Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Grundschule sowie der Sekundarstufe, da es zentrale Stationen der Passionsgeschichte verständlich und anschaulich vermittelt. Der Bibelkarton ermöglicht den Lernenden einen guten Überblick über die Ereignisse und erleichtert das Nachvollziehen der einzelnen Handlungsschritte. Im Unterricht kann zunächst die Szene im Garten Getsemani betrachtet werden. Dabei bietet sich ein Gespräch über Angst, Vertrauen und das Gebet in schwierigen Lebenssituationen an. Die Lernenden können erkennen, dass auch Jesus Angst erlebt und sich dennoch vertrauensvoll an Gott wendet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Verrat des Judas und der Verleugnung des Petrus. Beide Figuren zeigen menschliche Schwäche und unterschiedliche Formen des Versagens. Im Unterricht kann darüber gesprochen werden, weshalb Menschen aus Angst oder Enttäuschung falsche Entscheidungen treffen und welche Bedeutung Vergebung im christlichen Glauben besitzt. Ebenso eignet sich die Begegnung Jesu mit Pilatus, um über Gerechtigkeit, Verantwortung und Zivilcourage nachzudenken. Die Lernenden können überlegen, weshalb Pilatus Jesus trotz seiner Überzeugung nicht freilässt und welchen Einfluss Gruppendruck auf menschliche Entscheidungen haben kann. Die Ablehnung von Gewalt durch Jesus eröffnet darüber hinaus die Möglichkeit, über friedliche Konfliktlösungen und Versöhnung zu sprechen. Kreative Unterrichtsmethoden wie ein Rollenspiel zum Verhör Jesu, das Schreiben eines Tagebucheintrages aus der Sicht des Petrus oder des Pilatus, das Gestalten einer Bildfolge zur Passionsgeschichte oder das gemeinsame Erarbeiten der verschiedenen Gerichtsverhandlungen fördern eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Bibeltext. Das Medium unterstützt die Lernenden dabei, die letzten Stunden vor der Kreuzigung Jesu zu verstehen und zentrale Werte wie Mut, Treue, Verantwortung, Frieden und Vergebung zu reflektieren.
Fragestellungen zum Video mit Antworten
Warum geht Jesus nach dem Abendmahl in den Garten Getsemani?
Jesus sucht die Gemeinschaft mit Gott im Gebet und bereitet sich auf sein bevorstehendes Leiden vor.
Warum bittet Jesus seine Jünger, wach zu bleiben?
Er möchte, dass sie ihn im Gebet begleiten und in der schweren Zeit Kraft und Vertrauen bewahren.
Wie verrät Judas Jesus?
Judas kennzeichnet Jesus mit einem Kuss, damit die Soldaten wissen, wen sie festnehmen sollen.
Warum greift Jesus nicht zu Gewalt?
Jesus lehnt Gewalt ab und macht deutlich, dass Gottes Weg von Frieden und Liebe bestimmt ist.
Warum verleugnet Petrus Jesus?
Petrus hat Angst, selbst verhaftet zu werden. Aus Furcht behauptet er dreimal, Jesus nicht zu kennen.
Wie reagiert Petrus nach seiner Verleugnung?
Er erinnert sich an die Worte Jesu, erkennt seinen Fehler und weint voller Reue.
Warum bringt man Jesus zu Pilatus?
Die religiösen Verantwortlichen wollen erreichen, dass Jesus von der römischen Verwaltung zum Tod verurteilt wird.
Warum verurteilt Pilatus Jesus, obwohl er keine Schuld erkennt?
Pilatus gibt dem Druck der Menschenmenge nach und entscheidet sich gegen seine eigene Überzeugung.
Warum wird Barabbas freigelassen?
Die versammelte Menschenmenge fordert die Freilassung des Barabbas und verlangt die Verurteilung Jesu.
Welche zentrale Botschaft vermittelt Johannes Kapitel 18?
Jesus bleibt auch in Leid, Ungerechtigkeit und Gewalt seinem Auftrag treu. Er begegnet Hass nicht mit Gegengewalt, sondern mit Vertrauen auf Gott, Frieden und Liebe. Dadurch beginnt der Weg, der zur Kreuzigung und schließlich zur Auferstehung führt.
Zielgruppen & Einsatzkontext
Geeignet für den katholischen Religionsunterricht der Sekundarstufe I (ca. Klasse 7–9)
Ebenfalls nutzbar in Konfirmanden-/Firmgruppen, Jugendkreisen oder in schulischen Projekttagen
Einsatz möglich im Präsenzunterricht, hybridem Unterricht oder in Onlinephasen
Flexibel verwendbar als Impuls, Texterschließungsmedium, Diskussionsanstoß oder Reflexionsmittel
Vorbereitung durch die Lehrkraft
Das Video in Ruhe vollständig ansehen und zentral auffällige Stellen markieren (z. B. Beginn der Begegnung, Wendepunkte, visuelle Symbolik, Reaktionen)
Den zugehörigen Bibeltext (Evangelium) bereitstellen – in der Übersetzung, die in der Klasse verwendet wird
Impulsfragen, Arbeitsblätter, mögliche Differenzierungsangebote und methodische Alternativen vorbereiten
Technische Rahmenbedingungen sicherstellen: Beamer / großer Bildschirm, gute Lautsprecher, stabile Internetverbindung oder Offline-Kopie
Methodischer Ablauf
a) Einstieg (ca. 5 Minuten):
Impulsfrage: „Erinnere dich an eine Begegnung, die dich verändert hat – woran war das spürbar?“
Assoziationen aufschreiben: Begriffe wie Begegnung, Veränderung, Wort, Wirkung, Offenbarung
b) Video zeigen (ca. 7–10 Minuten):
Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Aufgabe, während des Videos drei Stellen zu notieren, die sie besonders bemerkenswert finden – z. B. durch Worte, Geste, Stimmung, Bildwechsel
Optional: das Video in zwei Abschnitte schneiden – mit kurzer Austauschphase zwischen den Abschnitten
c) Nachbereitung & Reflexion (ca. 15–20 Minuten):
Kleingruppen- oder Partnerarbeit mit Leitfragen, z. B.:
• Welche Stellen oder Bilder sind euch besonders im Gedächtnis geblieben?
• In welcher Weise zeigt sich Jesus – durch Wort, Geste, Blick, Symbol?
• Wie reagieren die anderen Beteiligten? Verändert sich etwas sichtbar?
• Welche Bildmotive oder Symbole fallen euch auf (z. B. Licht, Raum, Nähe / Distanz)?
• Welche Bedeutung könnte diese Begegnung für unser heutiges Leben haben – Schule, Freundschaft, Glaube?
Ergebnisse im Plenum zusammenführen
Theologischer Impuls durch die Lehrkraft:
• Die Bedeutung von Begegnung und Offenbarung im Evangelium
• Wie Raum, Bild und Geste im Evangelium wirken
• Relevanz für Glaubenspraxis, Gemeinschaft und Lebensführung
Transfer zur Lebenswelt:
• Wo erleben Jugendliche heute Begegnungen, die Spuren hinterlassen?
• Welche Worte, Gesten oder Momente sind in unserer Zeit „Offenbarungen“ – im Guten wie im Herausfordernden?
Kreativer Abschluss:
• Schülerinnen und Schüler verfassen einen inneren Monolog oder Brief aus der Perspektive einer Person aus der Szene
• Gestaltung eines Standbilds / Tableaus oder einer Collage zu einer markanten Szene
Differenzierung & Erweiterungsmöglichkeiten
Rollenspiel / Perspektivenspiel: Szene in Kleingruppen nachspielen, mit Rollentausch
Stille Reflexion / Journaling: 2–3 Minuten Raum für persönliches Nachdenken und schriftliche Notizen
Symbolische Objekte: Im Raum Gegenstände einsetzen (z. B. Lichtquelle, Stoff, Spiegel, Wasser) und mit den Schülerinnen und Schülern Bedeutungen assoziieren
Stationenarbeit mit Schwerpunkten wie:
• Wort & Dialog
• Bild & Symbolik
• Reaktion & Wandel
• Übertragung in die Gegenwart
Text-Bild-Vergleich: Die Schülerinnen und Schüler lesen den entsprechenden Bibeltext und vergleichen ihn mit der filmischen Darstellung – was ist hinzugefügt, verändert oder weggelassen worden?
Hausaufgabe / Projekt: Jede Schülerin / jeder Schüler gestaltet eine eigene Szenerie – realistisch oder symbolisch –, in der eine Begegnung etwas bewirkt (Text, Bild, Audio)
Reflexion & Evaluation
Achte darauf, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur das Video genießen, sondern theologische und ethische Fragen entwickeln
Ermögliche kritische Nachfragen: Warum wurde gerade diese Inszenierung gewählt? Welche Perspektive wird stark betont?
Abschließende Rückmeldung (mündlich oder schriftlich): „Welcher Impuls begleitet mich weiter?“
Optional: schriftliche Reflexion oder Gedankenstütze als Hausaufgabe