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Reinhold BoschkiWiReLex | Deutsche Bibel GesellschaftThomas Schlag

Reinhold Boschki,

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Thomas Schlag

Erinnerungslernen empirisch

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Artikel behandelt Erinnerungslernen als empirisches Forschungsfeld in der Religionspädagogik, insbesondere mit Fokus auf Holocaust Education. Die Autoren untersuchen, wie religiöse Bildung mit historischen Traumata umgehen kann und welche empirischen Forschungsergebnisse aus verschiedenen disziplinarischen Perspektiven für dieses Lernfeld relevant sind. Der Text argumentiert für die Notwendigkeit empirischer Forschung angesichts gesellschaftlicher Transformationsprozesse und des neu aufkommenden Antisemitismus. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Balance zwischen emotionaler Nähe und reflexiver Distanz sowie dem Konzept des Geschichtsbewusstseins.

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Der Artikel analysiert Erinnerungslernen als zentralen Begriff der religionspädagogischen Fachdiskussion mit Schwerpunkt auf die Beschäftigung mit dem Holocaust. Während Erinnerungslernen in der jüdischen Tradition primär religiöse Sozialisation durch Fest- und Feiernarrative bedeutet, ist es in der christlichen Religionspädagogik eng mit Holocaust Education und Erziehung nach Auschwitz verknüpft. Die Autoren argumentieren, dass empirische Forschung angesichts des Verstummens von Zeitzeugen und gesellschaftlicher Transformationen durch Pluralisierung, Globalisierung und Digitalisierung dringend notwendig ist. Sie identifizieren eine Forschungslücke: Während allgemeinpädagogische Holocaust-Education-Studien religiöse Dimensionen kaum berücksichtigen, gibt es in der Religionspädagogik bislang wenige empirische Arbeiten. Der Artikel würdigt besonders die interdisziplinäre Forschungsgruppe "Holocaust Education revisited" an der LMU München, die verschiedene Akteure (Lehrkräfte, Schüler, Zeitzeugen) ins Zentrum stellt. Ein Kernthema empirischer Forschung ist die Balance zwischen notwendiger emotionaler Nähe zu historischen Ereignissen und reflexiver Distanz, um weder Überwältigung noch Distanzierung zu fördern. Die Geschichtsdidaktik trägt dabei mit dem Konzept des Geschichtsbewusstseins bei, das über reine Wissensvermittlung hinausgeht und Gegenwarts- und Zukunftsbezüge einbezieht. Die Arbeiten zeigen, dass Lernprozesse zur NS-Vergangenheit multidimensional sind und emotionale, reflexive sowie orientierungsbezogene Aspekte umfassen.

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