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Missio Magazin

Missio Magazin

Äthiopien und Südsudan

Veröffentlichung:1.1.2025

Das vorliegende Heft ist eine Ausgabe des missio Magazins mit dem Schwerpunkt auf den Auswirkungen von Krieg, Glauben und Hoffnung, insbesondere am Beispiel Äthiopiens. Im Fokus steht der Konflikt in der Region Tigray, der als einer der schwersten Kriege der Gegenwart beschrieben wird und Millionen Menschen betroffen hat. Berichtet wird von Leid, Vertreibung und Zerstörung, aber auch von Menschen, die trotz aller Umstände vor Ort bleiben und Hoffnung vermitteln, etwa Ordensfrauen, die die Bevölkerung begleiten. Ergänzend werden weitere internationale Perspektiven aufgezeigt, etwa zur Religionsfreiheit oder zur Situation von Christinnen und Christen weltweit.

Das missio magazin, Ausgabe 2 aus dem Jahr 2025, beschäftigt sich mit gelebtem Glauben in Situationen von Krieg, Gewalt, Krankheit und gesellschaftlicher Unsicherheit. Eine zentrale Reportage führt in die äthiopische Region Tigray, in der ein äußerst brutaler Bürgerkrieg zahlreiche Menschenleben forderte und Millionen Menschen zur Flucht zwang. Am Beispiel der Binnenvertriebenen Birhan und ihres Sohnes Adam zeigt das Magazin die langfristigen Folgen von Gewalt, Verlust und Vertreibung. Zugleich berichtet es vom Einsatz der Daughters of Charity, die während des Krieges bei den Menschen blieben und heute Kinderbetreuung, psychologische Begleitung, sauberes Trinkwasser und Unterstützung beim Aufbau einer selbstständigen Existenz anbieten. Eine zweite große Reportage porträtiert Bischof Christian Carlassare im Südsudan, der ein Attentat überlebte und sich weiterhin für Frieden und Versöhnung einsetzt. Weitere Beiträge behandeln Religionsfreiheit, die Vielfalt des Christentums, den Krieg im Sudan, Lepra, Sklavenhandel, unterschiedliche Glaubenswege von Ordensfrauen, das Heilige Jahr 2025 und geistliche Übungen für die Fastenzeit. Das Leitmotiv der Pilger der Hoffnung verbindet die verschiedenen Beiträge.

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Das Magazin eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe und kann in Unterrichtsreihen zu Krieg und Frieden, Hoffnung, Menschenwürde, Versöhnung, Religionsfreiheit, Flucht, Trauma, Weltkirche und christlichem Handeln eingesetzt werden. Wegen der Berichte über Krieg, Tötungen, Vertreibung und sexualisierte Gewalt muss die Auswahl der Textstellen an das Alter und die emotionale Belastbarkeit der Lernenden angepasst werden. Nicht alle Einzelheiten der Reportagen müssen im Unterricht gelesen werden. Besonders belastende Passagen können zusammengefasst oder ausgelassen werden. Die Lehrkraft sollte deutlich machen, dass Lernende persönliche Erfahrungen nicht offenlegen müssen und sich bei Belastungen jederzeit aus einem Gespräch zurückziehen können.

Als Einstieg eignet sich das Titelbild mit der Frau aus Tigray. Die Lernenden beschreiben zunächst Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Kleidung, Umgebung und Bildausschnitt. Sie unterscheiden dabei zwischen sichtbarer Beobachtung und persönlicher Deutung. Anschließend betrachten sie die Überschrift „Wunden des Krieges“ und überlegen, welche körperlichen, seelischen und gesellschaftlichen Wunden ein Krieg hinterlassen kann. Die Ergebnisse können in einer Mindmap geordnet werden. Dabei sollten nicht nur Tod und Zerstörung, sondern auch Verlust von Vertrauen, Bildung, Heimat, familiären Beziehungen und wirtschaftlicher Sicherheit berücksichtigt werden.

Die Lebensgeschichte von Birhan ermöglicht einen persönlichen Zugang zu den Folgen des Krieges. Die Lernenden können den Text abschnittweise lesen und wichtige Wendepunkte markieren. Dazu gehören der Verlust von Angehörigen, die Flucht, das Leben im Lager, die psychologische Unterstützung und der Aufbau eines kleinen Geschäfts. Anschließend erstellen sie eine Übersicht zu Belastungen, vorhandenen Fähigkeiten, Formen der Unterstützung und Zeichen der Hoffnung. Wichtig ist, Birhan nicht nur als Opfer wahrzunehmen. Ihre Fürsorge für ihr Kind, ihre Ausdauer, ihre Fähigkeit zur Annahme von Hilfe und ihr wirtschaftlicher Neuanfang zeigen sie als aktiv handelnde Person.

Eine kreative Annäherung kann über einen Brief an Birhan oder über Fragen für ein respektvolles Interview erfolgen. Ein innerer Monolog sollte nur sehr behutsam eingesetzt werden, da Kriegserfahrungen nicht einfach nachempfunden werden können. Die Lernenden dürfen keine dramatischen Einzelheiten erfinden. Geeigneter ist eine Aufgabe, bei der sie Aussagen aus dem Bericht auswählen und begründen, was diese über Verlust, Mut oder Hoffnung vermitteln.

Die Arbeit der Ordensfrauen kann mithilfe eines Gruppenpuzzles untersucht werden. Eine Gruppe beschäftigt sich mit der Kinderbetreuung, eine weitere mit psychologischer Begleitung, eine dritte mit sauberem Trinkwasser und eine vierte mit wirtschaftlicher Unterstützung. Die Lernenden erklären, warum jede dieser Hilfen notwendig ist und wie die verschiedenen Angebote zusammenwirken. Sie unterscheiden zwischen unmittelbarer Nothilfe, langfristiger Begleitung und Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei kann diskutiert werden, weshalb seelische Gesundheit ebenso wichtig ist wie Nahrung, Wasser und Unterkunft.

Der Umstand, dass die Ordensfrauen während des Krieges bei den Menschen blieben, eröffnet eine ethische Fragestellung. Die Lernenden überlegen, welche Gründe Menschen dazu bewegen können, trotz persönlicher Gefahr anderen beizustehen. Gleichzeitig muss deutlich werden, dass christlicher Glaube keine Verpflichtung zur Selbstgefährdung bedeutet. Mut, Verantwortung und Nächstenliebe müssen mit Selbstschutz und der Verantwortung gegenüber der eigenen Gemeinschaft abgewogen werden. Ein ethisches Urteilsraster mit den Kriterien Menschenwürde, Fürsorge, Verantwortung, Sicherheit und Wirksamkeit unterstützt eine differenzierte Bewertung.

Religionspädagogisch kann die Reportage mit Klagepsalmen verbunden werden. Die Lernenden untersuchen, wie Menschen in biblischen Gebeten Schmerz, Angst, Zweifel und Hoffnung vor Gott bringen. Sie markieren Aussagen der Klage, der Bitte, des Vertrauens und des Lobes. Anschließend verfassen sie einen eigenen Psalm zu Frieden und Hoffnung. Alternativ können Lernende ohne persönlichen religiösen Bezug einen Hoffnungstext oder einen Appell an die internationale Gemeinschaft schreiben. Dadurch bleibt die Glaubensfreiheit aller Beteiligten gewahrt.

Das Leitmotiv der Pilger der Hoffnung eignet sich für eine symbolorientierte Unterrichtsarbeit. Die Lernenden sammeln Bedeutungen des Pilgerns und überlegen, wodurch sich eine Pilgerreise von einer gewöhnlichen Reise unterscheidet. Begriffe wie Weg, Ziel, Umkehr, Gemeinschaft, Vertrauen, Anstrengung und Hoffnung können mit den Lebensgeschichten des Magazins verbunden werden. Eine Bodeninstallation mit Tüchern, Steinen, Kerzen und beschriebenen Karten kann den Weg von Not zu neuer Hoffnung sichtbar machen. Religiöse Symbole sollten dabei erklärt und nicht nur dekorativ verwendet werden.

Die Reportage über Bischof Christian Carlassare eröffnet einen Zugang zu Frieden, Vergebung und Versöhnung. Die Lernenden untersuchen, weshalb er nach dem Attentat in den Südsudan zurückkehrte und wie er seinen Auftrag versteht. Anschließend unterscheiden sie Vergebung, Versöhnung, Strafverzicht und gerechte Aufarbeitung. Diese Begriffe dürfen nicht gleichgesetzt werden. Vergebung kann eine persönliche Entscheidung sein, während Versöhnung Wahrheit, Verantwortungsübernahme, Sicherheit und eine erkennbare Veränderung voraussetzt. Auch ein christlicher Versöhnungsauftrag darf Betroffene nicht dazu drängen, erlittenes Unrecht zu verharmlosen.

Für eine strukturierte Diskussion können die Lernenden die Frage bearbeiten, ob ein Mensch nach einem schweren Gewaltverbrechen vergeben kann oder vergeben muss. Zunächst sammeln sie Argumente, anschließend prüfen sie diese anhand christlicher Vorstellungen von Schuld, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Neubeginn. Biblische Bezüge bieten die Seligpreisung der Friedensstiftenden, Jesu Gebot der Feindesliebe und Erzählungen über Schuld und Umkehr. Dabei sollte deutlich werden, dass die Feindesliebe Gewalt nicht rechtfertigt und den Schutz gefährdeter Menschen nicht ersetzt.

Die gesellschaftliche Situation im Südsudan kann in einer Gruppenarbeit erschlossen werden. Die Lernenden untersuchen politische Instabilität, Konflikte um Vieh, Zugang zu Erdöl, verbreitete Waffen, schwache staatliche Strukturen, Hunger und Klimafolgen. Jede Gruppe stellt einen Problembereich und mögliche Wege zur Veränderung vor. Anschließend wird geprüft, welche Aufgaben dem Staat, den Kirchen, der Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen zukommen. So erkennen die Lernenden, dass Frieden mehr bedeutet als die Abwesenheit offener Kämpfe. Frieden benötigt Rechtssicherheit, Bildung, Ernährung, politische Teilhabe und gerechte Lebensbedingungen.

Der Beitrag über Religionsfreiheit eignet sich für ältere Lernende. Sie können unterschiedliche Fallbeispiele danach beurteilen, ob Religionsfreiheit geschützt oder verletzt wird. Dabei sollte zwischen der Freiheit des Glaubens, der Freiheit religiöser Praxis und den Rechten anderer Menschen unterschieden werden. Die Lernenden diskutieren, wo religiöse Freiheit Grenzen findet, wenn Menschenwürde, körperliche Unversehrtheit, Frauenrechte oder Kinderrechte betroffen sind. Das Interview kann mit dem Grundgesetz und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verglichen werden.

Der Bildbeitrag über eine kleine christliche Gemeinschaft in Indien ermöglicht eine Auseinandersetzung mit der weltweiten Vielfalt des Christentums. Die Lernenden vergleichen ihre eigenen Vorstellungen von Kirche mit der abgebildeten Hausgemeinschaft. Sie untersuchen, welche Formen christlichen Lebens es neben großen Kirchengebäuden, öffentlichen Gottesdiensten und etablierten Gemeinden gibt. Dabei können katholische, orthodoxe, evangelische und pfingstkirchliche Traditionen einbezogen werden. Ziel ist nicht eine vollständige Konfessionskunde, sondern die Wahrnehmung, dass christlicher Glaube kulturell vielfältige Ausdrucksformen besitzt.

Der Beitrag über Lepra kann mit biblischen Heilungserzählungen verbunden werden. Dabei muss erläutert werden, dass der biblische Begriff Aussatz nicht ohne Weiteres mit der heutigen medizinischen Diagnose Lepra gleichgesetzt werden kann. Die Lernenden untersuchen neben der Krankheit vor allem die Folgen sozialer Ausgrenzung. Sie fragen, wie Jesus ausgegrenzten Menschen begegnet und welche Verantwortung daraus für den heutigen Umgang mit kranken und stigmatisierten Menschen entsteht. Medizinische Informationen sollten sachlich dargestellt werden, damit keine unnötigen Ängste oder falschen Vorstellungen entstehen.

Zur Förderung der Medienkompetenz analysieren die Lernenden das Magazin als Medium eines katholischen Hilfswerkes. Sie untersuchen, wie Überschriften, Fotografien, persönliche Lebensgeschichten und religiöse Deutungen miteinander verbunden werden. Dabei fragen sie, welche Stimmen ausführlich vorkommen, welche Perspektiven fehlen und wie das Magazin zu Solidarität oder Spendenbereitschaft anregen möchte. Ein Vergleich mit Berichten von Menschenrechtsorganisationen oder internationalen Hilfswerken unterstützt die Quellenkritik und verhindert eine unreflektierte Übernahme einzelner Darstellungen.

Als handlungsorientierter Abschluss können die Lernenden eine Friedensausstellung, einen Podcast, eine Andacht, einen Hoffnungskalender oder eine digitale Präsentation gestalten. Möglich ist auch die Planung eines Schweigeweges mit Stationen zu Klage, Erinnerung, Verantwortung, Versöhnung und Hoffnung. Eine Spendenaktion kann ergänzend durchgeführt werden, sollte aber in eine Auseinandersetzung mit politischen Ursachen und langfristiger Friedensarbeit eingebettet sein. Ziel ist eine reflektierte Solidarität, die Menschen in Krisenregionen nicht ausschließlich als Hilfsbedürftige wahrnimmt, sondern ihre Würde, ihre Handlungsmöglichkeiten und ihre eigenen Friedensinitiativen anerkennt.


Im Religionsunterricht lässt sich dieses Medium besonders gewinnbringend einsetzen, um Lernenden einen Zugang zu globalen Krisen aus einer religiösen und ethischen Perspektive zu eröffnen. Ein erster methodischer Schritt kann über die Bildbetrachtung erfolgen, etwa anhand der Fotografien aus Äthiopien, die Zerstörung und Alltagsleben zugleich zeigen. Lernenden können ihre Wahrnehmungen formulieren und Fragen entwickeln. Darauf aufbauend bietet sich eine inhaltliche Erarbeitung zentraler Themen wie Krieg, Leid, Hoffnung und gelebter Glaube an. Besonders fruchtbar ist die Verbindung zu biblischen Texten, etwa zu Friedensbotschaften oder zur Hoffnungsperspektive des Glaubens. In Gruppenarbeit können Lernenden unterschiedliche Rollen einnehmen, beispielsweise die Perspektive einer betroffenen Person oder einer Helferin, und diese in kreativen Formen darstellen. Ebenso eignet sich das Material für Diskussionen über Verantwortung, Solidarität und die Rolle von Religion in Konflikten. Eine handlungsorientierte Vertiefung kann durch Projekte erfolgen, etwa durch das Entwickeln von Informationskampagnen oder durch Reflexion des eigenen Lebens im Vergleich zu den dargestellten Lebenssituationen. Ziel ist es, Empathie, Urteilsfähigkeit und ein Bewusstsein für globale Zusammenhänge zu fördern.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.2 Darf man alles, was man kann? Fortschritt und menschliche Zukunft.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Weltweite Gerechtigkeit (Entwicklungsländer, Verschuldung)

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