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Der Turmbau zu Babel

Eine Geschichte aus der Bibel für Kinder.

Veröffentlichung:3.6.2022

Das Video erzählt die biblische Geschichte vom Turmbau zu Babel und verbindet sie mit der Frage, warum Menschen unterschiedliche Sprachen sprechen. Nach der Sintflut siedeln sich Menschen in der Ebene zwischen Euphrat und Tigris an. Sie betreiben Landwirtschaft, bauen Häuser und entwickeln Bewässerungsanlagen. Mit der Zeit werden sie nach Darstellung des Videos immer stolzer auf ihre Leistungen. Unter der Führung Nimrods beginnen sie, eine große Stadt und einen Turm zu bauen, der bis an den Himmel reichen soll. Der Turm soll sie berühmt machen, ihnen Sicherheit geben und verhindern, dass sie sich über die Erde verteilen. Gott sieht ihren Hochmut und verwirrt ihre gemeinsame Sprache. Weil die Menschen einander nicht mehr verstehen, können sie nicht weiterbauen. Sie verlassen Babel und ziehen in verschiedene Teile der Erde. Abschließend stellt das Video eine Verbindung zur Pfingstgeschichte her. Während die Sprachverwirrung in Babel die Menschen trennt, können Menschen aus unterschiedlichen Ländern die Botschaft der Jünger an Pfingsten in ihren eigenen Sprachen verstehen. Das Video verbindet diese Gegenüberstellung mit christlichen Aussagen über Jesus, den Heiligen Geist, Vergebung, Frieden und Verständigung.

Die Menschen bauen einen Turm, der bis in den Himmel reichen soll. Denn sie wollen sich »einen Namen machen«. Kann es gut gehen, wenn wir Menschen uns so sehr in den Mittelpunkt stellen, wenn wir Pläne ohne Gott machen?

Unsere Geschichte vom »Turmbau zu Babel« basiert auf dem bekannten Bericht in der Bibel. Moderne wissenschaftliche Erkenntnisse sind in die Darstellung der Bilder und die Ausgestaltung dieser Nacherzählung eingeflossen. Biblische Geschichte wird lebendig. Die Botschaft der Bibel wird relevant für unser Leben.


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Das Video eignet sich für eine Unterrichtseinheit über den Turmbau zu Babel, menschlichen Hochmut, Vielfalt, Verständigung und Pfingsten. Wegen seiner Länge und der zahlreichen historischen, geografischen, theologischen und missionarischen Aussagen sollte es in ausgewählten Abschnitten gezeigt werden. Sinnvolle Einheiten sind die Ansiedlung im Zweistromland, die Planung und Errichtung des Turmes, der Streit auf der Baustelle, die Verwirrung der Sprache, die Zerstreuung der Menschen sowie die Verbindung zur Pfingstgeschichte.

Als Einstieg kann die Lehrkraft verschiedene Begrüßungen in mehreren Sprachen vorspielen oder auf Karten zeigen. Lernende können bekannte Wörter sammeln und von eigenen Erfahrungen mit Mehrsprachigkeit berichten. Dabei sollte sprachliche Vielfalt nicht als Problem, sondern als menschlicher Reichtum sichtbar werden. Ein kurzes Verständigungsspiel ohne gesprochene Sprache macht erfahrbar, dass Kommunikation durch Gesten, Bilder, Mimik und gemeinsames Handeln möglich ist.

Vor der Betrachtung kann die Leitfrage formuliert werden, weshalb die Menschen einen so hohen Turm bauen möchten. Während des Videos sammeln die Lernenden mögliche Beweggründe. Dazu gehören Sicherheit, Gemeinschaft, Anerkennung, Ruhm, Macht und der Wunsch, sich selbst ein Denkmal zu setzen. Anschließend können diese Motive geordnet werden. Dabei wird deutlich, dass der Bau eines großen Gebäudes nicht grundsätzlich falsch ist. Kritisiert werden in der biblischen Erzählung vielmehr Hochmut, Machtstreben, Selbstüberschätzung und die Vorstellung, Menschen könnten sich über alle Grenzen hinwegsetzen.

Zur Sicherung der Handlung eignet sich eine Bilderfolge. Die Lernenden ordnen Darstellungen von der fruchtbaren Ebene, der Ziegelherstellung, dem Turmbau, dem Streit, der Sprachverwirrung und dem Aufbruch in verschiedene Länder. Anschließend erzählen sie die Geschichte mit eigenen Worten. Alternativ kann ein Bodenbild entstehen. Tücher stellen das Zweistromland und die Flüsse dar, Bauklötze bilden Stadt und Turm und Karten mit verschiedenen Sprachen zeigen die zunehmenden Verständigungsprobleme.

Ein praktischer Bauauftrag ermöglicht einen handlungsorientierten Zugang. Kleine Gruppen bauen aus denselben Materialien einen möglichst hohen und stabilen Turm. Vorher vereinbaren sie Aufgaben und Regeln für ihre Zusammenarbeit. In einer zweiten Runde darf nur durch Gesten oder Bildkarten kommuniziert werden. Die anschließende Auswertung richtet sich nicht allein auf die Höhe des Turmes, sondern besonders auf Kooperation, gegenseitiges Zuhören, gerechte Aufgabenverteilung und den Umgang mit Missverständnissen. So wird die Erfahrung der Lernenden mit zentralen Motiven der Erzählung verbunden.

Die Darstellung der Sprachvielfalt im Video benötigt eine kritische Begleitung. Das Video erklärt die verschiedenen Sprachen als Folge eines göttlichen Eingreifens und verwendet dafür den Begriff Sprachverwirrung. Diese religiöse Deutung ist keine sprachwissenschaftliche Erklärung für die Entstehung der Sprachen. Sprachen haben sich über sehr lange Zeiträume entwickelt und verändern sich fortlaufend. Die biblische Erzählung fragt auf symbolische Weise nach menschlicher Macht, Grenzen, Gemeinschaft und Verständigung. Im Unterricht sollte klar zwischen biblischer Erzählung, theologischer Deutung und wissenschaftlicher Erkenntnis unterschieden werden.

Mehrsprachige Lernende können Wörter aus ihren Familiensprachen einbringen, sollten dazu jedoch nicht verpflichtet werden. Keine Sprache darf als fremd, minderwertig oder verwirrend bezeichnet werden. Auch Akzente und Dialekte dürfen nicht nachgeahmt oder verspottet werden. Ziel ist eine wertschätzende Haltung gegenüber allen Sprachen und Kulturen. Die Lernenden können ein gemeinsames Sprachenplakat gestalten, auf dem Begriffe wie Frieden, Freundschaft, Hoffnung und Willkommen in verschiedenen Sprachen erscheinen.

Auch die geschichtlichen Aussagen des Videos sollten geprüft werden. Die Erzählung von Babel steht in Genesis 11. Nimrod wird in einem vorausgehenden Kapitel als mächtiger Herrscher und als Begründer verschiedener Städte erwähnt. Der Bibeltext selbst bezeichnet ihn jedoch nicht ausdrücklich als Bauleiter des Turmes. Das Video verbindet unterschiedliche biblische Angaben und ergänzt sie erzählerisch. Ebenso sind Aussagen über die Zeit nach der Sintflut, frühe Siedlungen, technische Kenntnisse und konkrete Bauverfahren teilweise Deutungen oder Rekonstruktionen. Ein Vergleich mit dem Bibeltext hilft den Lernenden, solche Ergänzungen zu erkennen.

Die im Video geäußerte Behauptung, Konflikte und Kriege entstünden vor allem durch unterschiedliche Sprachen, Kulturen und Religionen, sollte nicht unkommentiert bleiben. Konflikte haben meist vielfältige Ursachen, beispielsweise Machtstreben, Ungerechtigkeit, Unterdrückung, wirtschaftliche Interessen oder die Ausgrenzung bestimmter Gruppen. Kulturelle und religiöse Vielfalt führt nicht zwangsläufig zu Streit. Menschen verschiedener Überzeugungen können friedlich zusammenleben, voneinander lernen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Die Verbindung zwischen Babel und Pfingsten bietet einen ergiebigen theologischen Schwerpunkt. Beide Geschichten können in einer Tabelle miteinander verglichen werden. In Babel scheitert die Verständigung, Menschen trennen sich und das gemeinsame Vorhaben endet. An Pfingsten bleiben die unterschiedlichen Sprachen erhalten, doch die Menschen verstehen die Botschaft in ihrer jeweiligen Sprache. Pfingsten hebt Vielfalt somit nicht auf. Verständigung wird gerade innerhalb der Vielfalt möglich. Diese Beobachtung verhindert die vereinfachende Vorstellung, Einheit bedeute, dass alle Menschen gleich sein oder dieselbe Sprache sprechen müssten.

Die ausdrücklich christliche Deutung des Videos sollte als eine Glaubensperspektive kenntlich gemacht werden. Aussagen über Jesus als Sohn Gottes, Vergebung, Auferstehung und ein Leben mit Jesus gehören zum christlichen Bekenntnis. Lernende dürfen sich mit diesen Aussagen auseinandersetzen, Fragen stellen, zustimmen oder widersprechen. Sie sollten nicht dazu gedrängt werden, eine persönliche Glaubensentscheidung zu treffen. Ein religionspädagogisch verantworteter Unterricht respektiert unterschiedliche religiöse und nicht religiöse Überzeugungen.

Für eine kreative Vertiefung können die Lernenden eine Szene aus der Perspektive einer Person auf der Baustelle erzählen. Möglich sind ein Tagebucheintrag, ein innerer Monolog, ein Brief oder eine Bildergeschichte. Eine weitere Aufgabe besteht darin, Regeln für eine gelingende Zusammenarbeit zu formulieren. Dazu können aufeinander hören, verständlich sprechen, nachfragen, niemanden ausgrenzen, Fehler zugeben und Konflikte friedlich lösen gehören.

Zum Abschluss kann ein gemeinsames Verständigungsprojekt entstehen. Die Lernenden gestalten Bausteine mit Wörtern und Bildern, die Gemeinschaft fördern. Aus diesen Bausteinen wird kein Turm des Ruhmes, sondern ein Haus des Friedens gelegt. Dadurch wird die biblische Erzählung auf die Lebenswelt übertragen. Die zentrale Erkenntnis lautet, dass menschliche Fähigkeiten wertvoll sind, wenn sie dem Leben, der Gemeinschaft und der Verantwortung dienen. Problematisch werden sie, wenn Macht, Ruhm und Selbstüberschätzung wichtiger werden als Menschenwürde, Rücksicht und Vertrauen.


Fragestellungen zum Video mit Antworten


Frage 1: Welche Frage stellt das Video am Anfang?

Das Video fragt, warum Menschen auf der Welt unterschiedliche Sprachen sprechen und weshalb sie einander nicht immer verstehen.


Frage 2: Wo lassen sich die Menschen in der Erzählung nieder?

Sie lassen sich in einer fruchtbaren Ebene zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris nieder. Dieses Gebiet wird Zweistromland oder Mesopotamien genannt.


Frage 3: Warum können die Menschen dort gut leben?

Sie finden fruchtbaren Boden, Wasser, ein mildes Klima und Weideflächen. Mit Bewässerungsanlagen können sie Getreide, Obst und Gemüse anbauen.


Frage 4: Was wollen die Menschen bauen?

Sie wollen eine große Stadt und einen sehr hohen Turm errichten. Der Turm soll bis an den Himmel reichen und weithin sichtbar sein.


Frage 5: Warum bauen die Menschen den Turm?

Sie wollen berühmt, mächtig und unabhängig sein. Außerdem möchten sie zusammenbleiben und sich selbst ein Denkmal setzen.


Frage 6: Ist es grundsätzlich falsch, einen hohen Turm zu bauen?

Nein. Die Erzählung kritisiert nicht das Bauen oder den menschlichen Erfindungsgeist. Sie kritisiert Hochmut, Machtstreben und die Vorstellung, dass Menschen keine Grenzen anerkennen müssten.


Frage 7: Wie verändert sich die Gemeinschaft während des Baus?

Die Menschen werden zunehmend stolz und streiten darüber, wer am wichtigsten ist. Einige werden unter Druck gesetzt und kritische Stimmen werden zum Schweigen gebracht.


Frage 8: Wie reagiert Gott auf den Turmbau?

Gott verwirrt nach der biblischen Erzählung die gemeinsame Sprache der Menschen. Dadurch verstehen sie einander nicht mehr und können den Turm nicht vollenden.


Frage 9: Was geschieht nach der Sprachverwirrung?

Die Menschen beenden den Bau, schließen sich mit ihren Familien zusammen und ziehen in verschiedene Richtungen. Dadurch verteilen sie sich über die Erde.


Frage 10: Erklärt die Geschichte wissenschaftlich, wie Sprachen entstanden sind?

Nein. Die Erzählung ist ein biblischer Glaubenstext. Die Sprachwissenschaft erklärt, dass sich Sprachen über lange Zeiträume entwickeln, verändern und in weitere Sprachen aufteilen.


Frage 11: Ist sprachliche Vielfalt etwas Schlechtes?

Nein. Unterschiedliche Sprachen sind ein wertvoller Teil menschlicher Kultur. Sie können Verständigung manchmal erschweren, ermöglichen aber auch vielfältige Sichtweisen, Geschichten und Ausdrucksformen.


Frage 12: Wie können sich Menschen verständigen, wenn sie nicht dieselbe Sprache sprechen?

Sie können Gesten, Bilder, Übersetzungen und digitale Hilfsmittel nutzen. Besonders wichtig sind Geduld, Respekt, aufmerksames Zuhören und die Bereitschaft, nachzufragen.


Frage 13: Welche Bedeutung hat Nimrod im Video?

Das Video zeigt Nimrod als Herrscher und Anführer des Turmbaus. Im Bibeltext wird er als mächtiger Herrscher und Städtegründer erwähnt, aber nicht ausdrücklich als Bauleiter des Turmes bezeichnet.


Frage 14: Welche Verbindung stellt das Video zwischen Babel und Pfingsten her?

In Babel verstehen die Menschen einander nicht mehr. An Pfingsten hören Menschen aus unterschiedlichen Ländern die Botschaft der Jünger in ihren eigenen Sprachen.


Frage 15: Verschwinden an Pfingsten die verschiedenen Sprachen?

Nein. Die Vielfalt bleibt bestehen. Das Besondere ist, dass Verständigung trotz der unterschiedlichen Sprachen möglich wird.


Frage 16: Welche christliche Botschaft verbindet das Video mit Pfingsten?

Das Video erklärt, dass der Heilige Geist Menschen verbindet und die Botschaft von Jesus über sprachliche und kulturelle Grenzen hinweg verständlich macht.


Frage 17: Warum sollten die religiösen Aussagen des Videos als Glaubensaussagen bezeichnet werden?

Sie drücken eine bestimmte christliche Überzeugung aus. Menschen anderer Religionen und Menschen ohne religiösen Glauben können diese Aussagen anders beurteilen.


Frage 18: Was können die Lernenden aus der Geschichte für ihren Alltag mitnehmen?

Sie können lernen, dass Fähigkeiten und gemeinsames Arbeiten wertvoll sind. Gemeinschaft gelingt, wenn Menschen einander zuhören, niemanden ausgrenzen, Macht begrenzen und Verantwortung füreinander übernehmen.


Frage 19: Was hilft bei Streit und Missverständnissen?

Ruhiges Zuhören, Nachfragen, verständliches Sprechen, gegenseitiger Respekt und die Bereitschaft, eigene Fehler einzugestehen, können bei der Lösung von Konflikten helfen.


Frage 20: Was könnte die wichtigste Botschaft der Geschichte sein?

Menschen können viel erreichen, doch Macht und Selbstüberschätzung gefährden die Gemeinschaft. Wirkliche Größe zeigt sich in Verantwortung, Rücksicht, Frieden und einem guten Umgang mit Vielfalt.

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