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Magazin ZeitspRUng

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Yunus und der große Fisch - als Thema im islamischen RU

Veröffentlichung:9.3.2026

Der Artikel von Dr. Naciye Kamcili-Yildiz, erschienen in der Zeitschrift zeitsprung (2/2023), stellt die Prophetengeschichte von Yunus (Jona) als Unterrichtsgegenstand für den islamischen Religionsunterricht in der Grundschule vor. Nach einer theologischen Einführung in die koranische Überlieferung von Yunus – verteilt auf mehrere Suren, mit dem Kernthema Schuld, Umkehr und Barmherzigkeit Gottes – werden drei methodische Zugänge für den Unterricht skizziert: ein ästhetischer Zugang über eine persische Miniatur (um 1400), ein narrativer Zugang mit Legematerialien und Szenenunterbrechungen sowie ein performativer Zugang mit Standbildern, Rollenspielen und selbstverfassten Gebetstexten. Der Artikel empfiehlt ergänzend die Nutzung von Sekundärliteratur, da die koranische Version der Geschichte fragmentarisch ist, und verweist auf die biblische Jona-Erzählung als intertextuellen Vergleichstext.

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Kurze Inhaltsbeschreibung

Der Artikel von Dr. Naciye Kamcili-Yildiz, erschienen in der Zeitschrift zeitsprung (2/2023), stellt die Prophetengeschichte von Yunus (Jona) als Unterrichtsgegenstand für den islamischen Religionsunterricht in der Grundschule vor. Nach einer theologischen Einführung in die koranische Überlieferung von Yunus – verteilt auf mehrere Suren, mit dem Kernthema Schuld, Umkehr und Barmherzigkeit Gottes – werden drei methodische Zugänge für den Unterricht skizziert: ein ästhetischer Zugang über eine persische Miniatur (um 1400), ein narrativer Zugang mit Legematerialien und Szenenunterbrechungen sowie ein performativer Zugang mit Standbildern, Rollenspielen und selbstverfassten Gebetstexten. Der Artikel empfiehlt ergänzend die Nutzung von Sekundärliteratur, da die koranische Version der Geschichte fragmentarisch ist, und verweist auf die biblische Jona-Erzählung als intertextuellen Vergleichstext.


Didaktisch-methodische Hinweise

Klassenstufe: Grundschule (explizit angegeben). Die beschriebenen Methoden (Legematerialien, Standbilder, Sprechblasen-Gebetstexte, Bildbeschreibung nach Günther Lange) sind auf die Primarstufe zugeschnitten; mit Anpassungen sind Teile der Einheit auch für Klasse 5–6 geeignet.

Relevanz für den katholischen und evangelischen RU: Obwohl der Artikel explizit für den islamischen Religionsunterricht verfasst ist, bietet er erhebliches Potenzial für interreligiöses und kooperatives Lernen. Die biblische Jona-Erzählung und die koranische Yunus-Geschichte sind eng verwandt und eignen sich hervorragend für einen Vergleich im Rahmen konfessionell-kooperativen oder interreligiösen Unterrichts. Im katholischen RU können Lernbereiche wie prophetische Überlieferung, Schuld und Vergebung, Gottesbilder (Barmherzigkeit, Errettung) sowie der Dialog mit dem Islam angesprochen werden. Der von Kamcili-Yildiz selbst empfohlene Titel Jona als Schlüssel zu Bibel und Koran (Julia Bubenheim, Stuttgart 2022) bietet eine fundierte Grundlage für die konfessionelle Erweiterung.

Ästhetischer Zugang (Miniatur): Die fünf Schritte nach Günther Lange sind ein bewährtes bildhermeneutisches Verfahren, das im RU aller Konfessionen eingesetzt wird. Besonders der fünfte Schritt (Identifikation: „Wo ist mein Ort im Bild?") und der abschließende Vergleich am Ende der Einheit (Hat sich mein Ort verschoben?) schaffen eine persönliche Lernkurve, die über das reine Textverstehen hinausgeht. Lehrkräfte sollten die Miniatur in guter Qualität und ausreichender Größe (A3) bereitstellen.

Narrativer Zugang (Legematerialien): Das Unterbrechen der Erzählung an Schlüsselstellen und das Einladen zum Theologisieren ist eine erprobte Methode des Theologisierens mit Kindern (vgl. Schweitzer, Bucher). Die vorgeschlagenen Impulsfragen sind theologisch präzise und altersgerecht formuliert; sie fördern Perspektivübernahme, ethisches Urteilen und die Reflexion über Schuld und Umkehr. Im konfessionellen RU können diese Fragen um eine christliche Gottesbildperspektive erweitert werden.

Performativer Zugang (Standbilder, Gebetstext): Die Verbindung von Körperarbeit (Standbild, Rollenspiel) und schriftlicher Reflexion (Gebetstext, Satzbausteine für sprachlich schwächere Schüler*innen) ist ein Beispiel gelungener Differenzierung. Die theologisierende Auswertung über Gottesattribute (Barmherzigkeit, Schutz, Verzeihung) am Ende der Einheit verankert die Erfahrungen in einem religiösen Deutungsrahmen.

Interreligiöses Potenzial: Die Parallelität von Yunus und Jona eröffnet einmalige Möglichkeiten für interreligiöses Lernen. Ein gemeinsam durchgeführter Unterricht – islamische und christliche Schüler*innen erkunden dieselbe Figur aus verschiedenen Überlieferungen – kann das Bewusstsein für gemeinsame abrahamische Wurzeln schärfen und zur gegenseitigen Wertschätzung beitragen.

Text

urheberrechtlich geschützt

9.3.2026

Interreligiöser Dialog

Unterrichtseinheit

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