Didaktisch eröffnet das Material einen ganzheitlichen Zugang zu existenziellen Themen, indem es bei den Erfahrungen der Lernenden mit den Jahreszeiten ansetzt. Der Einstieg über Herbstlaub, Erde und Musik schafft eine emotionale Atmosphäre, die Wahrnehmung, Erinnerung und persönliche Erfahrungen aktiviert. Besonders gewinnbringend ist die Arbeit mit dem Bodenbild, bei dem die Lernenden schrittweise Symbole wie Erde, Blätter, Früchte, Herzen, Kerzen und Kreuz legen und dadurch die Themen Vergänglichkeit, Totengedenken und Hoffnung sinnlich erschließen. Die Materialien zu Allerheiligen und Allerseelen ermöglichen eine lebensweltnahe Begegnung mit christlichen Formen des Erinnerns und Gedenkens. Durch die Gestaltung eines persönlichen Seelenlichtes können Gefühle, Erinnerungen und Hoffnungen kreativ zum Ausdruck gebracht werden. Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Theologisieren über Johannes 11,25. Die Lernenden wählen Worte aus dem Bibelvers aus, formulieren eigene Fragen an Jesus, beziehen Stellung zu Aussagen über Auferstehung und ewiges Leben und entwickeln eigene religiöse Deutungen. Dadurch werden religiöse Sprachfähigkeit, Urteilskompetenz und Perspektivübernahme gefördert. Das Material eignet sich besonders für Unterrichtseinheiten zu Allerheiligen, Allerseelen, Tod und Auferstehung, Trauer, Hoffnung, christlichen Jenseitsvorstellungen sowie zur Verbindung von Naturerfahrung und religiöser Sinnsuche. Methodisch kommen Liedarbeit, Bodenbild, kreatives Gestalten, Gesprächsformen, Theologisieren, Positionierungsübungen und symbolisches Lernen zum Einsatz und ermöglichen differenzierte Zugänge für heterogene Lerngruppen.
Der Einstieg gelingt über einen stillen Impuls mit Hilfe eines Videos zum Fallen der Blätter im Herbst. Das Video selbst ist auf dieser Seite von ru-digital im Dropdown-Menü eingebettete Medien zu finden. In M1 liegt ein auswertungsmaterial zum Film vor. Dabei werden die Inhalte in einen Lückentext eingetragen. Persönliche Gedanken können in Blätter eingetragen werden.
In einem weiteren Schritt werden Traditionen zur Erinnerung an verstorbene Verwandte zusammengetragen. Ein Material bietet bekannte Bräuche an. Enthält auch eine Tabelle zur Auswertung, die wie eine Lernüberprüfung benutzt werden kann.
Ein weiteres Material thematisiert die Bedeutung von Lichtern und Kerzen zu Erinnerung an die Toten.
Auch das Anlegen einer Reihe von Bodenbildern ist möglich. Fotos und Anleitung dazu sind Material enthalten. Dabei werden Erde, Tücher, Herbstblätter und weitere Legematerialien verwendet.
In einem weiteren Schritt wird das Bibelzitat "Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt" Joh 11,25 untersucht. Eine detaillierte Anleitung dazu ist im Material enthalten. Der nächste Schritt enthält ein Material mit einer tabellarischen Fragenliste. Dabei wird eine Reihe von Fragen aus dem Material abgestimmt, die sich mit dem persönlichen Glauben an ein Leben nach dem Tod befassen. Es gibt vier Grade von Zustimmung oder Ablehnung.
Einstieg: Stummer Impuls und Lied
Herbstlaub und Erde als Symbolimpuls
Zu Beginn betrachten die Lernenden Herbstlaub und Erde. Gleichzeitig hören sie das Lied „Schau wie die Blätter fallen“.
Im Unterricht passiert:
Wahrnehmung der Herbststimmung
Sammeln erster Assoziationen
Erinnerungen an Naturerfahrungen aktivieren
Gespräch über Vergänglichkeit und Veränderung
emotionaler Zugang zum Thema Sterben und Tod
Das Lied dient als atmosphärischer Zugang und macht die Symbolik des Herbstes erfahrbar.
Material M1: „Schau wie die Blätter fallen“
Das Arbeitsblatt enthält einen Lückentext zum Lied sowie Impulse für Gedanken, Erinnerungen und persönliche Deutungen.
Im Unterricht passiert:
Erschließung des Liedtextes
Arbeit mit Schlüsselbegriffen wie Erde, Zeit, Leben und Ziel
Reflexion über Vergänglichkeit
Austausch über die Frage: „Wofür ist die Zeit gekommen?“
Formulierung eigener Thesen zum Leben und Sterben
Die Lernenden verbinden Naturvorgänge mit eigenen Lebenserfahrungen.
Bodenbild Variante 1
Mit Erde, Herbstlaub, Früchten, Herzen, Teelichtern und einem Kreuz wird schrittweise ein Bodenbild gestaltet.
Schritt 1: Erde entdecken
Im Unterricht passiert:
Wahrnehmung der Erde als Ursprung allen Lebens
Gespräch über Werden und Vergehen
Schritt 2: Herbstlaub in die Erde legen
Im Unterricht passiert:
Symbolische Erfahrung von Vergänglichkeit
Nachdenken über den Kreislauf des Lebens
Schritt 3: Erde und Herbstfrüchte
Im Unterricht passiert:
Verbindung von Ernte und Vergänglichkeit
Gespräch über Wachstum und Lebenszyklen
Schritt 4: Totengedenken
Im Unterricht passiert:
Einführung in Allerheiligen und Allerseelen
Kennenlernen christlicher Erinnerungskultur
Schritt 5: Herzen und Kerzen
Im Unterricht passiert:
Gedenken an verstorbene Menschen
Namen oder Erinnerungen auf Herzen schreiben
Kerzen als Hoffnungszeichen entzünden
Schritt 6: Kreuz und Blumen
Im Unterricht passiert:
christliche Auferstehungshoffnung thematisieren
Gebet oder Moment der Stille
Symbolik von Kreuz und Leben erschließen
Das Bodenbild ermöglicht eine ganzheitliche und sinnliche Auseinandersetzung mit Tod und Hoffnung.
Tafelbild Variante 2
Alternativ wird die Unterrichtseinheit über Fotografien und ein Tafelbild gestaltet.
Im Unterricht passiert:
gemeinsame Bildanalyse
schrittweiser Aufbau der Symbole an der Tafel
Sammeln von Gedanken und Deutungen
Sicherung der Ergebnisse
Diese Variante eignet sich besonders für Unterricht in klassischer Sitzordnung.
Material M2: Totengedenken
Das Arbeitsblatt informiert über Allerheiligen, Allerseelen und christliche Vorstellungen vom Leben nach dem Tod.
Im Unterricht passiert:
Kennenlernen kirchlicher Traditionen
Bearbeitung von Verständnisfragen
Reflexion familiärer Erinnerungsrituale
Austausch über Friedhofsbesuche, Kerzen und Gedenkformen
Recherche zu Seelengeigen und regionalen Bräuchen
Die Lernenden entdecken, wie Menschen mit Tod und Erinnerung umgehen.
Material M3: Herzenssache Seelenlicht
Die Lernenden gestalten ein persönliches Seelenlicht für einen verstorbenen Menschen.
Im Unterricht passiert:
kreative Erinnerungsarbeit
Ausdruck von Gefühlen durch Farben und Symbole
Formulierung von Erinnerungen und Wünschen
Gespräch über Liebe, Erinnerung und Verbundenheit
Das Material verbindet Trauerarbeit mit Hoffnung und Wertschätzung.
Material M4: Johannes 11,25
Ausgangspunkt ist Jesu Wort:
„Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“
Die Lernenden setzen sich mit diesem Bibelvers und der Geschichte von Marta und Lazarus auseinander.
Schritt 1: Ein Wort auswählen
Im Unterricht passiert:
persönliche Annäherung an den Bibeltext
Wahrnehmung eigener Gedanken
Schritt 2: Stellung beziehen
Im Unterricht passiert:
Diskussion über Aussagen zum ewigen Leben
Entwicklung eigener Positionen
Schritt 3: Fragen an Jesus formulieren
Im Unterricht passiert:
existenzielle Fragen ausdrücken
Zweifel und Hoffnungen benennen
Schritt 4: Theologisieren
Im Unterricht passiert:
gemeinsames Nachdenken über Tod und Auferstehung
Austausch unterschiedlicher Vorstellungen
Entwicklung eigener religiöser Deutungen
Positionierungsspiel
Die Lernenden ordnen sich zu Aussagen wie:
Wer an Jesus glaubt, wird leben.
Der Glaube an Jesus führt zu ewigem Leben.
Wer glaubt, braucht keine Angst vor dem Tod zu haben.
Im Unterricht passiert:
Meinungsbildung
Argumentieren und Begründen
Perspektivwechsel
theologisches Gespräch
Dieses Material bildet den theologischen Höhepunkt der Unterrichtseinheit.