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Epiz-Berlin

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Arbeitsrechte – Arbeitskämpfe

Unterrichtsmaterial für die Ausbildung (nicht nur) im Einzelhandel

Veröffentlichung:1.1.2017

Das Unterrichtsmaterial "Arbeitsrechte – Arbeitskämpfe" mit 60 Seiten thematisiert Arbeitsrechte, Arbeitskämpfe, Mitbestimmung und gewerkschaftliche Organisierung aus der Perspektive von Auszubildenden. Anhand lebensnaher Fallbeispiele, Diskussionen, Planspielen und handlungsorientierter Methoden setzen sich die Lernenden mit Fragen guter Arbeit, Arbeitsrechtsverletzungen, Tarifverhandlungen, Streiks und gewerkschaftlicher Interessenvertretung auseinander. Dabei werden sowohl Erfahrungen aus dem deutschen Arbeitskontext als auch internationale Perspektiven einbezogen. Das Material richtet sich insbesondere an die berufliche Bildung im Einzelhandel, lässt sich jedoch auch in anderen Bildungsgängen einsetzen.

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Das Medium eignet sich besonders für den kompetenzorientierten Religionsunterricht, den Politikunterricht, die berufliche Bildung sowie fächerübergreifende Unterrichtsvorhaben zu Gerechtigkeit, Menschenwürde, Solidarität und gesellschaftlicher Verantwortung. Die Materialien ermöglichen eine lebensweltnahe Auseinandersetzung mit den Erfahrungen junger Menschen in Ausbildung und Beruf und eröffnen zugleich globale Perspektiven auf Arbeitsbedingungen und soziale Gerechtigkeit.

Ein besonderer didaktischer Mehrwert liegt in der Verbindung von persönlicher Betroffenheit und gesellschaftlicher Analyse. Die Lernenden reflektieren zunächst eigene Erfahrungen und Vorstellungen von guter Arbeit. Anschließend setzen sie diese in Beziehung zu rechtlichen Rahmenbedingungen, gewerkschaftlichen Konzepten und gesellschaftlichen Machtverhältnissen. Dadurch werden Urteilskompetenz, Perspektivübernahme und ethische Reflexionsfähigkeit gefördert.

Methodisch bietet das Material eine große Vielfalt. Kartenabfragen und Meinungsbarometer ermöglichen einen motivierenden Einstieg und machen unterschiedliche Sichtweisen sichtbar. Fallanalysen fördern problemlösendes Denken und regen dazu an, Handlungsoptionen bei Konflikten im Arbeitsleben zu entwickeln. Gruppenpuzzle und kooperative Lernformen unterstützen eigenständiges Arbeiten und stärken kommunikative Kompetenzen. Besonders gewinnbringend sind die realitätsnahen Fallbeispiele, die den Lernenden konkrete Situationen vor Augen führen und zur Diskussion über Rechte, Pflichten und Handlungsmöglichkeiten anregen.

Für den Religionsunterricht lassen sich vielfältige Anknüpfungspunkte herstellen. Die Frage nach guter Arbeit kann mit biblischen Vorstellungen von Gerechtigkeit, Menschenwürde und Verantwortung verbunden werden. Ebenso bieten sich Bezüge zur Katholischen Soziallehre, zur evangelischen Sozialethik sowie zu aktuellen Debatten über soziale Ungleichheit, Globalisierung und menschenwürdige Arbeitsbedingungen an. Die Lernenden können diskutieren, welche Verantwortung Unternehmen, Konsumierende, Gewerkschaften und politische Akteure für gerechte Arbeitsverhältnisse tragen.

Das Material eignet sich sowohl für einzelne Unterrichtsstunden als auch für längere Unterrichtsreihen oder Projekttage. Besonders empfehlenswert ist die Kombination mehrerer Bausteine, sodass ausgehend von persönlichen Erfahrungen über rechtliche Grundlagen bis hin zu gesellschaftlichen und globalen Zusammenhängen gearbeitet werden kann. Die Methoden fördern aktives Lernen, Partizipation und die Entwicklung eines reflektierten Urteils über Arbeitswelt und soziale Gerechtigkeit.

Zum Einstieg: Gutes und Schlechtes in meiner Ausbildung

Die Lernenden reflektieren ihre eigenen Erfahrungen in Ausbildung und Arbeitswelt. Auf Karten sammeln sie positive und negative Aspekte ihrer Ausbildung, präsentieren diese und diskutieren Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Dadurch entsteht ein lebensweltlicher Einstieg in das Thema Arbeitsbedingungen.


Ideale Arbeitende – ideale Arbeitgeber

In einem Perspektivwechsel entwickeln die Lernenden Vorstellungen von idealen Arbeitsbedingungen aus Sicht von Arbeitenden sowie Erwartungen aus Sicht von Arbeitgebern. Die Ergebnisse werden gegenübergestellt und der Interessengegensatz zwischen beiden Positionen diskutiert. Dadurch wird ein grundlegendes Verständnis wirtschaftlicher und sozialer Konflikte geschaffen.


Was ist gute Arbeit?

Die Lernenden entwickeln zunächst eigene Kriterien für gute Arbeit. Anschließend vergleichen sie ihre Vorstellungen mit gewerkschaftlichen Konzepten guter Arbeit. In einer weiteren Diskussionsphase überlegen sie, welche Folgen es hätte, wenn weltweit menschenwürdige Arbeitsbedingungen umgesetzt würden. Dabei werden Fragen von Gerechtigkeit, Teilhabe und globaler Verantwortung thematisiert.


Macht gewerkschaftliche Organisierung Sinn?

Die Lernenden positionieren sich zu der Frage, ob Gewerkschaften für sie persönlich sinnvoll sind. Sie sammeln Argumente dafür und dagegen, sehen anschließend Interviews mit Gewerkschaftsvertretern und diskutieren deren Positionen. Ziel ist die Entwicklung eines eigenen begründeten Urteils.


Schlechte Arbeitsbedingungen – und dann?

Anhand realer Fallbeispiele analysieren die Lernenden Arbeitsrechtsverletzungen und problematische Arbeitsbedingungen. Sie entwickeln Handlungsstrategien, vergleichen diese mit den tatsächlichen Lösungswegen der Betroffenen und bewerten unterschiedliche Vorgehensweisen. Die Fälle behandeln unter anderem unzulässige Strafen, Verstöße gegen Arbeitszeitregelungen sowie gewerkschaftliche Protestaktionen.


Fallbeispiel Elif

Die Lernenden untersuchen einen Fall, in dem einer Auszubildenden wegen einer Schulnote Arbeitsstunden abgezogen werden. Sie prüfen die Rechtslage und diskutieren Möglichkeiten gewerkschaftlicher Unterstützung.


Fallbeispiel Anne

Die Lernenden beschäftigen sich mit Wochenendarbeit von Auszubildenden und setzen sich mit Tarifverträgen, freiwilliger Sonntagsarbeit und individuellen Handlungsmöglichkeiten auseinander.


Fallbeispiel Hannes

Anhand eines besonders drastischen Beispiels analysieren die Lernenden Verstöße gegen Jugendarbeitsschutz und persönliche Freiheitsrechte. Sie diskutieren die Rolle von Berufsschule und Industrie und Handelskammer bei der Unterstützung von Auszubildenden.


Fallbeispiel Veronica

Die Lernenden betrachten einen Arbeitskampf in Peru. Sie untersuchen, wie sich Beschäftigte gemeinsam gegen die Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen wehren und welche Bedeutung öffentliche Proteste und Gewerkschaften haben können. Dadurch wird eine globale Perspektive auf Arbeitskämpfe eröffnet.


Wo bekomme ich Hilfe bei Arbeitsrechtsverletzungen?

Im Rahmen eines Gruppenpuzzles lernen die Lernenden unterschiedliche Unterstützungsangebote kennen. Sie recherchieren und präsentieren die Aufgaben von Betriebsräten, Gewerkschaften, Beratungsstellen, Industrie und Handelskammern und weiteren Anlaufstellen. Ziel ist die Orientierung in Unterstützungsstrukturen der Arbeitswelt.


Betriebsrat

Die Lernenden erarbeiten die Funktion des Betriebsrats als Interessenvertretung der Beschäftigten und diskutieren dessen Bedeutung für Mitbestimmung und Konfliktlösung im Betrieb.


Dr. Azubi

Die Lernenden lernen ein Beratungsangebot für Auszubildende kennen und erfahren, welche Unterstützung bei Problemen im Ausbildungsverhältnis möglich ist.

Gewerkschaften

Die Lernenden setzen sich mit den Beratungs und Rechtsschutzangeboten von Gewerkschaften auseinander und reflektieren deren Bedeutung für Arbeitnehmerrechte.

Industrie und Handelskammer

Die Lernenden untersuchen die Rolle der Industrie und Handelskammern bei der Überwachung und Unterstützung betrieblicher Ausbildung.

Planspiel „Wirtschaft, Wohlstand, Arbeitskampf“

Im zweiten Modul der Broschüre führen die Lernenden ein umfangreiches Planspiel durch. Sie übernehmen unterschiedliche Rollen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Akteure und erleben Verhandlungen, Interessenkonflikte und Entscheidungsprozesse rund um Arbeit, Wohlstand und Arbeitskämpfe. Das Planspiel fördert Perspektivwechsel, Urteilsbildung und demokratische Handlungskompetenz.

Hessen

Hessen

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9G.4 Arbeiten müssen – arbeiten dürfen. Herausforderung für die katholische Soziallehre.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz

Sekundarstufe I | Jahrgangsstufe 9

9.2 Nach Gerechtigkeit streben: Gleiche Lebensbedingungen für alle.

Beispielhafte Lernsequenzen

  • Soziale Fragen im 19. Jh. und heute

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