Für den Religionsunterricht eignet sich das Medium in besonderer Weise, weil es sachliche Informationen mit biografischem Lernen und emotional berührenden Zugängen verbindet. Es kann in den Jahrgangsstufen der Sekundarstufe als Einführung in das Judentum, zur Vertiefung interreligiösen Lernens oder im Themenfeld Religion und Alltag eingesetzt werden. Didaktisch empfiehlt sich eine strukturierte Arbeit in mehreren Phasen. Zu Beginn können die Lernenden ihre Vorerfahrungen, Bilder und Fragen zum Judentum sammeln, damit Vorwissen, Unsicherheiten und mögliche Stereotype sichtbar werden. Während der Rezeption sollten einzelne Sequenzen gezielt ausgewählt und mit Beobachtungsaufträgen verbunden werden, etwa zu den Themen Schabbat, koschere Küche, Synagoge, Friedhof, Chanukka, Gebet oder Weitergabe von Tradition. Sinnvoll ist es, nicht den gesamten Film unkommentiert zu zeigen, sondern mit Unterbrechungen zu arbeiten, damit Eindrücke gesichert und religiöse Zeichen, Gegenstände und Handlungen gemeinsam erschlossen werden können. Methodisch bieten sich Standbilder, Gesprächsimpulse, ein Lerntagebuch, Partnergespräche, arbeitsteilige Gruppenarbeit oder die Erstellung thematischer Plakate an. Besonders gewinnbringend ist eine Perspektivarbeit, bei der Lernende Aussagen von Gemeindemitgliedern auswerten und danach fragen, welche Bedeutung Glaube für Alltag, Familie, Gemeinschaft und Identität hat. Die Sequenzen über Friedhof, Verfolgung und Überleben ermöglichen zudem eine sensible Verbindung von Religion, Geschichte und Gedenken. Hier braucht es einen geschützten Gesprächsraum, klare sprachliche Achtsamkeit und genügend Zeit für Reflexion. Wichtig ist, das Judentum nicht auf Holocaust und Antisemitismus zu reduzieren, sondern beides in die Breite jüdischen Lebens einzuordnen. Das Medium kann außerdem Anlass geben, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Judentum, Christentum und Islam zu vergleichen, ohne vorschnell zu vereinfachen. Ein Besuch einer Synagoge, die Begegnung mit einem Mitglied einer jüdischen Gemeinde oder die Arbeit mit Gegenständen und Bildern wie Kippa, Mesusa, Tora oder Chanukka Leuchter kann die Unterrichtsreihe sinnvoll erweitern. Insgesamt fördert das Medium Wahrnehmung, Empathie, Dialogfähigkeit, religiöse Sachkompetenz und die Einsicht, dass gelebte Religion immer in konkreten Lebensgeschichten sichtbar wird.