Didaktisch eignet sich dieses Medium besonders für den katholischen Religionsunterricht in der Sekundarstufe I und II, wenn es darum geht, Personen des Neuen Testaments sowie Grundzüge christlicher Theologie zu erschließen. Methodisch kann das Video als Einstiegsimpuls zu einer Unterrichtseinheit über das Johannesevangelium, über die Bedeutung der Evangelisten oder über christologische Fragestellungen dienen. Vor dem Ansehen kann eine kurze Aktivierungsphase erfolgen, in der die Schülerinnen und Schüler ihre Vorerfahrungen zu Johannes oder zu Jesus-Aussagen sammeln. Nach dem gemeinschaftlichen Anschauen bietet sich eine Reflexions- und Arbeitsphase an, in der zentrale Begriffe wie „Logos“, „Liebe“, „Zeichen“ oder „Glauben“ in Kleingruppen untersucht und anschließend gemeinsam theologisch gedeutet werden. Differenzierte Aufgabenstellungen fördern unterschiedliche Lernniveaus: Leitfragen und strukturierte Arbeitsblätter unterstützen Lernende mit Förderbedarf, während vertiefende Impulse leistungsstarke Gruppen zu theologischen Quervergleichen (z. B. Evangelienvergleich synoptisch/johanneisch) anregen. Wichtig ist eine wertschätzende und dialogische Lernatmosphäre, in der die Schülerinnen und Schüler nicht nur Wissen über Johannes sammeln, sondern auch einen Zugang zu zentralen christlichen Aussagen über Jesus Christus und den Glauben gewinnen. Dadurch wird die Reflexions- und Urteilsfähigkeit im Blick auf die eigene Glaubensbiographie gestärkt und ökumenische Bezüge können aufgezeigt werden.
Das Video eignet sich als Einführung in das Evangelium nach Johannes und in seine besondere Darstellung Jesu. Es kann im Religionsunterricht eingesetzt werden, um die vier Evangelien miteinander zu vergleichen, zentrale Bilder und Zeichen zu erschließen und nach der Bedeutung Jesu für den christlichen Glauben zu fragen. Da das Video traditionelle Zuschreibungen und wissenschaftlich diskutierte Fragen miteinander vermischt, sollte es nicht ohne ergänzende Einordnung verwendet werden.
Vor dem Anschauen können die Lernenden sammeln, welche Personen des Neuen Testaments den Namen Johannes tragen oder mit diesem Namen verbunden werden. Dazu gehören Johannes der Täufer, Johannes der Sohn des Zebedäus, der Evangelist Johannes und Johannes als Seher der Offenbarung. Bereits an dieser Stelle kann deutlich werden, dass es sich nicht automatisch um dieselbe Person handelt. Ein Schaubild mit Namen, Rollen und biblischen Texten unterstützt die Unterscheidung.
Beim ersten Anschauen erhalten die Lernenden den Auftrag, alle Aussagen über Johannes und alle Aussagen über Jesus getrennt zu notieren. Beim zweiten Anschauen können sie die Aussagen drei Bereichen zuordnen: Person des Johannes, Besonderheiten des Evangeliums und Bedeutung Jesu. Im anschließenden Unterrichtsgespräch wird geprüft, welche Aussagen auf dem biblischen Text beruhen und welche auf späteren kirchlichen Traditionen.
Besondere Aufmerksamkeit benötigt die Frage nach der Verfasserschaft. Das Evangelium selbst nennt seinen Verfasser nicht ausdrücklich Johannes. Es verweist auf einen Jünger, den Jesus liebte, nennt diesen jedoch nicht beim Namen. Die kirchliche Tradition setzte diesen Jünger mit Johannes, dem Sohn des Zebedäus, gleich. Viele Forschende unterscheiden heute zwischen dem historischen Jünger Johannes, dem geliebten Jünger, dem Evangelisten und dem Seher der Offenbarung. Diese offene Forschungslage sollte altersgemäß dargestellt werden. Die Lernenden können dadurch erkennen, dass historische Forschung und kirchliche Tradition unterschiedliche Fragen stellen und dennoch miteinander ins Gespräch gebracht werden können.
Zur Sicherung kann eine Tabelle mit vier Spalten erstellt werden. In die erste Spalte kommt Johannes der Sohn des Zebedäus, in die zweite der geliebte Jünger, in die dritte der Evangelist und in die vierte der Seher der Offenbarung. Die Lernenden tragen ein, was über die jeweilige Gestalt bekannt ist, welche Verbindung die Tradition herstellt und welche Fragen offenbleiben. So wird eine unkritische Gleichsetzung vermieden.
Das Evangelium nach Johannes unterscheidet sich sprachlich und theologisch von den Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas. Diese drei werden als synoptische Evangelien bezeichnet, weil sie viele Stoffe gemeinsam haben und vergleichend nebeneinandergestellt werden können. Das Evangelium nach Johannes enthält dagegen längere Gespräche, bildreiche Reden und eine eigene Auswahl an Zeichen. Ein Vergleich der Evangelien fördert die Einsicht, dass die Evangelisten Jesus aus unterschiedlichen Perspektiven darstellen.
Der Beginn des Evangeliums eignet sich besonders für eine intensive Textarbeit. Die Worte Im Anfang war das Wort erinnern an den Anfang der Schöpfungserzählung. Der Begriff Wort bezeichnet Jesus als den, durch den Gott sich den Menschen mitteilt. Lernende können untersuchen, welche Aussagen der Text über das Wort, Gott, Leben, Licht und Welt macht. Anschließend können sie die Begriffe durch Farben, Symbole oder kurze Erklärungen miteinander in Beziehung setzen.
Das Bild vom Licht der Welt eröffnet einen lebensnahen Zugang. Die Lernenden sammeln Situationen, in denen Licht Orientierung, Sicherheit, Hoffnung oder Wärme bedeutet. Danach wird geprüft, welche dieser Bedeutungen auf Jesus übertragen werden können. Dabei sollte deutlich bleiben, dass religiöse Bilder mehrdeutig sind und nicht auf eine einzige Erklärung reduziert werden müssen. Eine kreative Gestaltung mit Bildern, Fotografien oder kurzen Meditationstexten kann die Deutung vertiefen.
Die Wunder werden im Evangelium nach Johannes häufig als Zeichen bezeichnet. Sie sollen nicht nur Staunen auslösen, sondern auf die Bedeutung Jesu hinweisen. Bei der Hochzeit in Kana verwandelt Jesus Wasser in Wein. Die Erzählung kann als Zeichen von Freude, Fülle und Verwandlung erschlossen werden. Die Lernenden können zunächst den Verlauf der Handlung beschreiben und danach fragen, was das Geschehen über Jesus aussagt.
Bei der Auferweckung des Lazarus stehen Trauer, Freundschaft, Hoffnung und Leben im Mittelpunkt. Die Erzählung eignet sich für die Auseinandersetzung mit Abschied und Tod, muss aber sensibel behandelt werden. Persönliche Erfahrungen sollen nur freiwillig eingebracht werden. Die Lernenden können untersuchen, wie Maria, Marta, Jesus und die Umstehenden reagieren. Besonders wichtig ist, dass Jesus selbst weint. Dadurch wird seine Verbundenheit mit den Trauernden sichtbar.
Die Aussage Jesu Ich bin die Auferstehung und das Leben kann mit der Lazaruserzählung verbunden werden. Die Lernenden können fragen, ob christliche Hoffnung Trauer beseitigt oder ob Hoffnung und Trauer gleichzeitig bestehen können. Die Erzählung sollte nicht so vermittelt werden, als müsse ein starker Glaube jede Trauer sofort überwinden. Vielmehr eröffnet sie eine Hoffnung, die Schmerz und Klage ernst nimmt.
Die verschiedenen Aussagen Jesu über sich selbst bilden einen weiteren Schwerpunkt. Dazu gehören Bilder wie Brot des Lebens, Licht der Welt, Tür, guter Hirte, Auferstehung und Leben, Weg, Wahrheit und Leben sowie wahrer Weinstock. Kleingruppen können jeweils eines dieser Bilder untersuchen. Sie klären seine Bedeutung in der damaligen Lebenswelt, suchen den biblischen Zusammenhang und formulieren eine mögliche Bedeutung für die Gegenwart. Anschließend werden die Ergebnisse präsentiert und verglichen.
Die Aussage Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben besitzt für viele Christen eine zentrale Bedeutung. Im Unterricht sollte sie innerhalb des Gesprächs Jesu mit seinen Jüngern betrachtet werden. In religiös vielfältigen Lerngruppen ist darauf zu achten, die Aussage nicht als Anlass zur Abwertung anderer Religionen zu verwenden. Lernende können untersuchen, welche Hoffnung der Satz für christlich Glaubende ausdrückt und wie religiöse Überzeugungen klar vertreten werden können, ohne andere Menschen abzuwerten.
Liebe ist ein zentrales Thema des Evangeliums. Die Lernenden können Textstellen zum Liebesgebot und zur Fußwaschung untersuchen. Bei der Fußwaschung verbindet Jesus Liebe mit konkretem Dienst am anderen Menschen. Eine rein szenische Nachahmung kann als zu persönlich empfunden werden und sollte nur freiwillig erfolgen. Als Alternative können die Lernenden Situationen sammeln, in denen Menschen einander ohne Erwartung einer Gegenleistung helfen.
Der Begriff Glaube sollte nicht nur als Zustimmung zu bestimmten Sätzen verstanden werden. Im Evangelium nach Johannes bedeutet Glaube auch Vertrauen und eine Beziehung zu Jesus. Die Begegnungen Jesu mit Nikodemus, der Samariterin, Marta und Thomas zeigen unterschiedliche Wege zum Glauben. Die Lernenden können vergleichen, welche Fragen, Zweifel und Erfahrungen die einzelnen Personen bewegen. Dadurch wird sichtbar, dass Glaube im Evangelium als Prozess dargestellt wird.
Die Begegnung Jesu mit Thomas bietet einen guten Zugang zum Thema Zweifel. Thomas möchte die Auferstehung nicht ohne eigene Erfahrung glauben. Seine Fragen werden nicht einfach verurteilt. Die Lernenden können diskutieren, ob Zweifel ein Gegensatz zum Glauben sein müssen oder ein Teil des Glaubensweges sein können. Ein fiktives Gespräch zwischen Thomas und einem anderen Jünger kann verschiedene Sichtweisen verdeutlichen.
Bei der Passion sollte die besondere Darstellung Jesu im Evangelium untersucht werden. Jesus erscheint trotz Verhaftung, Verhör und Kreuzigung als bewusst handelnde Gestalt. Das Gespräch mit Pontius Pilatus behandelt Wahrheit, Macht und Königtum. Lernende können herausarbeiten, wie politische Macht und die Herrschaft Jesu einander gegenübergestellt werden. Die Kreuzigung darf dabei nicht nur als theologisches Symbol behandelt werden. Sie war eine grausame Form römischer Hinrichtung und bedeutete reales menschliches Leiden.
Besondere Sorgfalt ist bei Formulierungen über die Juden erforderlich. Im Evangelium nach Johannes wird dieser Ausdruck an mehreren Stellen für Gegner Jesu verwendet. Jesus, seine Jünger und die ersten christlichen Gemeinden waren jedoch selbst jüdisch. Die Texte spiegeln Konflikte ihrer Entstehungszeit und dürfen nicht pauschal auf alle jüdischen Menschen übertragen werden. Die Verantwortung für die römische Kreuzigung darf nicht dem jüdischen Volk zugeschrieben werden. Diese Einordnung ist notwendig, um judenfeindliche Deutungen zu verhindern.
Die Auferstehung kann anhand der Begegnung Maria Magdalenas mit Jesus erschlossen werden. Maria entdeckt das leere Grab und begegnet dem Auferstandenen. Sie erhält den Auftrag, den anderen davon zu berichten. Dadurch erscheint sie als wichtige Zeugin und Verkündigerin. Die Lernenden können untersuchen, wie sich ihre Gefühle von Trauer und Verwirrung zu Erkenntnis und neuer Hoffnung verändern.
Die abschließende Erzählung über Thomas kann mit der Zielsetzung des Evangeliums verbunden werden. Das Evangelium möchte Glauben ermöglichen und zum Leben führen. Die Lernenden können prüfen, mit welchen Geschichten, Bildern und Gesprächen dieses Ziel verfolgt wird. Dabei dürfen sie auch formulieren, welche Aussagen sie überzeugend, schwierig oder unverständlich finden.
Zur Ergebnissicherung können die Lernenden ein Profil des Evangeliums nach Johannes erstellen. Es enthält Entstehungszeit, mögliche Verfasserschaft, besondere Jesusbilder, wichtige Zeichen, zentrale Gespräche, Aussagen über Glaube und Liebe sowie Unterschiede zu den anderen Evangelien. Alternativ können sie eine Seite zu einem Bildwort gestalten, einen Audiobeitrag zu einem Zeichen aufnehmen oder einen Vergleich zweier Evangelientexte verfassen.
Als abschließende Urteilsfrage eignet sich die Frage, ob das Evangelium nach Johannes Jesus eher durch erzählte Handlungen oder durch Bilder und Reden verständlich macht. Die Lernenden sollen ihre Antworten mit konkreten Beispielen begründen. Auf diese Weise werden Sachkompetenz, Deutungskompetenz, Urteilskompetenz, Dialogfähigkeit und ein reflektierter Umgang mit religiöser Sprache gefördert.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
Frage 1: Wer ist Johannes im Video?
Antwort: Das Video beschreibt Johannes als Jünger Jesu, Bruder des Jakobus, geliebten Jünger, Evangelisten und Verfasser der Offenbarung. Diese Gleichsetzung entspricht einer kirchlichen Tradition, ist historisch aber nicht eindeutig gesichert.
Frage 2: War Johannes einer der zwölf Jünger Jesu?
Antwort: Johannes, der Sohn des Zebedäus und Bruder des Jakobus, gehörte nach den synoptischen Evangelien zu den zwölf Jüngern. Ob er auch das Evangelium nach Johannes verfasst hat, bleibt offen.
Frage 3: Nennt das Evangelium Johannes als seinen Verfasser?
Antwort: Nein. Der Text nennt seinen Verfasser nicht ausdrücklich. Er spricht von einem Jünger, den Jesus liebte, nennt diesen Jünger aber nicht Johannes.
Frage 4: Ist der geliebte Jünger sicher Johannes?
Antwort: Die kirchliche Tradition setzte ihn mit Johannes, dem Sohn des Zebedäus, gleich. Der Text selbst bestätigt diese Zuordnung jedoch nicht eindeutig. Deshalb werden in der Forschung unterschiedliche Möglichkeiten diskutiert.
Frage 5: Hat derselbe Johannes auch die Offenbarung geschrieben?
Antwort: Die Offenbarung nennt ihren Verfasser Johannes. Sie sagt aber nicht, dass dieser Johannes der Sohn des Zebedäus oder der Verfasser des Evangeliums war. Sprache und Theologie der Schriften unterscheiden sich deutlich. Deshalb gehen viele Forschende von verschiedenen Personen aus.
Frage 6: Was unterscheidet das Evangelium nach Johannes von den anderen Evangelien?
Antwort: Es enthält viele lange Gespräche und bildreiche Reden Jesu. Es berichtet außerdem von Zeichen, die in den anderen Evangelien fehlen, und betont besonders die göttliche Herkunft Jesu.
Frage 7: Warum beginnt das Evangelium mit den Worten Im Anfang war das Wort?
Antwort: Diese Worte erinnern an den Anfang der Schöpfungserzählung. Jesus wird als das Wort dargestellt, durch das Gott sich mitteilt und durch das Leben und Licht in die Welt kommen.
Frage 8: Was bedeutet die Bezeichnung Wort für Jesus?
Antwort: Sie bringt zum Ausdruck, dass Gott sich in Jesus zeigt und den Menschen begegnet. Das Wort existiert nach dem Evangelium bereits vor der irdischen Geburt Jesu und wird in Jesus Mensch.
Frage 9: Was bedeutet Jesus als Licht der Welt?
Antwort: Licht kann Orientierung, Erkenntnis, Leben und Hoffnung bedeuten. Die Aussage bringt zum Ausdruck, dass Jesus Menschen zu Gott führt und Dunkelheit überwindet.
Frage 10: Was sind Zeichen im Evangelium nach Johannes?
Antwort: Zeichen sind besondere Taten Jesu, die über das sichtbare Geschehen hinausweisen. Sie sollen erkennen lassen, wer Jesus ist, und Vertrauen in ihn wecken.
Frage 11: Was geschieht bei der Hochzeit in Kana?
Antwort: Als der Wein ausgeht, verwandelt Jesus Wasser in Wein. Das Evangelium bezeichnet dies als sein erstes Zeichen. Es verweist auf Fülle, Freude und die verwandelnde Wirkung seines Handelns.
Frage 12: Warum ist die Auferweckung des Lazarus bedeutsam?
Antwort: Die Erzählung verbindet Freundschaft, Trauer, Tod, Vertrauen und Hoffnung. Jesus zeigt Mitgefühl und weint. Zugleich bezeichnet er sich als Auferstehung und Leben.
Frage 13: Welche Bedeutung hat Glaube im Evangelium?
Antwort: Glaube bedeutet nicht nur, bestimmte Aussagen für richtig zu halten. Er meint Vertrauen, Beziehung zu Jesus und die Hoffnung auf Leben in der Gemeinschaft mit Gott.
Frage 14: Welche Rolle spielt der Zweifel?
Antwort: Zweifel wird besonders an Thomas sichtbar. Er möchte die Auferstehung nicht ohne eigene Erfahrung glauben. Seine Geschichte zeigt, dass Fragen und Zweifel Teil eines Glaubensweges sein können.
Frage 15: Welche Bedeutung hat die Liebe?
Antwort: Liebe gehört zu den zentralen Themen des Evangeliums. Jesus fordert seine Jünger dazu auf, einander zu lieben. In der Fußwaschung verbindet er Liebe mit Dienst, Zuwendung und Gemeinschaft.
Frage 16: Was sind die bekannten Aussagen Jesu über sich selbst?
Antwort: Jesus bezeichnet sich unter anderem als Brot des Lebens, Licht der Welt, Tür, guter Hirte, Auferstehung und Leben, Weg, Wahrheit und Leben sowie wahrer Weinstock. Diese Bilder erschließen unterschiedliche Seiten seiner Bedeutung.
Frage 17: Was bedeutet die Aussage Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben?
Antwort: Für christlich Glaubende drückt sie aus, dass Jesus den Zugang zu Gott eröffnet und Orientierung sowie Leben schenkt. In einer religiös vielfältigen Gesellschaft sollte diese Überzeugung ohne Abwertung anderer Menschen oder Religionen ausgelegt werden.
Frage 18: Wie stellt das Evangelium die Passion Jesu dar?
Antwort: Es erzählt von Verrat, Verhaftung, Verhör, Verurteilung, Kreuzigung und Tod. Jesus erscheint dabei als eine Gestalt, die trotz des Leidens bewusst handelt und ihren Weg kennt.
Frage 19: Welche Rolle spielt Pontius Pilatus?
Antwort: Pontius Pilatus ist der römische Statthalter, der Jesus verhört und seine Kreuzigung anordnet. Das Gespräch zwischen Jesus und Pilatus behandelt Fragen nach Wahrheit, Macht und Königtum.
Frage 20: Warum sind Aussagen über die Juden im Evangelium problematisch?
Antwort: Manche Textstellen verwenden den Ausdruck für Gegner Jesu. Eine pauschale Übertragung auf alle jüdischen Menschen wäre sachlich falsch und gefährlich. Jesus, seine Jünger und die ersten Gemeinden waren selbst jüdisch. Die Kreuzigung wurde von der römischen Staatsmacht vollzogen.
Frage 21: Wer entdeckt im Evangelium das leere Grab?
Antwort: Maria Magdalena kommt zum Grab und stellt fest, dass der Stein entfernt wurde. Später begegnet sie dem auferstandenen Jesus und berichtet den Jüngern davon.
Frage 22: Welche Bedeutung hat Maria Magdalena?
Antwort: Sie ist eine zentrale Zeugin der Auferstehung. Jesus beauftragt sie, den anderen von seiner Auferstehung zu berichten. Damit übernimmt sie eine wichtige Aufgabe der Verkündigung.
Frage 23: Ist das Evangelium nach Johannes tatsächlich das letzte Evangelium?
Antwort: Es wird in der Forschung gewöhnlich später als die Evangelien nach Markus, Matthäus und Lukas eingeordnet und häufig gegen Ende des ersten Jahrhunderts datiert. Eine genaue Entstehungszeit lässt sich jedoch nicht sicher bestimmen.
Frage 24: Welche Absicht verfolgt das Evangelium?
Antwort: Es möchte seine Lesenden zum Glauben an Jesus als den Christus und Sohn Gottes führen. Dieser Glaube soll nach Aussage des Evangeliums Leben eröffnen.
Frage 25: Welche Bedeutung besitzt das Evangelium heute?
Antwort: Es prägt christliche Vorstellungen von Jesus, Gott, Liebe, Glaube, Hoffnung und ewigem Leben. Seine Bilder und Erzählungen können Trost und Orientierung geben, verlangen aber zugleich eine sorgfältige und kritische Auslegung.