation des ausgeschlossenen Kindes besitzt einen hohen Aufforderungscharakter, da Erfahrungen des Mitspielens, des Abgewiesenwerdens und des Wunsches nach Zugehörigkeit vielen Lernenden aus ihrem Alltag bekannt sind. Methodisch sollte die Lehrkraft die Situation zunächst offen erzählen und den Lernenden ausreichend Gelegenheit geben, ihre Wahrnehmungen, Gefühle und eigenen Erfahrungen einzubringen. Fragen wie „Wie fühlt sich das Kind?“, „Was ist an der Situation schwierig?“, „Was könnte das Kind sagen?“ oder „Wer könnte ihm helfen?“ fördern Empathie und Perspektivwechsel. Besonders sinnvoll ist die im Medium vorgesehene Möglichkeit, anstelle des vorgegebenen Beispiels ein aktuelles Anliegen aus der Lerngruppe aufzugreifen. Dabei ist jedoch auf einen geschützten Gesprächsrahmen zu achten. Persönliche Konflikte sollten nicht dazu führen, einzelne Lernende vor der Gruppe verantwortlich zu machen oder bestehende Auseinandersetzungen öffentlich zu verschärfen. Im anschließenden Brainstorming entwickeln die Lernenden konkrete Handlungsmöglichkeiten. Sie können überlegen, ob sie selbst das Gespräch suchen, eine Lehrkraft ansprechen, sich an die Klassenvertretung wenden, einen Brief schreiben oder Unterstützung bei der Schulleitung suchen. Fotos und Symbole der jeweiligen Ansprechpersonen können insbesondere jüngeren Lernenden dabei helfen, schulische Unterstützungsstrukturen kennenzulernen und sich diese einzuprägen. Für den Religionsunterricht lässt sich das Thema mit der Frage verbinden, wie Menschen miteinander umgehen sollen, wenn jemand ausgeschlossen, übergangen oder nicht gehört wird. Religionspädagogische Anknüpfungspunkte bieten Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Menschenwürde, die Goldene Regel und die besondere Zuwendung Jesu zu Menschen, die wenig Beachtung erfahren. Dabei kann herausgearbeitet werden, dass die eigene Stimme wichtig ist, aber auch die Stimmen und Anliegen anderer Menschen gehört und ernst genommen werden müssen. Methodisch können kurze Rollenspiele eingesetzt werden, in denen die Lernenden üben, ein Anliegen respektvoll zu formulieren, um Hilfe zu bitten, einer Beschwerde zuzuhören und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Satzanfänge wie „Ich wünsche mir“, „Ich finde das nicht gerecht“, „Ich brauche Hilfe“ oder „Ich möchte, dass wir gemeinsam eine Lösung finden“ können dabei sprachliche Unterstützung geben. Ebenso sinnvoll ist es, gemeinsam eine Übersicht zu erstellen, an wen sich Lernende bei unterschiedlichen Problemen wenden können. Bei einem konkreten aktuellen Anliegen sieht das Medium sogar vor, dass die Lernenden ihr Beschwerderecht gemeinsam mit der Lehrkraft unmittelbar wahrnehmen können. Zur nachhaltigen Sicherung kann ein Plakat zum Beschwerderecht gestaltet werden. Das im Medium vorgeschlagene Klassenziel „Ich sage meine Wünsche“ unterstützt zusätzlich den Transfer in den Schulalltag. So lernen die Lernenden, dass das Äußern eigener Bedürfnisse kein bloßes Klagen darstellt, sondern ein wichtiger Bestandteil von Selbstbestimmung, Beteiligung und demokratischem Zusammenleben sein kann.