Für den Religionsunterricht bietet das Medium vielfältige didaktische und methodische Einsatzmöglichkeiten. Besonders geeignet ist die Reihe für die Förderung historischer Urteilsfähigkeit, empathischen Lernens und ethischer Reflexion. Die Lernenden können sich über die persönlichen Geschichten der Kinder intensiv mit Fragen nach Schuld, Verantwortung, Nächstenliebe, Mut, Ausgrenzung und Menschlichkeit auseinandersetzen. Vor dem Filmeinsatz empfiehlt sich ein sensibler Einstieg, bei dem Vorwissen aktiviert und zentrale Begriffe wie Nationalsozialismus, Holocaust oder Diktatur altersgerecht geklärt werden. Während der Filmrezeption können Beobachtungsaufträge, Steckbriefe oder Leitfragen eingesetzt werden, damit die Lernenden gezielt auf Figuren, Konflikte und Gefühle achten. Nach dem Anschauen sollten ausreichend Gesprächsphasen eingeplant werden, damit Eindrücke, Emotionen und Fragen aufgegriffen werden können. Besonders gewinnbringend sind Perspektivwechsel durch Schreibaufgaben wie Briefe oder Tagebucheinträge aus Sicht der Protagonistinnen und Protagonisten. Ebenso eignen sich Partnerarbeit, Gruppenarbeit und kreative Ausdrucksformen wie Erinnerungswände, Rollenspiele oder Standbilder. Im Religionsunterricht lassen sich die Episoden mit Themen wie christliches Menschenbild, Verantwortung für Mitmenschen, Toleranz, Frieden, Menschenwürde und Umgang mit Fremden verbinden. Die Reihe unterstützt zudem interreligiöses Lernen und demokratische Bildung, da sie deutlich macht, welche Folgen Ausgrenzung, Hass und ideologische Verblendung haben können. Aufgrund der emotionalen Wirkung einzelner Episoden ist eine behutsame Auswahl entsprechend Alter und Lerngruppe notwendig. Besonders belastende Inhalte sollten intensiv vor und nachbereitet werden.
Folge 1 untersucht die Anziehungskraft des Nationalsozialismus am Beispiel der Hitlerjugend. Ein Junge möchte unbedingt dazu gehören. Motivation wird untersucht. Sein Bezug zu einem jüdischen Mädchen steht der Mitgliedschaft im Weg.
Die Unterrichtsreihe „Der Krieg und ich“ enthält zahlreiche Materialien, die den Lernenden einen altersgerechten Zugang zur Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs ermöglichen. Die Materialien verbinden historisches Lernen mit emotionalem und ethischem Lernen und fördern sowohl Sachkompetenz als auch Empathie und Reflexion.
Die Reihe arbeitet zunächst mit sogenannten Steckbriefen zu den einzelnen Protagonistinnen und Protagonisten. Die Lernenden sammeln während des Films wichtige Informationen zu Alter, Familie, Wohnort, Konflikten und Erfahrungen der Kinder. Dadurch setzen sie sich intensiv mit den Lebenssituationen der Figuren auseinander und lernen historische Zusammenhänge anhand persönlicher Geschichten kennen. Gleichzeitig werden Fragen zur Gegenwart hergestellt, etwa zu Freiheit, Zugehörigkeit oder Ausgrenzung.
Ein weiteres wichtiges Material sind die Glossare. Diese erklären historische Begriffe wie Hitlerjugend, Holocaust oder Konzentrationslager in einfacher Sprache. Im Unterricht helfen die Glossare dabei, Unsicherheiten abzubauen und zentrale Fachbegriffe korrekt zu verwenden. Besonders im Religionsunterricht unterstützen sie Gespräche über Menschenwürde, Verantwortung und Erinnerungskultur.
Zu vielen Episoden gehören Schreibaufgaben in Form von Briefen oder Perspektivwechseln. Die Lernenden schreiben beispielsweise Briefe aus der Sicht der Filmfiguren an Eltern oder Freunde. Dabei versetzen sie sich emotional in die Situation der Kinder hinein und reflektieren deren Gefühle, Ängste und Hoffnungen. Im Unterricht fördert dies empathisches Lernen, kreatives Schreiben und die Fähigkeit zur Perspektivübernahme.
Die Arbeitsblätter zu historischen Themen vertiefen die Inhalte der Filme. In der Episode „Anton“ beschäftigen sich die Lernenden etwa mit Hitlers Weg zur Macht, der Judenverfolgung und der Hitlerjugend. Dabei ordnen sie Bilder zu, beantworten Leitfragen oder diskutieren Ziele und Wirkungen nationalsozialistischer Jugendorganisationen. Im Unterricht werden historische Kenntnisse aufgebaut und kritisch reflektiert.
Weitere Materialien arbeiten mit Rollenkarten, Line up Methoden oder Diskussionsaufgaben. In der Episode „Justus“ erhalten Lernende Rollen verschiedener Figuren und positionieren diese auf einer Linie zwischen „kämpfen“ und „nicht kämpfen“. Dadurch setzen sie sich mit moralischen Entscheidungen, Gruppendruck und Verantwortung auseinander. Im Religionsunterricht entstehen daraus intensive Gespräche über Gewissen, Frieden und Gewalt.
Zur Episode „Eva“ werden Materialien zur Erinnerungskultur angeboten. Die Lernenden erzählen die Geschichte nach, tauschen persönliche Eindrücke aus und gestalten eine Erinnerungswand mit Bildern, Gedanken oder Texten. Dadurch wird das Thema Holocaust nicht nur sachlich behandelt, sondern auch emotional und kreativ verarbeitet. Die Unterrichtsarbeit stärkt die Fähigkeit zur historischen Erinnerung und zur Auseinandersetzung mit Menschenwürde und Verantwortung heute.
Darüber hinaus enthält die Reihe zahlreiche methodische Hinweise für Lehrkräfte. Dazu gehören Gesprächsimpulse, Vorschläge zur Gruppenarbeit, Hinweise zur emotionalen Belastung einzelner Episoden sowie Empfehlungen zur Differenzierung. Die Materialien unterstützen Lehrkräfte dabei, sensible Themen behutsam und altersgerecht im Unterricht einzusetzen.