Das Buch „Rette uns, wer kann!" von Anton Rotzetter, Annette Forster und Eva Opitz verknüpft das traditionsreiche Fasten mit der aktuellen Klimakrise. Im Kontext des Pariser Klimagipfels stellt sich die Frage, wie konkrete Alltagsentscheidungen zur Verringerung der Klimaerwärmung beitragen können. Der Untertitel „Fasten für Klimagerechtigkeit" eröffnet eine neue Dimension des Fastens: Es verbindet persönliche und spirituelle Bedeutung mit konkreter ökologischer Wirkung, besonders durch den Verzicht auf Fleisch.
Das Werk argumentiert vielschichtig für weniger Fleischkonsum: Es betont die Solidarität mit Armen durch landwirtschaftliche Gerechtigkeit, kritisiert industrielle Tierhaltung und Tiertransporte, erörtert philosophisch-theologische Aspekte der Mensch-Tier-Beziehung und nennt ökologische Fakten – etwa dass fleischlose Ernährung die Umweltbelastung halbiert. Statt blindem Konsumismus wird eine „Kultur des Brotes" propagiert, die lebensfördernde Beziehungen zwischen Menschen und zur Schöpfung fördert. Dies orientiert sich an Franz von Assisi und einer „Spiritualität der Schöpfung".
Der zweite Teil dokumentiert kirchliche und christliche Initiativen zum Klimawandel von Organisationen wie dem Europäischen Christlichen Umwelt-Netzwerk und der Aktion Kirche und Tiere. Besondere Aufmerksamkeit erhält die französische Initiative „Chrétiens unis pour la terre" mit ihrem Aufruf „40 Tage ohne Fleisch und Fisch" sowie praktische vegetarische Rezepte. Der dritte Teil bietet spirituelle Impulse: Ein „Kreuzweg der Schöpfung" verbindet Jesu Leiden mit dem von Menschen verursachten Leiden der Schöpfung, ergänzt durch 40 biblisch inspirierte Meditationsimpulse. Das Buch unterstützt konkrete Aktionen in Gemeinden und verbindet Fastentradition mit einem „Advent der Schöpfung".