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WiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftJohannes Lähnemann

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Johannes Lähnemann

Weltethos

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel stellt Hans Küngs Konzept des Weltethos vor, das eine religions- und kulturübergreifende ethische Grundlage für die globalisierte Welt schafft. Die 1993 vom Parlament der Weltreligionen angenommene Weltethos-Erklärung basiert auf der Goldenen Regel und vier (später fünf) unverrückbaren Weisungen, die Gewaltlosigkeit, Solidarität, Toleranz, Gleichberechtigung und Nachhaltigkeit fördern. Das Weltethos-Projekt hat sich als internationale Bewegung mit Stiftungen, Instituten und pädagogischen Angeboten etabliert und bietet einen wichtigen Diskurs für die Bewältigung globaler Herausforderungen.

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Der Artikel dokumentiert die Entwicklung und Bedeutung des Weltethos-Konzepts, das Hans Küng 1990 initiierte. Küngs zentrale These lautet: "Kein Überleben ohne ein Weltethos" und adressiert damit die Notwendigkeit einer globalen ethischen Grundlage angesichts von Weltkrisen, ökologischen Problemen und religiös-ethnischen Konflikten. Die daraus resultierende Weltethos-Erklärung wurde 1993 vom Parlament der Weltreligionen in Chicago angenommen und stützt die UN-Menschenrechtserklärung durch ethische Grundverpflichtungen. Das Kernstück bilden vier unverrückbare Weisungen (ursprünglich von der 2. Tafel des Dekalogs und buddhistischen Laiengeboten inspiriert), die sich auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit, Solidarität, Toleranz und Gleichberechtigung beziehen; 2018 wurde eine fünfte Weisung zur Nachhaltigkeit hinzugefügt. Jede Weisung ist strukturiert durch Situationsbeschreibung, Grundkonzeption, pädagogische Aufgaben und erforderliche Grundeinstellungen. Das Weltethos-Projekt ist religions- und weltanschauungsübergreifend konzipiert und plausibel auch für nichtreligiöse Menschen. Seit 1995 gibt es die Stiftung Weltethos in Tübingen und weitere Institutionen weltweit; diese Initiativen befassen sich mit Konkretisierungen in verschiedenen Handlungsfeldern wie Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Erziehung. Der Artikel betont, dass verschiedene Religionstraditionen komplementäre und spezifische Grundlagen und Motivationen für die Bewältigung globaler Herausforderungen bieten.

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