„Fahr hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus!“
Was Jesus im heutigen Evangelium Petrus und den anderen Jüngern zuruft, löst bei mir natürlich auch ein Nachdenken über die jüngsten kirchlichen Ereignisse aus: Der unsägliche Missbrauch und eine aus Angst wenig umkehrbereite Kirche auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite das mutige Aufstehen derer, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung schon viel zu lange in Angst leben mussten mit ihrem klaren Bekenntnis für eine Kirche „ohne Angst“!
Es wird betont, dass einfache Wahrheiten nicht mehr ausreichen und dass die Kirche sich nicht auf Selbstverteidigung und Konservierung beschränken sollte, sondern die befreiende Botschaft aktiv leben muss. Es wird auf die Aktion "AuT-Shirts" hingewiesen, bei der Mitarbeiter der Kirche den Mut hatten, in die Tiefe zu gehen und ihre Netze auszuwerfen, um Veränderungen herbeizuführen. Das Bild einer Kirche, in der Menschen aufgrund ihres riskanten Festhaltens an der befreienden Botschaft Veränderungen bewirken, ist richtig. Selbst unumstößliche Positionen können ins Wanken geraten. Es wird der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass die Kirche noch tiefer gehen kann und dass diese Tiefe Hoffnung macht.
Das Video „Fahr hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus“ greift das Sonntagsevangelium von der Berufung des Petrus auf und deutet die Worte Jesu vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in der Kirche. Ausgangspunkt ist die Erzählung vom zunächst erfolglosen Fischfang, der durch das Vertrauen auf Jesu Wort schließlich gelingt. Der Sprecher verbindet diese biblische Geschichte mit den Herausforderungen der Gegenwart, insbesondere mit der Aufarbeitung von Missbrauch, dem Umgang mit Schuld und Verantwortung sowie dem Engagement von Menschen, die sich für eine Kirche ohne Angst einsetzen. Die Aufforderung Jesu, in die Tiefe hinauszufahren, wird als Bild für Mut, Umkehr, Ehrlichkeit und Veränderungsbereitschaft verstanden. Dabei wird die Aktion von kirchlichen Mitarbeitenden hervorgehoben, die durch ihr öffentliches Bekenntnis persönliche Risiken auf sich genommen haben. Das Video versteht christlichen Glauben nicht als Festhalten an Sicherheit und Tradition um ihrer selbst willen, sondern als mutiges Eintreten für Freiheit, Wahrheit und die befreiende Botschaft Jesu.