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Bistum Rottenburg Stuttgart

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Kräuterbuch zu Mariä Himmelfahrt

Veröffentlichung:1.1.1970

Die vorliegende PDF „Kräuterbuch zu Mariä Himmelfahrt“ ist ein kindgerecht gestaltetes Arbeitsheft, das den religiösen Hintergrund des Festes Mariä Himmelfahrt sowie den damit verbundenen Brauch der Kräuterbüschel anschaulich erklärt. In einfacher Sprache und begleitet von Illustrationen wird zunächst die Person Maria als Mutter Jesu vorgestellt und ihre Bedeutung im christlichen Glauben erläutert. Anschließend wird die Legende von Marias Aufnahme in den Himmel erzählt und mit der Tradition verbunden, Kräuter zu segnen. Das Heft erklärt darüber hinaus die Bedeutung von Kräutern als Heilpflanzen, gibt konkrete Beispiele für geeignete Pflanzen und beschreibt, wie ein Kräuterbüschel gebunden und verwendet werden kann. Ergänzend finden sich Gebetstexte und Hinweise zur Segnung, sodass das Medium sowohl informativ als auch handlungsorientiert aufgebaut ist.

Das zwölfseitige, kindgerecht illustrierte Kräuterbuch führt in das Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August ein. Es erzählt von Maria als Mutter Jesu, von ihrem Tod und von der außerbiblischen Überlieferung ihrer Aufnahme in den Himmel. Dabei wird die Legende aufgegriffen, nach der die Apostelinnen und Apostel im leeren Grab Marias Blumen und duftende Kräuter fanden. Von dieser Erzählung ausgehend erklärt das Heft den Brauch, Kräuter zu sammeln, zu einem Strauß zu binden und in der Kirche segnen zu lassen. Es beschreibt die frühere Bedeutung von Heilkräutern, erläutert die religiöse Symbolik bestimmter Zahlen und stellt geeignete Pflanzen wie Lavendel, Schafgarbe, Mädesüß, Ringelblume, Johanniskraut, Mariendistel, Königskerze, Salbei, Spitzwegerich, Melisse, Minze und Rosmarin vor. Hinweise zum Sammeln, Binden und Trocknen eines Kräuterbüschels, zwei über QR Codes erreichbare Videos sowie ein Segensgebet und ein ausschneidbarer Anhänger ergänzen das Medium.

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Das Kräuterbuch eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Grundschule, für die Arbeit in der Gemeinde und für Angebote rund um das Kirchenjahr. Es eröffnet einen anschaulichen Zugang zu Mariä Himmelfahrt, weil es religiöse Überlieferung, Naturerfahrung und praktisches Gestalten miteinander verbindet. Vor der Arbeit mit dem Heft sollte die Lehrkraft das Vorwissen der Lernenden zu Maria, zu christlichen Festen und zu Segenshandlungen erheben. Als Einstieg können Blumen, getrocknete Kräuter oder ein fertiges Kräuterbüschel in die Mitte gelegt werden. Die Lernenden betrachten, riechen und benennen die Pflanzen und äußern Vermutungen zu ihrer Bedeutung. Anschließend kann das Kräuterbuch gemeinsam oder abschnittsweise gelesen werden. Die Lehrkraft sollte deutlich zwischen biblischen Aussagen und später entstandenen Legenden unterscheiden. Besonders wichtig ist der Hinweis, dass die Bibel nichts über den Tod und die Aufnahme Marias in den Himmel berichtet. Dadurch lernen die Lernenden, unterschiedliche Formen religiöser Überlieferung wahrzunehmen und einzuordnen. Die Darstellung Marias bietet Anlass, über Vertrauen, Fürsorge, Trauer, Hoffnung, Auferstehung und die christliche Vorstellung vom Leben bei Gott zu sprechen. Einzelne Aussagen des Heftes können gemeinsam geprüft und differenziert werden. Dazu gehört etwa die Vorstellung, dass gesegnete Kräuter Krankheiten verhindern könnten. Die Lernenden sollten verstehen, dass ein Segen kein Zaubermittel und kein Ersatz für ärztliche Behandlung ist. Er bringt vielmehr die Hoffnung zum Ausdruck, dass Gott Menschen begleitet, stärkt und ihnen Gutes zusagt. 

Die Seiten zu den Kräutern ermöglichen eine Verbindung mit dem Sachunterricht. In Gruppen können die Lernenden Pflanzen betrachten, bestimmen, zeichnen und kurze Pflanzenporträts anfertigen. Dabei sollten nur sicher erkennbare und ungiftige Pflanzen verwendet werden. Das Sammeln in der Natur muss durch fachkundige Erwachsene begleitet werden. Auch Fragen des Naturschutzes sind zu berücksichtigen. Geschützte Pflanzen dürfen nicht gepflückt werden und von häufig vorkommenden Pflanzen soll nur eine kleine Menge gesammelt werden. Eine Erkundung des Schulgeländes, eines Gartens oder einer Wiese kann die Wahrnehmung der Schöpfung fördern. Alternativ können gekaufte Küchenkräuter eingesetzt werden. Nach der Erkundung gestalten die Lernenden ein eigenes Kräuterbüschel. Die beiden Videos können zur Veranschaulichung des Bindens genutzt werden. Sinnvoll ist es, die Videos an ausgewählten Stellen anzuhalten, Arbeitsschritte benennen zu lassen und diese anschließend praktisch umzusetzen. Die Zahlensymbolik des Heftes kann als Gesprächsanlass dienen, um die Bedeutung der Zahl Drei für Vater, Sohn und Heiliger Geist zu erschließen. 

Dabei sollte zwischen religiöser Symbolik und magischen Vorstellungen unterschieden werden. Der abschließende Segen kann gemeinsam gelesen, sprachlich untersucht und durch eigene Segenswünsche ergänzt werden. Die Lernenden können formulieren, was sie Menschen, Tieren und der Natur wünschen. Der ausschneidbare Anhänger lässt sich am Kräuterbüschel befestigen und schafft einen sichtbaren Bezug zwischen Unterricht, Lebenswelt und religiöser Praxis. Zum Abschluss bietet sich eine gemeinsame Präsentation der Sträuße, eine kleine Segensfeier oder eine Ausstellung der Pflanzenporträts an. Zur Sicherung können die Lernenden in einem Lerntagebuch festhalten, was Mariä Himmelfahrt bedeutet, woher der Kräuterbrauch stammt, was ein Segen ausdrückt und wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Pflanzen aussieht.


Didaktisch eignet sich das Medium besonders für den Einsatz in der Grundschule oder in unteren Jahrgangsstufen, da es narrative Elemente mit lebensweltlichen Zugängen verbindet. Der Einstieg kann über das Vorwissen der Lernenden zu Pflanzen, Kräutern oder kirchlichen Festen erfolgen, etwa durch das gemeinsame Betrachten der Illustrationen oder durch Gesprächsimpulse zu eigenen Erfahrungen mit Kräutern. Die Erzählung über Maria bietet die Möglichkeit, zentrale Inhalte des christlichen Glaubens altersgerecht zu erschließen und emotionale Zugänge zu schaffen. Methodisch bietet sich eine Kombination aus Lesen, Erzählen und kreativem Arbeiten an. Lernende können einzelne Seiten selbstständig erarbeiten, Inhalte nacherzählen oder in eigenen Worten zusammenfassen. Besonders gewinnbringend ist eine handlungsorientierte Vertiefung, etwa durch das gemeinsame Sammeln von Kräutern, das Binden eines eigenen Kräuterbüschels oder das Formulieren eines eigenen Segensspruchs. Auch fächerübergreifende Bezüge zum Sachunterricht sind möglich, indem Heilpflanzen näher untersucht werden. Differenzierung kann durch unterschiedliche Zugänge erfolgen, etwa durch Vorlesen, Partnerarbeit oder gestalterische Aufgaben. Das Medium unterstützt zudem religiöse Bildung, indem es Rituale erfahrbar macht und zur aktiven Teilnahme an religiösen Traditionen einlädt. Reflexionsphasen, in denen Lernende über die Bedeutung von Segen, Natur und Gemeinschaft nachdenken, vertiefen das Verständnis nachhaltig.

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