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feinschwarzChristian Bauer

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Christian Bauer

Synodaler Weg – einige theologische Anmerkungen

Veröffentlichung:1.5.2026

Der Synodale Weg muss als genuiner Prozess der Selbstevangelisierung der Kirche verstanden werden, nicht als Gegensatz zur Evangelisierung – denn kirchliche Strukturreformen sind notwendig, um das Evangelium glaubwürdig zu bezeugen.

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Der Artikel analysiert die kontroverse Diskussion um den Synodalen Weg in der deutschen Katholischen Kirche und plädiert für eine Verlangsamung der aufgeheizten Debatte zugunsten einer theologischen Vertiefung. Der Autor kritisiert zunächst die Scheinheiligkeit mancher bischöflicher Gegner des Synodalen Weges, die selbst Kirchenpolitik betreiben, während sie sich des Mantels des Spirituellen bedienen. Besonders problematisch sieht er die vatikanische Taktik, den Synodalen Weg trotz gegenteiliger Intention als formelles Partikularkonzil darzustellen. Den Kern des Arguments bildet die These der Selbstevangelisierung: Wenn Evangelisierung als gegenseitiger Prozess verstanden wird, bei dem beide Seiten – Prediger und Hörer – evangelisiert werden, dann muss die Kirche angesichts ihrer Glaubwürdigkeitskrise durch sexuellen und geistlichen Machtmissbrauch zunächst bei sich selbst beginnen. Der Autor stützt sich dabei auf kirchliche Dokumente von 1974 und Paul VI., die genau diesen Gedanken der Selbstevangelisierung und Selbsterneuerung betonen – ein Motiv, das auch Papst Franziskus in seinem Brief an das Volk Gottes in Deutschland aufgreift. Der künstliche Gegensatz zwischen dem „Primat der Evangelisierung" und den vier Themenforen des Synodalen Weges (Macht und Gewaltenteilung, Sexualmoral, Priesterliche Lebensform, Frauen in Diensten und Ämtern) wird vom Autor scharf zurückgewiesen. Kirchliche Strukturfragen seien nicht nachrangig, sondern reflektierten Glaubensinhalte. Eine Kirche, deren äußere Gestalt dem Evangelium widerspricht – etwa durch Klerikalismus statt Synodalität – stelle selbst das größte Missionshindernis dar und verdunkle die Botschaft Gottes. Daher sind Kirchenreform und Gotteszeugnis untrennbar verbunden.

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