Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht, da Werte, Gefühle und Identität zentrale Themen religiöser Bildung darstellen. Die Geschichten ermöglichen einen niedrigschwelligen und lebensweltorientierten Zugang zu Fragen nach dem, was Menschen wichtig ist, wie Gefühle das Handeln beeinflussen und wie ein respektvolles Miteinander gelingen kann. Die tierischen Hauptfiguren schaffen emotionale Distanz und fördern gleichzeitig Identifikation, sodass auch persönliche Erfahrungen behutsam angesprochen werden können.
Der Unterricht kann mit dem Vorlesen einer Geschichte beginnen. Anschließend bieten sich Gesprächsimpulse an, die den Transfer zur eigenen Lebenswelt der Lernenden ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen offene Fragen, die unterschiedliche Perspektiven zulassen und wertschätzende Gesprächskultur fördern. Dabei sollte deutlich werden, dass persönliche Werte und Gefühle individuell sind und gegenseitigen Respekt verdienen.
Die vorgeschlagenen kreativen Aufgaben eröffnen vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten. Lernende können persönliche Schatzkisten gestalten, wichtige Gegenstände vorstellen, Collagen erstellen, Gefühle zeichnen, Rollenspiele durchführen oder eigene Geschichten verfassen. Dadurch werden unterschiedliche Lernvoraussetzungen berücksichtigt und sprachliche, kreative sowie soziale Kompetenzen gleichermaßen gefördert. Besonders im Religionsunterricht bieten diese Methoden zahlreiche Anknüpfungspunkte zu Themen wie Nächstenliebe, Gemeinschaft, Verantwortung, Würde des Menschen, Dankbarkeit und Hoffnung.
Die Materialien fördern sowohl individuelles Nachdenken als auch kooperative Lernformen. Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Gesprächskreise, Gallery Walks, szenisches Spiel oder pantomimische Darstellungen unterstützen die Entwicklung von Empathie und Perspektivwechsel. Durch den regelmäßigen Einsatz eines Gefühlsbarometers können Lernende ihre Stimmung wahrnehmen und benennen sowie einen achtsamen Umgang mit den Gefühlen anderer entwickeln.
Besondere Aufmerksamkeit sollte sensiblen biografischen Erfahrungen gelten. Das Handbuch weist darauf hin, dass Aufgaben zu Erinnerungen oder persönlichen Schätzen bei Lernenden mit Flucht oder Verlusterfahrungen belastende Erinnerungen auslösen können. Deshalb empfiehlt sich eine sensible Unterrichtsgestaltung mit freiwilligen Beteiligungsmöglichkeiten und gegebenenfalls alternativen Aufgabenformaten. Ebenso wird eine diskriminierungssensible Haltung empfohlen, damit Verhaltensweisen nicht aufgrund kultureller oder sozialer Zuschreibungen unterschiedlich bewertet werden.
Das Medium unterstützt eine kompetenzorientierte Unterrichtsgestaltung, indem Selbstwahrnehmung, soziale Verantwortung, Kommunikationsfähigkeit, Werteorientierung und Urteilsbildung gleichermaßen gefördert werden. Es eignet sich sowohl als vollständige Unterrichtseinheit als auch zur Vertiefung einzelner Themen innerhalb von Unterrichtsreihen zu Identität, Gefühle, Gemeinschaft, Kinderrechten oder Konfliktlösung.
Das Kapitel gliedert sich in mehrere Lerneinheiten, die jeweils durch Geschichten („Vorlesebögen“) eingeführt werden und darauf aufbauend thematische Übungen und Reflexionsphasen enthalten:
Was ist mir wichtig? – Kinder werden angeregt, Dinge oder Beziehungen zu benennen, die ihnen Bedeutung haben, und darüber nachzudenken, was damit über ihre Identität ausgesagt wird (z. B. über „Schatzkisten“).
Wie fühle ich? – In dieser Einheit entdecken Schülerinnen und Schüler, wie Gefühle in ihnen entstehen, wie sie sich ändern können, und wie man sie in konkreten Situationen wahrnimmt und äußert.
Zu den vorgeschlagenen Methoden zählen zum Beispiel das Sammeln von Gefühlswörtern, Zeichnungen, pantomimische Darstellung von Gefühlen, das „Gefühlstaxi“, Gefühlsbarometer und Arbeit mit Situationsvignetten. Wichtig ist dabei, dass Gefühle nicht bewertet werden sollen – jede Empfindung gilt als legitim. (S. 18–20)
In der Reflexion und Diskussion begleiten die Lehrkräfte die Schülerinnen und Schüler bei Fragen wie: Welche Gefühle habe ich erlebt? Wie äußere ich sie? Wie erkenne ich Gefühle bei anderen? Und: Wie kann ich mit Emotionen sensibel umgehen? Außerdem werden weiterführende Anknüpfungspunkte genannt (z. B. Konfliktmanagement, Kinderrechte).
Die Zielsetzungen des Kapitels sind, dass Kinder ein Bewusstsein für ihre Werte und Identität erwerben, einen differenzierten Gefühls-Wortschatz entwickeln und sensibel im Umgang mit ihren eigenen und fremden Gefühlen werden. Insgesamt fördert das Kapitel nicht nur persönliche Reflexion, sondern stärkt auch das Klassenklima und unterstützt soziales Miteinander.
Das Kapitel „Werte und Gefühle“ stellt verschiedene Materialien bereit, die aufeinander aufbauen und unterschiedliche Zugänge zum Thema ermöglichen. Die Materialien verbinden Vorlesen, Gespräche, kreatives Arbeiten, Rollenspiel und Reflexion.
Vorlesegeschichte „Von kleinen und großen Schätzen“
Die Geschichte führt in das Thema Werte ein. Die Figur Kiwi zeigt ihre Schatzkiste mit Gegenständen, die für sie eine persönliche Bedeutung haben. Im Unterricht wird die Geschichte vorgelesen und anschließend gemeinsam besprochen. Die Lernenden überlegen, welche Dinge, Menschen oder Erinnerungen ihnen selbst wichtig sind und erkennen, dass Werte häufig nicht materiell, sondern emotional begründet sind. Die Geschichte dient als Gesprächsanlass für Identität, Freundschaft und persönliche Wertvorstellungen.
Reflexionsfragen zur Geschichte
Nach dem Vorlesen werden Fragen zum Text gestellt. Die Lernenden beschreiben die Figuren, benennen wichtige Aussagen der Geschichte und übertragen die Inhalte auf ihre eigene Lebenswelt. Dadurch werden Sprachfähigkeit, Reflexionsvermögen und Perspektivwechsel gefördert.
Arbeitsbogen „Mein Schatz“
Die Lernenden gestalten eine persönliche Schatzkiste mit Gegenständen, Personen oder Erinnerungen, die ihnen wichtig sind. Dies kann durch Zeichnungen, Fotos oder schriftliche Einträge erfolgen. Im Unterricht werden die Ergebnisse vorgestellt und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede wertschätzend besprochen.
Arbeitsbogen „Checkliste 1“
Die Checkliste enthält verschiedene Gegenstände wie Bücher, Kuscheltiere, Fotos oder Spielsachen. Die Lernenden markieren, welche Dinge für sie persönlich wichtig sind. Anschließend wird darüber gesprochen, weshalb unterschiedliche Gegenstände für verschiedene Menschen einen besonderen Wert besitzen.
Arbeitsbogen „Checkliste 2“
Diese Checkliste erweitert den Blick auf immaterielle Werte. Die Lernenden wählen beispielsweise Menschen, Haustiere, Zuhause, Schule oder Landschaften aus und erkennen, dass Werte weit über materielle Dinge hinausgehen. Dies fördert das Nachdenken über Beziehungen, Gemeinschaft und persönliche Lebenswelten.
Vorlesegeschichte „Eine Achterbahn der Gefühle“
Die Geschichte thematisiert unterschiedliche und gleichzeitig auftretende Gefühle wie Freude, Traurigkeit, Wut oder Heimweh. Im Unterricht wird deutlich, dass Gefühle vielfältig sind und sich verändern können. Die Lernenden lernen, Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und zu akzeptieren.
Reflexionsfragen zur Geschichte
Nach dem Vorlesen sprechen die Lernenden über eigene Erfahrungen mit verschiedenen Gefühlen. Sie überlegen, woran Gefühle bei anderen Menschen erkannt werden können und entwickeln Verständnis für unterschiedliche emotionale Reaktionen.
Arbeitsbogen „Gefühle zeigen“
Verschiedene Gesichtsausdrücke werden passenden Gefühlen zugeordnet. Die Lernenden erkennen Mimik und Gestik als Ausdruck von Emotionen und erweitern ihren Wortschatz zu Gefühlen.
Arbeitsbogen „Gefühle zeichnen“
Hier zeichnen die Lernenden selbst passende Gesichtsausdrücke zu verschiedenen Gefühlen. Im Unterricht wird anschließend verglichen, wie unterschiedlich Gefühle dargestellt werden können. Dadurch wird deutlich, dass Menschen Emotionen individuell ausdrücken.
Gefühlskarten
Die Karten enthalten verschiedene Gefühlsbegriffe. Sie werden für Pantomime, Rollenspiele oder Erklärspiele eingesetzt. Die Lernenden stellen Gefühle dar, beschreiben sie oder erraten sie. Dadurch werden Empathie, Sprachfähigkeit und soziale Wahrnehmung gefördert.
Arbeitsbogen „Situationen und Gefühle“
Alltagssituationen werden verschiedenen Gefühlen zugeordnet. Die Lernenden überlegen, welche Emotionen in bestimmten Situationen entstehen können und erkennen, dass Menschen unterschiedlich empfinden. Dies stärkt Perspektivübernahme und Verständnis für andere.
Arbeitsbogen „Gefühlsbarometer“
Das Gefühlsbarometer wird regelmäßig im Unterricht eingesetzt. Die Lernenden zeigen ihre aktuelle Stimmung an und lernen, über ihre Gefühle zu sprechen. Gleichzeitig erhalten Lehrkräfte einen Einblick in das emotionale Befinden der Lerngruppe und können das soziale Miteinander gezielt unterstützen.
Kreative und kooperative Unterrichtsmethoden
Ergänzend schlägt das Material zahlreiche Methoden vor. Dazu gehören Gesprächskreise, Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Rollenspiele, Pantomime, Plakatgestaltung, Collagen, Foto und Videoaufnahmen, Schreibaufgaben, Audioaufnahmen, Gallery Walks sowie gemeinsame Diskussionen. Die Lernenden setzen sich dabei aktiv mit ihren Werten und Gefühlen auseinander, lernen voneinander und entwickeln ihre sozialen und kommunikativen Kompetenzen.