Die Dokumentation eignet sich besonders für den Religionsunterricht in der Sekundarstufe I und II sowie für fächerübergreifende Projekte (Ethik, Biologie, Sozialwissenschaften). Sie eröffnet einen spannenden Dialog zwischen religiöser Tradition und moderner Glücksforschung. Während Fasten im Christentum ursprünglich als geistliche Übung der Umkehr und Gottesbeziehung verstanden wird, zeigen psychologische Studien, dass bewusster Verzicht auch unabhängig von religiöser Motivation positive Effekte auf Zufriedenheit, Selbstwirksamkeit und Lebensbalance haben kann.
Didaktisch bietet das Medium die Chance, religiöse Praxis mit empirischer Forschung ins Gespräch zu bringen. Schülerinnen und Schüler können zunächst eigene Vorstellungen von Glück, Konsum und Verzicht reflektieren. Anschließend lassen sich zentrale Aussagen der Sendung analysieren: Warum führt maßvoller Verzicht häufig zu größerer Wertschätzung? Welche Rolle spielen Gewohnheiten, Dopamin-Ausschüttung oder soziale Vergleiche? Wo liegt die Grenze zwischen gesundem Verzicht und übertriebener Selbstoptimierung?
Im katholischen Religionsunterricht lässt sich die Dokumentation mit biblischen und theologischen Perspektiven verbinden. Jesu 40-tägiges Fasten in der Wüste, die prophetische Kritik an rein äußerlichem Fasten (Jes 58) oder die Tugend der Mäßigung eröffnen eine vertiefende Dimension: Verzicht dient nicht Selbstzweck oder Leistungssteigerung, sondern der Freiheit des Menschen. So kann er als spiritueller Weg verstanden werden, der von übermäßiger Bindung an Konsum oder Gewohnheiten löst.
Methodisch eignet sich die Dokumentation sowohl für eine arbeitsteilige Analyse einzelner Sequenzen als auch für projektorientiertes Lernen. Schülerinnen und Schüler könnten ein eigenes „Fastenexperiment“ planen (z.B. eine Woche digitale Auszeit), ihre Erfahrungen dokumentieren und reflektieren. Auch ökologische Aspekte – nachhaltiger Konsum, Ressourcenverbrauch, Klimaschutz – können integriert werden. Dadurch wird deutlich, dass Verzicht nicht Verlust, sondern Gestaltungsspielraum bedeuten kann.
Religionspädagogisch stärkt das Medium insbesondere die Urteilsfähigkeit im Umgang mit Konsumkultur, die Fähigkeit zur Selbstreflexion und die Verbindung von Glaube, Wissenschaft und Lebenspraxis. Fasten wird so als zeitgemäße, lebensrelevante und dialogfähige Tradition erfahrbar.