Das Medium eignet sich besonders für den Religionsunterricht der Sekundarstufe und kann in den Themenfeldern Menschenwürde, Gerechtigkeit, Menschenrechte, Solidarität, Eine Welt, Nachhaltigkeit, Geschlechtergerechtigkeit, christliche Verantwortung und kirchliches Engagement eingesetzt werden. Die vielfältigen Beispiele ermöglichen den Lernenden einen Perspektivwechsel und fördern die Auseinandersetzung mit globalen Lebensbedingungen sowie den unterschiedlichen Herausforderungen, denen Frauen weltweit begegnen. Dabei wird deutlich, dass Benachteiligung nicht ausschließlich individuelle Ursachen hat, sondern häufig durch gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Strukturen entsteht.
Zu Beginn kann anhand einzelner Fotografien oder ausgewählter Zitate aus dem Medium über die Frage nachgedacht werden, was Stärke bedeutet und welche Eigenschaften starke Menschen auszeichnen. Anschließend können die Lernenden Vermutungen über die dargestellten Lebenssituationen formulieren und diese mit den Informationen des Mediums vergleichen. Während der Erarbeitung bietet sich eine arbeitsteilige Gruppenarbeit an, in der verschiedene Themenfelder wie Bildung, politische Teilhabe, Migration, Armut, Gewalt gegen Frauen, Gesundheit oder kirchliches Engagement untersucht werden. Die Ergebnisse können in Form von Kurzvorträgen, digitalen Präsentationen oder Lernplakaten vorgestellt werden.
Im weiteren Verlauf können die Lernenden die dargestellten Lebensgeschichten mit den biblischen Vorstellungen von Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Menschenwürde und dem Einsatz für Benachteiligte in Beziehung setzen. Ebenso bietet sich eine Auseinandersetzung mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen an, insbesondere mit dem Ziel der Geschlechtergerechtigkeit. Diskussionsaufgaben regen dazu an, die Verantwortung von Politik, Kirche, Gesellschaft und jeder einzelnen Person zu reflektieren. Kreative Arbeitsformen wie Rollenspiele, Interviews aus der Perspektive einer porträtierten Frau, das Verfassen eines persönlichen Briefes oder die Planung einer schulischen Aktion zum Weltfrauentag ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung. Das Medium verbindet religiös ethische Fragestellungen mit globalem Lernen und stärkt Empathie, Urteilsfähigkeit sowie die Bereitschaft, sich für Menschenwürde, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit einzusetzen.
Titelbild "Starke Frauen"
Material: Fotocollage mit Frauen aus verschiedenen Kulturen.
Unterricht: Die Lernenden beschreiben die Bilder, entwickeln Vermutungen über die Lebenssituationen der Frauen und sammeln Merkmale von Stärke. Anschließend werden Erwartungen an das Heft formuliert und mit den Inhalten verglichen.
Fotoreportage "Atemlos oder arbeitslos"
Material: Bild und Bericht über Frauen in der Baumwollindustrie Indiens.
Unterricht: Die Lernenden analysieren Arbeitsbedingungen, diskutieren globale Lieferketten und entwickeln Kriterien für fairen Konsum. Ein Rollenspiel zwischen Konsumierenden, Unternehmen und Arbeiterinnen vertieft die Problematik.
Interview mit Dr. Eiman Tahir
Material: Interview über weibliche Genitalverstümmelung und medizinische Versorgung.
Unterricht: Die Lernenden setzen sich mit Menschenwürde, körperlicher Unversehrtheit und Menschenrechten auseinander. Sie erarbeiten Informationsplakate, diskutieren Präventionsmöglichkeiten und reflektieren die Verantwortung von Medizin, Politik und Gesellschaft.
Interview mit Katharina Masoud
Material: Gespräch über weltweite Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit.
Unterricht: Die Lernenden analysieren den Stand der Gleichberechtigung weltweit und vergleichen verschiedene Länder. Anschließend bewerten sie die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und entwickeln Handlungsmöglichkeiten für eigenes Engagement.
Reportage "Starke Frauen"
Material: Thematische Doppelseiten zu Bildung, Politik, Migration, Armut, Gewalt und gesellschaftlichem Engagement von Frauen.
Unterricht: Die Klasse arbeitet arbeitsteilig. Jede Gruppe bearbeitet einen Schwerpunkt, erstellt ein Expertenplakat oder eine digitale Präsentation und vermittelt den anderen Gruppen ihre Ergebnisse. Gemeinsam entsteht ein Gesamtbild globaler Geschlechtergerechtigkeit.
Kapitel "Wissen ist weiblich"
Material: Bericht über Bildungschancen von Mädchen weltweit.
Unterricht: Die Lernenden untersuchen die Bedeutung von Bildung für individuelle Freiheit und gesellschaftliche Entwicklung. Anschließend vergleichen sie Bildungsbiografien und entwickeln Ideen für mehr Bildungsgerechtigkeit.
Kapitel "Politik ist weiblich"
Material: Beispiele erfolgreicher Politikerinnen weltweit.
Unterricht: Die Lernenden recherchieren weitere Frauen in politischen Führungspositionen und diskutieren, welche Bedeutung politische Teilhabe für Demokratie und Gerechtigkeit besitzt.
Kapitel "Migration ist weiblich"
Material: Bericht über weibliche Migration und Care Arbeit.
Unterricht: Die Lernenden analysieren Flucht und Arbeitsmigration aus der Perspektive von Frauen. In einem Perspektivwechsel verfassen sie Tagebucheinträge oder Interviews aus Sicht einer Migrantin.
Kapitel "Armut ist weiblich"
Material: Darstellung geschlechtsspezifischer Armut.
Unterricht: Die Lernenden untersuchen Ursachen von Armut und vergleichen globale mit deutschen Lebenssituationen. Anschließend entwickeln sie Vorschläge für mehr soziale Gerechtigkeit.
Kapitel "Gewalt gegen Frauen ist männlich"
Material: Informationen zu Gewaltformen gegen Frauen weltweit.
Unterricht: Die Lernenden unterscheiden verschiedene Formen von Gewalt und reflektieren Präventionsmöglichkeiten sowie den Zusammenhang zwischen Menschenrechten und Gewaltfreiheit.
Kapitel "Mut ist weiblich"
Material: Beispiele von Ordensfrauen und engagierten Frauen in kirchlichen Projekten.
Unterricht: Die Lernenden setzen sich mit christlicher Verantwortung und diakonischem Handeln auseinander. Sie vergleichen die vorgestellten Projekte mit biblischen Vorbildern wie Maria von Magdala, Rut oder der barmherzigen Samariterin und entwickeln Ideen für eigenes soziales Engagement.
Reportage aus Nepal
Material: Frauen organisieren gemeinsam mit Ordensschwestern die Wasserversorgung eines Dorfes.
Unterricht: Die Lernenden untersuchen die Bedeutung von Wasser als Menschenrecht und als Schöpfungsgabe. Sie diskutieren nachhaltige Entwicklung und die Rolle kirchlicher Entwicklungszusammenarbeit.
Beitrag über Femizide
Material: Hintergrundinformationen zu geschlechtsspezifischer Gewalt.
Unterricht: Die Lernenden setzen sich mit den Ursachen von Femiziden auseinander und entwickeln Möglichkeiten gesellschaftlicher Prävention sowie kirchlicher und staatlicher Verantwortung.